Die Schule braucht den Kindergarten Blumenweg nicht
17.06.2026 BildungAuch im nächsten Schuljahr bleibt das Kindergartengebäude am Blumenweg unbenutzt. Die Gemeinde prüft deshalb andere kurz- oder langfristige Nutzungsoptionen.
FRANZ LUSTENBERGER
Kein Kinderlachen, kein Basteln oder Singen im Gebäude, kein übermütiges Herumtollen im dazugehörigen Spielplatz. Der Kindergarten Blumenweg wird auch im nächsten Schuljahr von der Abteilung Schule nicht gebraucht. Bereits im laufenden Schuljahr blieb das Gebäude unbenutzt (BaarerZytig vom 21. Mai 2025). Grund damals: Es gab zu wenig Anmeldungen von Kindern, für die der Kindergarten Blumenweg nach den Kriterien der Gemeinde als Standort infrage kam. Zu den Kriterien gehören etwa die Erreichbarkeit zu Fuss, die Vermeidung von Querungen von stark befahrenen Strassen, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Kindern im ersten, respektive im zweiten Kindergartenjahr und eine ausgeglichene Verteilung von Mädchen und Knaben.
Daran hat sich für das neue Schuljahr 26/27 nichts geändert. Schulpräsident Vital Hotz: «Im Einzugsgebiet des Quartierkindergartens Blumenweg hat es auch im kommenden Schuljahr zu wenig Kinder im ersten und zweiten Kindergartenjahr, um eine vollständige Kindergartenklasse führen zu können.» Kinder aus dem Quartier Albisstrasse/Schützenstrasse besuchen den Kindergarten Früeberg. Wenn möglich, werden Kinder aus dem gleichen Wohngebiet auch der gleichen Kindergartenklasse zugeteilt.
Mittel- und langfristig kein Bedarf
Die aktuelle Schulraumplanung weist für das Einzugsgebiet Sennweid für die nächsten zehn Jahre rund 55 bis 60 Kinder im Kindergartenalter aus. Die Kindergärten Sennweid, Schutzengel und Sagenbrugg seien ausreichend. Schulpräsident Hotz folgert: «Daher ist davon auszugehen, dass der Kindergarten Blumenweg mittel- bis langfristig nicht wiedereröffnet wird.» Das ist aber nicht als generelle Absage an Kindergärten in den Quartieren zu verstehen. «Der Quartierkindergarten unterstützt das soziale Miteinander und führt zu kurzen Schulwegen.» Auch in Zukunft würden an den Schulen Baar Kindergärten in einzelnen Quartieren geführt.
Alternative Nutzung wird geprüft
Die Abteilung Liegenschaften/Sport hält fest: Langfristig sei es wichtig, die Nutzungsflexibilität des Standorts zu erhalten, damit das Gebäude bei einem künftigen Bedarf auch wieder schulisch genutzt werden könnte. Im Klartext: Es sind keine festen Veränderungen im Hinblick auf eine andere Nutzung des Gebäudes vorgesehen. Aber, so Gemeinderätin Sonja Zeberg-Langenegger: «Unabhängig davon werden mögliche kurz- oder langfristige Nutzungsoptionen geprüft.»
Gemeinde intern würden Gespräche geführt und über Ideen beraten. Im Fokus stehe «eine möglichst sinnvolle Nutzung, die dem Quartier und der Bevölkerung einen Mehrwert bietet.» Der Aussenbereich sei zugänglich. «Der bestehende Spielplatz ist nach wie vor geöffnet und kann wie bisher genutzt werden.» Die Gemeinde verknüpft diese Öffnung allerdings mit der Bedingung, dass der Aussenplatz ordnungsgemäss und rücksichtsvoll genutzt wird. Jedenfalls kann der Spielplatz mit den schattenspendenden Bäumen bespielt werden. Ein Teil der Anlage steht der Öffentlichkeit und dem Quartier also zur Verfügung.


