Kreativität zum Ausprobieren und Mitmachen

  06.05.2026 Kinder

Beim Kinderkulturtag entdeckten Kinder zwischen Bastelmaterialien, Theaterbühne und Spraydose neue Welten und vielleicht sogar ihr nächstes Hobby. Alle Angebote waren kostenlos und sollen niederschwellig den Zugang zu Neuem öffnen.

RAHEL HEGGLIN

Wenn sich auf dem Areal der Schule Dorfmatt Kinder über Specksteine beugen, erste Graffiti sprühen oder konzentriert an kleinen Schminkkunstwerken arbeiten, dann ist in Baar wieder Kinderkulturtag. Ein Anlass, der sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des lokalen Veranstaltungskalenders entwickelt hat. Zum Gelingen beigetragen hat auch das schöne Wetter.

Kinder in kurzen Hosen und T-Shirts tummelten sich mit ihren Familien auf dem Pausenplatz, sassen an den Festbankgarnituren, verpflegten sich von den Foodständen und probierten die Angebote aus. Das Konzept des Kinderkulturtages beschreibt Ferhat Civrilli, Fachstellenleiter Kind und Jugend, folgendermassen: «Es geht darum, den Kindern einen Zugang zu Tätigkeiten zu ermöglichen, die sie vielleicht im Alltag oder im Schulalltag nicht erleben. Deshalb wollen wir, dass sie mitmachen und nicht nur zuschauen.» Er ist also eine Art offene Werkstatt, in der Kinder selbst aktiv werden.

Unterschiedliche Angebote
Neben Bastelangeboten wie Specksteinschleifen oder «Art auf alle Art» fanden sich auch bewegungsintensive Formate wie Parkour oder Theater. Andere Angebote setzten auf Nachhaltigkeit, so wie etwa beim Upcycling von Milchtüten. Wieder andere schlugen eine Brücke zur Literatur und Integration, so wie bei «Schenk mir eine Geschichte». Dabei werden Geschichten in verschiedenen Sprachen erzählt.

Richtig heiss wurde es am Stand des Vereins Robi Baar. An einem riesigen Feuer durften sich die Kinder und ihre Angehörigen Schlangenbrote oder Marshmallows grillieren. Kreativität war beim Stand «Plappern mit Papier» gefragt. Viele alte Zeitungen luden ein, etwas daraus zu basteln. So kam beispielsweise eine Überdachung für einen Liegestuhl zustande, oder ein kleines Planschbecken wurde mit Zeitungskrugel gefüllt. Unzählige weitere Stände, wie von der Ludothek oder vom K’Werk, waren ebenfalls mit spannenden Angeboten vor Ort.

Engagement aus der ganzen Gemeinde
Am Kinderkulturtag beteiligen sich verschiedene Vereine und Institutionen. Für viele ist der Anlass eine Gelegenheit, ihre Arbeit sichtbar und leichter zugänglich zu machen. Bei der Offenen Arbeit mit Kindern (OAK) können sich junge Treffpunktbesuchende in der Betriebsgruppe engagieren. Etwa beim Kiosk. «Dann entscheiden sie mit, welches Sortiment angeboten wird», erzählt Civrilli. Wenn es dann um den Kinderkulturtag geht, dürfen diese Kinder auch hinter einem Stand stehen und beispielsweise Waffeln verkaufen. «Das ist toll. Mit diesen Aufgaben übernehmen sie Verantwortung und erhalten einen Einblick in ein neues Lernfeld.»

Neue Angebote und Anpassungen
Die Angebote beim Kinderkulturtag werden jedes Jahr weiterentwickelt oder angepasst. So wie etwa beim beliebten Kinderschminken. «Bisher wurden die Kindern von zwei Profis geschminkt. Bei der diesjährigen Durchführung schminkten Teenager die jüngeren Kinder oder diese schminkten sich und ihre Gspändli gleich selbst.» Neu mit dabei war auch die Pfadi. Sie brachte den Kindern verschiedene Knöpfe bei oder zeigte, wie man ein Zelt aufstellt.

Angenehme Besucherzahl
Die Zielgruppe liegt offiziell bei Kindern zwischen acht und zwölf Jahren. Doch der Anlass war für alle offen. Auch jüngere Geschwister oder Eltern waren anwesend und betätigten sich kreativ bei den verschiedenen Wirkungsstätten. Mit der Besucheranzahl war Civrilli zufrieden: «Der warme Frühlingstag lockte Leute an, was uns sehr freute. Es hätten bisschen mehr sein können.»

Familien, die den Kinderkulturtag am Samstag verpasst haben, haben wieder in zwei Jahren die Möglichkeit, sich daran zu beteiligen.


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