Baar heisst die Neuzugezogenen willkommen
26.08.2026 GesellschaftEs ist eine Baarer Tradition, dass alle Leute, die von irgendwoher im Laufe eines Jahres in unser Dorf gezogen sind, vom Gemeinderat zu einer gemeinsamen Begegnung eingeladen werden. Dies geschieht jeweils im August am ersten Dienstag nach den Schulferien.
ERNST BÜRGE
So konnte Gemeindepräsident Walter Lipp gut 190 Personen vor dem Gemeindehaus begrüssen, um ihnen vor einem kurzen Rundgang Baar vorzustellen. Zurzeit zählt die Gemeinde etwa 25’000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie rund 26’000 Arbeitsplätze. Obwohl Baar sich seit 1963 Stadt nennen könnte, bleibt Baar mit seinen fünf Ortsteilen Allenwinden, Blickensdorf, Inwil, Zentrum und Sihlbrugg ein Dorf.
Hier wird auch weiterhin die direkte Demokratie gelebt, und so lud Lipp alle ein, an der nächsten Gemeindeversammlung vom 10. September teilzunehmen: «Machen Sie mit in unserer Gemeinschaft!»
Ein kurzer Gang durch das Dorfzentrum
Aufgeteilt in sprachliche Gruppen – schweizerdeutsch, hochdeutsch und englisch – führten Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung die Anwesenden durch markante Örtlichkeiten des Baarer Zentrums. Direkt bei Gemeindehaus und Rathaus gab es einen ersten Überblick zu den Amtsstellen, zur Bibliothek und Ludothek und zum kulturellen Treffpunkt «Rathus-Schüür» mit seinen verschiedensten Veranstaltungen und dem Samstigmärt. Der Fellmannpark erinnert noch immer an den Baarer Komponisten vieler Jodellieder, Robert Fellmann. Ein weiterer Blick ging zum Bahnhof mit den zahlreichen Zug- und Busverbindungen nach überallhin. Hier sei in Zukunft ein grösserer Ausbau geplant, der Zimmerbergtunnel werde die Verbindung nach Zürich verkürzen, dazu werde auch der Busbereich stark ausgeweitet, wurde informiert.
Der Martinspark bot Gelegenheit, auf die Alters- und Pflegeheime und deren weitere Entwicklung hinzuweisen. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe liegt das Kantonsspital. Da bereits vorher nach den ältesten Gebäuden des Dorfes gefragt wurde, wurden die nächsten Schritte zur katholischen Pfarrkirche St. Martin gelenkt.
Der Kirchturm aus dem 11./12. Jahrhundert ist das älteste noch bestehende Bauwerk, welches samt dem Kirchenbau im Laufe der Zeit mehrmals erneuert wurde. Hier konnte zudem kurz über die Tätigkeit der reformierten und der katholischen Pfarrei informiert werden. Erwähnung fand auch, dass in Blickensdorf eine Moschee den muslimischen Gläubigen offensteht.
Woher kommen Sie?
Unterwegs und beim anschliessenden Apéro war es sehr spannend zu erfahren, woher die anwesenden Leute kommen. Mehrere waren aus Baar weggezogen und seit letztem Herbst wieder hierher zurückgekehrt. Antonio aus Italien ist Forscher an der ETH in Zürich, doch geniesst er nach dem dortigen Stadtleben die ruhige Lage in Baar. Auch der Pole Jan, Rechtsanwalt, arbeitet in Zürich und schätzt in Baar die netten Leute und die Sauberkeit.
Weiter war zu hören: «Baar ist ruhig und lebendig!» Den Stuttgartern gefällt die Lage und die Nähe zu vielen Seen. Auch die Zuzüger aus den Philippinen und aus Griechenland fühlen sich hier wohl. Ihre Kinder besuchen zudem die Schulen im Dorf. Nikolaj aus Tschechien fühlt sich bestens aufgenommen, er gehöre bereits zum Baarer Inventar. Die Events hier, die Leute, die Restaurants und Bars, alles sei ein Heimkommen. Spontan bekundete er sein Interesse an der Feuerwehr und schrieb sich für einen unverbindlichen Informationsanlass ein.
Um über die Baarer Schulen zu informieren, war das Sternmattareal der ideale Platz. Hier sind gerade verschiedene Bauarbeiten im Gange. Gebäude werden renoviert und weitere Bauten sind im Entstehen begriffen, um den über 2’600 Schülern von Kindergarten bis Oberstufe bestmögliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Dies erfolgt auch in den Schulen im Wiesental, in Inwil und in Allenwinden.
Nach diesen ersten Eindrücken kehrten alle Gruppen zum Schulhaus Marktgasse zurück. Dort stellte der Gemeindepräsident kurz und humorvoll seine Ratskolleginnen und -kollegen vor, dazu auch die Mitglieder der Geschäftsleitung. Und wie es sich für einen rechten Baarer Anlass gehört, lud Lipp alle Anwesenden zum Apéro ein. Dieser bot beste Gelegenheit, einander näher kennen zu lernen und neue Bande zu knüpfen.




