Baar begrüsst am 1. August «seinen» Bundesrat

  01.07.2026 Gesellschaft

Die Gemeinde hat am Nationalfeiertag mehrfach Grund zur Freude: Sie darf am Geburtstag der Schweiz selbst ein Baarer Jubiläum feiern und ausserdem Martin Pfister als Festredner willkommen heissen.

Die diesjährige Bundesfeier wird in Baar aussergewöhnlich – aus mehreren Gründen. So wird am 1. August nicht nur der Geburtstag der Schweiz, sondern auch «500 Jahre alt fry Baar» gefeiert. Im Jahr 1526 kaufte sich die Gemeinde vom Kloster Kappel los und bestimmte in der Folge selbst, wer in der Kirche St. Martin predigt. Der Loskauf hat zum Selbstverständnis von «alt fry Baar» beigetragen. An der KMU-Ausstellung vom 13. bis 15. März in der Waldmannhalle hat die Gemeinde das Jubiläumsjahr eingeläutet. Mit der 1. August-Feier folgt der zweite Schritt, bevor im Herbst mit dem Theater «Baar am Albis» (siehe Box) das Jubiläumsprogramm abgeschlossen wird.

Der Festplatz wird vergrössert
Zur Vorfreude auf den Nationalfeiertag trägt zudem bei, dass mit Martin Pfister der Baarer Bundesrat seiner Gemeinde die Ehre erweist und die Festrede halten wird. Er wird um 11.30 Uhr zum Nationalfeiertag sprechen. Das Jubiläum «500 Jahre alt fry Baar» nimmt die Gemeinde zum Anlass, den gewohnten Rahmen der 1. August-Feier sowohl zeitlich als auch räumlich zu erweitern. So wird der Festplatz beim Schwesternhaus in Richtung Gemeindesaal vergrössert. Dort wird ein grosses Festzelt aufgestellt, um gerüstet zu sein, sollte das berühmte Baarer Festwetter für einmal ausbleiben. Begonnen wird die Feier bereits um 10 Uhr mit einer ökumenischen Jodlermesse, musikalisch umrahmt vom Jodlerklub Echo Baarburg, der dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern darf. Verstärkt werden die «Baarbürgler» durch Mitglieder des Jodlerklubs Heimelig aus Baar. Anschliessend spielt die Zuger Alphornbläser-Vereinigung. Nach einem von der Gemeinde offerierten Apéro gehört die Bühne Martin Pfister. Danach spielt die Feldmusik Baar die Nationalhymne und ein paar weitere Stücke aus dem Repertoire.

Musik und ein Blick in die Geschichte
Zur musikalischen Unterhaltung tragen auch die «Blaskapelle Windows», die Bläsercombo «Friends Up Anchor» und die Formation «Dixieländler Kunterbunt» bei. Aus kirchlicher und historischer Perspektive blickt Kirchenratspräsident Thomas Inglin um 13.30 Uhr auf «500 Jahre alt fry Baar» zurück. Der Baarer Historiker Stefan Doppmann erzählt um 14 und 15.30 Uhr in der Rathus-Schüür, wie es im Jahr 1526 zum Loskauf gekommen ist und welche Auswirkungen dies auf die Baarer Geschichte hatte. In der Rathus-Schüür sind auch die Originalurkunde des Loskaufs, das älteste Dokument im Archiv der Einwohnergemeinde Baar, sowie weitere historische Informationen zu entdecken.

Ein Fest für die ganze Bevölkerung
Die 1.-August-Feier 2026 bietet aber nicht nur den Erwachsenen Unterhaltung. Clown Bubu, zwei Hüpfburgen und verschiedene Outdoor-Spielsachen der Ludothek sorgen dafür, dass sich auch Kinder rundum wohlfühlen. Für das leibliche Wohl sorgt die Trachtengruppe Baar. In der Festwirtschaft werden Älplermagronen und Würste vom Grill sowie verschiedene Getränke angeboten. Ein Glacéstand und ein Ausschankwagen runden das gastronomische Angebot ab, das auch mit einer Neuheit aus dem Gärkeller der Brauerei Baar aufwarten kann. Mehr sei noch nicht verraten.


«Baar am Albis»: Theater zum 500-Jahr-Jubiläum

Was ein Baarer Hobby-Historiker herausfindet, erschüttert die Gemeinde in ihren Grundfesten: Der Vertrag, der im 13. Jahrhundert die Schenkung der fünf Baarer Dörfer an das Kloster Kappel besiegelt hatte, ist aus heutiger Sicht null und nichtig. Die Gemeinde hätte sich demnach vor 500 Jahren nicht vom Kloster loskaufen müssen und hat heute einen berechtigten Anspruch auf eine Rückzahlung des Kaufpreises – in Form von Geld, Gebäuden oder Land. Dieses Ansinnen präsentieren der Historiker und drei Mitstreitende dem Stimmvolk von Baar an einer Informationsveranstaltung in der Aula Sternmatt. Aber die Motive aller Beteiligten sind so unterschiedlich, dass die Veranstaltung komplett aus dem Ruder läuft.

In der Komödie «Baar am Albis» kommen all die Argumente auf den Tisch, die vor 500 Jahren zur Loslösung der fünf Baarer Dörfer vom Kloster Kappel geführt haben. Nur werden sie umgedreht, zugespitzt und aus heutiger Sicht erzählt – von Persönlichkeiten, die so realistisch gezeichnet sind, dass sie fast in der Nachbarschaft leben könnten. Aber zum Glück nur fast.

Das Theater zu «500 Jahre alt fry Baar» in der Aula Sternmatt 2 feiert am Mittwoch, 21. Oktober, 20 Uhr Premiere. Weitere Aufführungen finden am 22., 23., 24., 25., 28., 29., 30. und 31. Oktober sowie am 1. November statt. Informationen und Tickets gibt’s auf www.theaterbaar.ch.


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