Durchzogener Auftakt in die Marktsaison
06.05.2026 GesellschaftMit dem ersten Flohmarkt der Saison und «Hallo Frühling» ist Baar in die Marktsaison gestartet. Doch bei beiden Märkten war das Publikum wenig kauffreudig oder fast nicht präsent. Bei «Hallo Frühling» müssen die Verantwortlichen über die Bücher.
RAHEL HEGGLIN
Bei strahlendem Sonnenschein ging am Samstag, 24. April der erste Flohmarkt der Saison über die Bühne. Besuchende nutzten das warme Frühlingswetter, um zwischen den Ständen zu schlendern und nach kleinen Schätzen zu suchen. Besonders am Vormittag herrschte Betrieb.
Neues Angebot
Rund 70 Standbetreibende waren anwesend. «Wie immer boten wir Stände zum selber Aufbauen an oder verlangten eine Standgebühr für solche, die ihren eigenen Stand mitnahmen», erklärt Mirjam Iten, die das Marktwesen bei der Gemeinde zusammen mit Thomas Huber verantwortet. In diesem Jahr gab es zusätzlich etwas Neues: «Zum ersten Mal konnten Festbankgarnituren unter dem grossen Sonnenschirm gebucht werden. Wir haben gemerkt, dass dies ebenfalls ein Bedürfnis ist, dem wir nachkommen wollten», erzählt Iten. So gab es verschieden grosse Stände mit unterschiedlichen Waren. Einige verkauften Haushaltungssachen, andere Kleider oder Spielsachen und wiederum andere Bücher oder Antiquitäten.
Keine Anpassungen nach Umfrage
Zu den Verkäufen ziehen die Standbetreibenden ein durchzogenes Fazit: «Vor allem bis nach dem Mittag lief es gut. Da konnten wir einiges verkaufen», sagt etwa Robert Keller, der einen Stand mit Militärund antiken Sachen betrieb. Langjährige Verkäufer berichten jedoch, dass sich das Kaufverhalten verändert hat. «Früher war die Kundschaft deutlich kauffreudiger», meinte einer. Heute würden viele den Wert der angebotenen Waren weniger schätzen und seien nicht mehr bereit, einen aus ihrer Sicht fairen Preis zu bezahlen. Auch Iten hat davon gehört, sagt aber, dass das Phänomen bereits seit ein paar Jahren besteht. «Ich gehe davon aus, dass die Spontaneinkäufer nicht mehr so präsent sind, weil auch das Portemonnaie nicht mehr so locker sitzt. Nichts destotrotz sind wir mit dem Marktauftakt zufrieden. Die Leute waren da, und das Wetter hat auch gestimmt.»
Im vergangenen Jahr führte die Gemeinde eine Umfrage unter den Verkäufern durch, um zu klären, ob Anpassungen am zeitlichen Angebot notwendig sind. «Die Umfrage hat jedoch gezeigt, dass die Standbetreibenden mit den bestehenden Zeiten zufrieden sind», so Iten.
Bewährte Zeiten auch für «Hallo Frühling»
Der Flohmarkt fand also wie bis anhin von 8.30 bis am Nachmittag um 16 Uhr statt. Diese Zeiten wurden auch für die dritte Ausgabe von «Hallo Frühling» übernommen. «Hallo Frühling» ist eine Mischung aus Markt, Messe und Begegnungsort. Hier können Angebote entdeckt werden, auf die man nach den kalten und grauen Wintertage wieder Lust hat. So zum Beispiel gab es Stände mit Pflanzenzwiebeln, Dekorationsartikeln oder Putzmitteln. So wie bei Sophie Imfanger, die ein grosses Angebot an Lappen und Mitteln anbot. «Es gab am Vormittag eine Phase, da konnten wir gut verkaufen», erklärte sie. Aber leider war diese Phase nur von kurzer Dauer, und so standen viele Betreibende ohne Interessenten hinter ihren Ständen. «Der Markt ist schön aufgestellt, die Organisatoren haben sich Mühe gegeben, aber wenn keine Kundschaft da ist, macht es wenig Sinn für uns», erklärte eine Standbetreiberin, die italienische Delikatessen anbot. Auch Iten ist über das fehlende Publikum wenig erfreut. «In diesem Jahr stimmte aus unserer Sicht alles, was es für eine gelungene Ausgabe von ‹Hallo Frühling› bräuchte. Wir hatten ein durchmischtes Angebot und gutes Wetter.» An was es liegt, das werden die Verantwortlichen in den kommenden Tagen und Wochen analysieren. Ob «Hallo Frühling» nur angepasst oder sogar ganz abgeschafft wird, wird sich zeigen.



