Die Pfadi Baar feiert mitten im Dorf
23.09.2026 Gesellschaft70 Jahre sind kein runder Geburtstag. 70 Jahre sind aber Anlass genug, um mit Kindern, Jugendlichen, Familien, Ehemaligen und der ganzen Bevölkerung ein Fest zu feiern.
FRANZ LUSTENBERGER
Die Festwirtschaft zwischen Schulhaus Marktgasse, Schwesternhaus und Rathus-Schüür gehört zu Baar wie das schöne Wetter bei einem Anlass. Vieles war am Samstag aber anders: ein Zelt zum Schlafen, ein Feuer für Schlangenbrot, ein Postenlauf, der viel Geschicklichkeit verlangte, und Bastelmöglichkeiten. Kurz – die Pfadi Baar hat an ihrem Fest die ganze Palette ihrer Tätigkeiten vorgestellt und zum Mitmachen animiert.
Aurelia und Matija, beide bei den Biberli, also den Jüngsten ab dem Kindergartenalter, backten ihr Schlangenbrot und erzählten davon, was ihnen Spass macht: «Bräteln, im Wald sein, spielen und die Wasserschlacht». Im Vordergrund steht das Zusammensein mit ihren «Gschpänli», jeweils am Samstagnachmittag. Auf die Kameradschaft weist auch Damian Hotz («Morpho») hin, der in den 70er Jahren aktiv war. Er erinnert sich besonders an die Sommerlager – etwa an das Flosslager auf dem Lac de Gruyère mit den selbst zusammengebauten Flossen und den eigens hergestellten Schwimmwesten aus Styropor, oder an eine grosse Bergtour auf das Hockenhorn im Lötschental. «Abenteuer gehören zur Pfadi.»
Aktivitäten und Erinnerungen
An zwölf Posten konnten die Kinder ihre Talente und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Höchste Konzentration war beim klassischen Büchsenwerfen angesagt oder bei der Suche nach Zündhölzern in einer Kiste mit Papierschnitzeln.
Fehlen durfte auch ein grosses Mikado-Spiel nicht und der Wackelturm, der ein feines Händchen benötigt. Daneben gab ein kleines Sommerlager einen Einblick in das Highlight eines jeden Pfadijahres.
Die Pfadi Baar ist beliebt, darauf weist Vereinspräsident Simon Uster («Fennek») hin: «Wir zählen derzeit 321 aktive Kinder und Jugendliche, Tendenz steigend.» Er betont die Möglichkeiten, die Kinder in der Pfadi haben: Neben den Erlebnissen in der Natur und der Zusammengehörigkeit in den Fähnlis und Gruppen seien es vor allem die «Freiheiten, die junge Menschen ausleben können und die frühe Übernahme von Verantwortung». Gerade Letzteres betonte auch Philip Büttiker («Ares»). In der Pfadi würden die Stärken der Kinder gefördert.
Viele Ehemalige, die sich an den Tischen angeregt unterhielten, bezeichneten die Sommerlager als wichtige Erlebnisse. Auf Fotowänden draussen sowie mit Diashows und Videos im Schwesternhaus konnten sie die vergangenen gemeinsamen Zeiten wieder aufleben lassen. Besonders in Erinnerung blieben die Lager im Ausland – etwa in Schweden, Österreich oder Dänemark – und die grossen Bundeslager rund um den Napf (1994), in der Linthebene (2008) oder als letztes im Goms (2022) mit über 30’000 Teilnehmenden aus dem In- und Ausland.
Das Jubiläumsfest der Pfadi Baar hat eines gezeigt: Es entstanden in der Vergangenheit und entstehen auch in Zukunft «Freundschaften fürs Leben».
Fakten und Zahlen
Die Pfadi Baar zählt im Jubiläumsjahr 321 aktive Mitglieder in den Stufen Biber, Wolf, Pfadi, Pio, Rover und Leitung; dazu kommt die kantonale PTA (Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen). Die Pfadi ist mit über 50’000 Mitgliedern die grösste Kinder- und Jugendorganisation der Schweiz. Gleichzeitig ist sie Teil der internationalen Pfadibewegung, die rund 60 Millionen Mitglieder in 170 Ländern zählt.




