Auszeichnung für inklusiven Fussball

  11.02.2026 Gesellschaft

An der Zuger Sportnacht wurde neben dem Zuger Sportpreis auch der Prix Panathlon verliehen. Dieser ging an den ehemaligen Baarer Ambros Birrer. Er setzt sich seit Jahren für den Aufbau inklusiver Strukturen im Fussball ein.

RAHEL HEGGLIN

Bereits 1991 gründete der damalige Sozialpädagoge gemeinsam mit einem Kollegen den FC zuwebe. Entstanden ist der Verein aus einer Projektarbeit während seiner Ausbildung heraus. Die Idee war von Anfang an klar: eine Fussballmannschaft für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen, professionell begleitet, aber unabhängig von institutionellen Strukturen. «Es ging nie darum, etwas Abgesondertes zu schaffen, sondern Teil des regulären Fussballs zu werden», sagt der 74-jährige Preisträger.

Offizielles Mitglied im Schweizerischen Fussballverband
Dieser Anspruch wurde 2024 Realität. Der FC zuwebe wurde aufgelöst und als Special Team Zug 94 in den FC Zug 94 integriert. Damit ist das Team heute offizielles Mitglied des Schweizerischer Fussballverbands. Für den Initianten ein Meilenstein: «Das war immer das Ziel. Nicht danebenstehen, sondern dazugehören.» Das Special Team Zug 94 zählt rund 25 aktive Spielerinnen und Spieler im Alter zwischen 17 bis 60 Jahren, Frauen und Männer gemischt. Je nach Turnier tritt das Team mit einer oder zwei Mannschaften an. Trainiert wird einmal pro Woche in Inwil. Dabei sind viel Geduld und Herzblut gefragt. «Manchmal braucht es fünf Erklärungen statt zwei. Aber was man zurückbekommt, ist enorm», so Birrer.

Echte Inklusion
Der Fussball bietet den Teilnehmenden weit mehr als sportliche Betätigung. Er schafft Zugehörigkeit, Selbstvertrauen und soziale Teilhabe. Viele Spielerinnen und Spieler sind seit Jahrzehnten dabei. Auch international konnte das Team Erfolge feiern, unter anderem mit der Teilnahme an den World Games in Berlin.

Auszeichnung für langjähriges Engagement
Für sein langjähriges Engagement wurde der ehemalige Baarer, heute in Zug lebende Birrer nun mit dem Prix Panathlon ausgezeichnet.

Die Ehrung sei für ihn eine grosse Anerkennung, sagt er, aber noch kein Endpunkt. Zwar hat er das Präsidium abgegeben. Als Trainer und Bindeglied zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und dem Stammverein bleibt er aber weiterhin aktiv. «Inklusion braucht Zeit. Und Menschen, die dranbleiben.» Der Preis selbst ist nicht dotiert, sondern eher symbolisch. Es ist eine goldene Anstecknadel auf einem kleinen Ständer. Dieser hat nun einen Ehrenplatz in seiner Wohnung gefunden.


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