Baarer Vereine folgen der Einladung des Gemeinderates

  08.04.2026 Gesellschaft

Zu einer ersten Vereinskonferenz hatte der Gemeinderat über 130 der total etwa 180 Baarer Vereine eingeladen. 150 Vertreter von 80 Organisationen trafen sich deshalb in der Aula Schulhaus Sennweid, um sich über aktuelle Themen zu informieren.

ERNST BÜRGE

Gemeindepräsident Walter Lipp wies in seiner Begrüssung auf die vielen bilateralen Kontakte mit einzelnen Vereinen hin. Um alle auf den gleichen Stand zu bringen, hatte sich der Gemeinderat zu dieser Form der Zusammenkunft entschieden, die in einem zweijährigen Abstand wiederholt werden soll. Lipp freute sich über das grosse Interesse und meinte auch: «Die Vereine gehören zum lebendigen Baar!» Er wurde begleitet von seiner Ratskollegin, Vizepräsidentin Sonja Zeberg-Langenegger, den Kollegen Hans Küng und Mark Gustafson wie auch von Reto Herger, Florian Bruderer und Thomas Zehnder. Diese referierten zu den einzelnen Themen.

Unterstützung
Die Gemeinde unterstützt die Vereine jährlich mit Beiträgen von insgesamt 700’000 Franken. Zeberg erläuterte, dass diese Summe wiederkehrend sei. Davon gehen 300’000 Franken an die Jugendförderung für Jugendliche von 6 bis 20 Jahren in 25 Vereinen. Bei Jubiläen und Grossanlässen wie Musik-, Schwing- oder weiteren Festen können angemessene Extrabeiträge ausgesprochen werden.

Küng gab Antwort auf die Frage, weshalb dieses Treffen stattfand. Die verschiedenen Möglichkeiten der Unterstützung, sei es finanziell oder auch durch Unterstützung der Infrastruktur, sollen allen offen bekanntgegeben werden. Die einheitliche Gebührenordnung für Räume und Mietmaterial des Werkdienstes ab dem 1. April 2026 schaffe eine klare und einheitliche Neuregelung. Vorderhand bleibt das Material kostenlos, doch würden Kosten transparent ausgewiesen, auch wenn der Rechnungsbetrag Null Franken betrage. Bei Materialien, zum Beispiel Festbankgarnituren, trete die Gemeinde nicht in Konkurrenz mit privaten Firmen.

Prozesse bei Anlassplanung
Zu diesem Thema gab Herger umfassende Auskunft. Zur Vereinfachung der Vorbereitung von Anlässen führt die Gemeinde einen modernen, digitalen Prozess ein. So können Gesuche um Raumreservationen für grössere Events bis zu 550 Tage im Voraus eingereicht werden. Bruderer ergänzte dazu die Möglichkeiten der Materialbestellung, welche ebenfalls auf digitalem Weg eingereicht werden können. Dazu wurde das Vorgehen auf der Homepage der Gemeinde vorgestellt, wo alle erforderlichen Formulare und Anweisungen ersichtlich sind.

Chilbi und Fasnacht
Chilbi und Fasnacht sind ein fester Bestandteil der Baarer Kultur. Die Vizepräsidentin erläuterte, dass die Platzmiete von zwei Franken pro Quadratmeter und Tag weiterhin gelte. Diese sei seit etwa 30 Jahren gleich und decke die Kosten bei Weitem nicht ab. Denn WC-Reinigung, Abfallentsorgung, Platzreinigung, Verkehrs- und Sicherheitsdienste wie auch die Leistungen des Werkdienstes samt Schlussreinigung seien in der Miete inbegriffen. Die Gemeinde will hier keinen Gewinn erzielen, denn Fasnacht und Chilbi liegen auch dem Gemeinderat am Herzen. Es sei zudem ein starkes Zeichen für die hohe Wertschätzung und damit Unterstützung der lokalen Vereine.

Für Gemeindepräsident Lipp waren all diese Ausführungen der Weg zu einem gemeinsamen Ziel: «Wir wollen eine lebendige, moderne und gut unterstützte Vereinslandschaft.»

Fragerunde
Auf verschiedene, im Vorfeld und am Abend eingereichte Fragen gaben die anwesenden Gemeindevertreter umfassend Auskunft. So wird der Gemeindesaal weiterhin nicht kostenlos zur Verfügung gestellt, die Gebühren sind allerdings nicht kostendeckend. Für Materialdepots von Vereinen kann die Gemeinde nur beschränkt Platz zur Verfügung stellen. Fasnachtswagen unterzubringen sei leider nicht möglich. Zur Frage von Brandschutzvorschriften wurde auf die Kantonale Gebäudeversicherung verwiesen, da dies in deren Zuständigkeit fällt. An Chilbi und Fasnacht sollen Barwagen an allen drei Tagen betrieben werden, denn nur am Samstag und Sonntag zu öffnen, entspreche nicht dem Charakter dieser Anlässe.

Mit grossem Applaus dankten alle Anwesenden dem Gemeinderat von Baar für die grosse Unterstützung und sehr angenehme Zusammenarbeit.

Lipp lobte die Kooperation ebenfalls und lud alle zum anschliessenden Apéro ein, wo viele Kontakte weiter gepflegt und auch neu geknüpft wurden.


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