30 Jahre Hopfemandli Zunft – ein Jubiläum das verbindet
09.09.2026 GesellschaftAm Samstag, 5. September durfte die Hopfemandli Zunft einen ganz besonderen Meilenstein feiern: Drei Jahrzehnte voller Freundschaft, Geselligkeit, Tradition und unzähliger gemeinsamer Erlebnisse.
HANS-PETER SCHWEIZER
Die Geschichte der Hopfemandli Zunft begann am 3. Mai 1996. An diesem Tag wurde sie im ehemaligen Restaurant Gotthard in Baar gegründet. 15 Mandlis fanden den Weg dorthin – darunter auch der Braui-Chef Kurt Uster. Dieser hielt im Anschluss eine spontane Rede und sicherte der jungen Zunft seine Unterstützung zu. Was damals mit viel Engagement, Geselligkeit und Freude am gemeinsamen Vereinsleben seinen Anfang nahm, entwickelte sich in den vergangenen 30 Jahren zu einer festen und verschworenen Gemeinschaft mit dem Motto: «Von der Harasse zur Institution – bis heute nicht bereut». Der 5. September war deshalb weit mehr als nur ein weiterer Anlass im Baarer Event-Kalender. Es war ein Tag, an dem die Vergangenheit gewürdigt, die Gegenwart gefeiert und gleichzeitig die Zukunft willkommen geheissen wurde. 30 Jahre sind eine stolze Zahl – und zugleich ein schöner Ansporn, die Geschichte der Hopfemandli Zunft weiterzuschreiben. In der 30-jährigen Geschichte gab es lediglich drei Präsidenten, nämlich: Fabian «Fäbse» Stocker, Markus «Qusi» Fuchs und Alain Lüscher. Heute wird die Zunft vom Präsidenten Lüscher geführt. Auch unter seiner Leitung stehen die Gemeinschaft und das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt. Das 30-Jahr-Jubiläum bot den passenden Rahmen, um die geleistete Arbeit und das Engagement aller Beteiligten zu würdigen und gemeinsam auf das Erreichte anzustossen. Und noch etwas: Es existieren nicht nur «Hopfemandli» in dieser Zunft, auch ehemalige «Hopfefraueli», heute eher «Hopfedamen» genannt, spielen eine gewichtige Rolle im jährlichen Rhythmus der illustren «Bierzunft».
Gegründet aus einer spontanen Bieridee
Eigentlich begann alles etwas früher: Aus den Aufzeichnungen «Eine Reise durch die Zeit» von Präsident Alain Lüscher und seinem Redaktionsteam geht hervor: Es schien damals, als würde einmal mehr ein hundsgewöhnlicher Freitagabend bevorstehen, da wussten ein paar junge Mandlis aus Baar nicht so recht, was sie unternehmen wollten. Der einzige verlässliche Programmpunkt sei gewesen – eine Harasse Bier. Diese verlor mit fortschreitendem Abend allmählich an Inhalt – und es ging nicht lange, da war die Kiste leer – und die Mandlis … nun ja, anschliessend wurde es gemütlich. Der wohlbekömmliche Gerstensaft weckte die kreativen Geister. Plötzlich warf Fabian «Fäbse» Stocker die Idee in die Runde, man könnte doch eine Bierzunft gründen. Für einen kurzen Moment wurde es still – und dann war klar: Das ist die Idee! Mit einem mehrstimmigen, langanhaltenden «Holdio» und mit erhobenen Flaschen sei der Vorschlag angenommen worden …
Jodelgesang – Brassbandklänge – Fassanstich
Für die vielen Kinder stand am 5. September die allseits beliebte Hüpfburg bereit, während eine geduldige Visagistin den Kindern nach Foto-Vorlagen sorgsam das gewünschte Erscheinungsbild ins Gesicht zu zaubern vermochte. Der frühe Nachmittag gehörte musikalisch vorerst dem einheimischen Jodlerklub Heimelig. Sie brachten die Stimmung auf den Stand «urchig und gemütlich». Den Kontrapunkt zum Jodelgesang lieferten die 10 «braXXaner», die Baarer Brassband, welche unter der Leitung von Reto Rosenberg gekonnt zum Highlight des Abends überzuleiten vermochte. Als besonderen Höhepunkt des Jubiläums erwartete die Besucherschar den Anstich eines Bierfasses mit dem neuen Festbier der Marke «Gehaltvoll». Für diesen feierlichen Moment konnten drei prominente Persönlichkeiten gewonnen werden: Gemeindepräsident Walter Lipp, Brauereidirektor Martin Uster und der Braumeister der Brauerei Baar, Urs Rüegg. Gemeinsam sorgten sie dafür, dass das Fass fachgerecht angestochen wurde und das Jubiläumsbier anschliessend von allen Besucherinnen und Besuchern eine Stunde lang als «Freibier» konsumiert werden durfte. Man war sich einig: «ein Träumchen», dieser vollmundig-warme Geschmack, mit malzigem Antrunk, aromatisch mit leichter Karamellnote.
Die brillanten Ansprachen von Martin Uster und Walter Lipp vor dem traditionellen Fassanstich verliehen dem Fest einen würdigen und zugleich geselligen Auftakt. Natürlich durfte danach das gemeinsame Anstossen nicht fehlen. Bei dem frisch gezapften Bier wurde auf 30 Jahre Hopfemandli Zunft angestossen – auf die Gründungsmitglieder, auf alle ehemaligen und heutigen Zunftmitglieder, auf die vielen Helferinnen und Helfer und auf all jene, die der Zunft über die Jahre verbunden geblieben sind. Wo gefeiert wird, ist auch «Arie der Partyquetscher» mit seinem Akkordeon (Quetsche) nicht weit. Zum Ausklang sorgte Arie bis 22 Uhr auf dem Brauerei-Areal für beste Feststimmung.


