Weitere Abklärungen wegen PFAS-Fund

  22.04.2026 Natur/Umwelt

Beim Pfadiheim sind erhöhte Werte von PFAS festgestellt worden. Trotzdem besteht laut Behörden kein akuter Handlungsbedarf. Die Gemeinde geht davon aus, dass es möglicherweise weitere belastete Standorte gibt.

RAHEL HEGGLIN

Die sogenannten «Ewigkeitschemikalien» wurden erstmals im Jahr 2024 im Rahmen einer technischen Untersuchung der ehemaligen Deponie Jöchler entdeckt. Auf diesem Gelände steht unter anderem auch das Pfadiheim. «Aufgrund der Ergebnisse wurden im Jahr 2025 weitere Proben genommen, welche die Befunde bestätigten», erklärt Gemeinderätin Sonja Zeberg-Langenegger. Trotz der erhöhten Werte sehen die zuständigen Behörden aber keinen akuten Handlungsbedarf. «Das kantonale Amt für Umwelt

(AFU) beurteilt nach Rücksprache mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) die gemessenen Werte so, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden und kein Sanierungsbedarf besteht», sagt Zeberg-Langenegger weiter. Dieser Entscheid ist laut Gemeinde vor allem darauf zurückzuführen, dass sich dort keine Kleinkinder unter drei Jahren regelmässig aufhalten. «Ein Risiko bestünde insbesondere bei der oralen Aufnahme von Bodenpartikeln, welche jedoch bei Kindern über drei Jahren gemäss AFU und BAFU vernachlässigbar ist.» Das Gelände beim Pfadiheim werde nicht als klassische Spielfläche von Kleinkinder genutzt.

Pfadi ist informiert
Auch für den laufenden Betrieb des Pfadiheims hat die Situation derzeit keine Konsequenzen, wie Aline Bieri-Sägesser vom Verein sagt. «Da alle Auflagen des Bundesamts für Umwelt erfüllt sind, müssen keine Massnahmen getroffen werden.» Der Verein war im Februar dieses Jahres vom kantonalen Amt für Umwelt über die erhöhten Werte informiert worden. In der Folge wurde Kontakt mit der Gemeinde aufgenommen, um das weitere Vorgehen zu klären. Ausserdem wurden die Leiterinnen und Leiter informiert. Nicht aber die Eltern der Pfadikinder: «Weil keine Gefahr besteht und weil der Pfadibetrieb unverändert weitergeführt werden kann, gab es für den Verein Pfadiheim keinen Anlass, die Eltern zu informieren», erklärt Bieri-Sägesser. Auch seien dem Verein keine Sorgen zu den PFAS-Befunden aus dem Pfadi-Umfeld bekannt. Dennoch werde man mit der Gemeinde, den Fachleuten und dem kantonalen Amt für Umwelt eng zusammenarbeiten, sollten Schutzmassnahmen vorgeschrieben werden.

Ursache unklar
Woher die PFAS-Belastung stammt, ist bislang nicht geklärt. Die Untersuchungen bei der ehemaligen Deponie Jöchler haben ergeben, dass diese nicht als Quelle infrage kommt. Auch Hinweise auf frühere Feuerwehrübungen oder industrielle Nutzung liegen nicht vor. «Die Gemeinde ist für Hinweise aus der Bevölkerung dankbar, die zur Klärung der Herkunft beitragen», sagt Zeberg-Langenegger. Der Kanton wird nun weitere Proben vornehmen, um die belastete Fläche einzugrenzen. Diese Abklärungen weiten sich auch auf den Grundwasserbereich aus, wie die Gemeinderätin angibt: «Da im Grundwasserzustrom der Spielwiese ebenfalls eine PFAS-Belastung festgestellt wurde, erhofft sich die Gemeinde so Aufschluss über die Herkunft der Belastung.»

Mögliche Sanierungsmassnahmen noch nicht definiert
In einem nächsten Schritt soll also die räumliche Eingrenzung der Belastung genauer bestimmt werden. Erst danach können allfällige Sanierungsmassnahmen, deren Dauer sowie die Kosten abgeschätzt werden. Die Vereinspräsidentin bekräftigt, dass der Verein Pfadiheim Baar in direktem Austausch mit der Gemeinde ist und die weiteren Abklärungen abwartet: «Sollten die Untersuchungen zeigen, dass eine Sanierung der Wiese notwendig ist, würde die Pfadi dies sehr unterstützen.»

belastete Standorte möglich
Klar ist hingegen, dass in Baar weitere potenziell belastete Standorte nicht ausgeschlossen sind. Der Kanton Zug arbeitet derzeit daran, den Kataster der belasteten Standorte zu ergänzen. Dabei stehen insbesondere Orte im Fokus, an denen früher Löschschaum eingesetzt wurden. «Hierzu fanden im vergangenen Jahr bei der Gemeinde und der Feuerwehr Baar Erhebungen statt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass weitere möglicherweise belastete Standorte hinzukommen», sagt Zeberg-Langenegger.

Bis neue Erkenntnisse vorliegen, bleibt die Situation beim Pfadiheim unverändert.


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