Baar am Albis – das Theater zum Jubiläum
21.10.2026 GesellschaftEs ist nunmehr allgemein bekannt, dass sich vor genau 500 Jahren Baar vom Kloster Kappel losgekauft hat. Dies war für das Theater Baar zusammen mit den Baarer Einwohner-, Kirch- und Bürgergemeinden ein Grund, das Projekt «Baar am Albis» zu starten. Nach intensiver Probenarbeit wird die Komödie ab heute Mittwoch, 21. Oktober in zehn Aufführungen dem Publikum präsentiert.
ERNST BÜRGE
War der Vertrag über die Ablösung vom Kloster Kappel überhaupt rechtsgültig? Musste dafür wirklich die Summe von 3’300 Gulden nach Zürich gebracht werden? Das Kloster war ja bereits im Rahmen der Reformation aufgehoben worden. Dieser Frage hatte sich der Baarer Hobby-Historiker Dr. Bruno Knüsel (Marcel de Sepibus) angenommen und war zum Ergebnis gekommen, dass aus heutiger Sicht alles null und nichtig sei. Da wird aus den damals bezahlten Gulden heute mit Zins und Zinseszins eine gewaltige Frankensumme.
Die Vorgeschichte
Um dieses Ereignis darstellen zu können, wurde der Verein «Alt Fry Baar» gegründet. Man trug Ideen zusammen und setzte das Projekt mit professioneller Unterstützung um. Mit Domenico Blass wurde ein Autor gefunden, der die Geschichte humorvoll und spannend erzählen konnte. Er befasste sich äusserst intensiv mit dem Ganzen, führte viele Gespräche mit Leuten aus Baar und holte weitere Recherchen ein. Die historischen Gegebenheiten und Verträge mussten einbezogen werden, und auch das heutige Baarer Leben floss in den Skript ein. Blass, der Zürcher, hatte vorher keinen Bezug zu Baar, er fühlt sich nach allen Recherchen und dem Umsetzen heute selbst als «fast Baarer».
Das Spiel
Zu viel sei hier nicht verraten, denn in den vielen, in rascher Folge wechselnden Szenen geben die Akteure alles. Hier wird Baar von der Gemeindepräsidentin Anna Wiss Bieri (Miriam Meienberg) geführt. Dass ihr Ehemann Heinz Bieri-Wiss (Thomas Inglin) als Bauunternehmer höchstes Interesse hat, dass Baar sogar das Kloster Kappel samt 35’000 Hektaren bekommen könnte, sorgt für einige Turbulenzen. Involviert in das Ganze ist ebenfalls Tochter Sonja Bieri (Bianca Schilter), eine gewiefte Anwältin. Sie muss zudem dafür sorgen, dass es zu keinen Interessenkonflikten kommt. Typisch Baar ist mit Jane Williams (Diana Stadelmann) eine Expat aus Amerika dabei, die Baarerin (Jeannine Lütolf) zankt sich mit dem Zuger (Marco Hungerbühler) in gewohnter nachbarschaftlicher Manier. Mit Corinne Schumpf als Chorleiterin, Nadine Seiler als Anwaltsassistentin, dem Geschäftsmann Oliver Staubli und Nepita Santiago in einer Bundesratsrolle sind weitere Protagonisten ins heitere Geschehen eingebunden. Der Regisseur Rolf Sommer hat die ganze Geschichte auf beste Art umgesetzt und rassigen Fluss ins Spiel eingebracht.
Stimmen der Beteiligten
Die Produktionsleiterin Esther Friederich und das Team konnten sich mit der Aula Sternmatt II arrangieren. Sie kennt die Gründe, warum die Aufführungen nicht im Gemeindesaal stattfinden. Dies wird übrigens im Spiel aufgeklärt. Sie freut sich zudem am tollen Engagement aller Beteiligten, das sei top!
Die Spieler Bianca Schilter, Thomas Inglin und Jeannine Lütolf freuen sich am grossartigen Produktionsteam im Hintergrund, sie alle können das Spiel geniessen. Es sei zudem attraktiv, dass eine Anwältin und eine Gemeindepräsidentin integriert seien. Diese hat weiter ein markantes und zu Baar passendes Schlusswort am Ende des Spiels: «Mier läbid zäme in Baar. Und mier bestimmid zäme, wie das Läbe sell uusgseh!»
Und letztlich gibt es nur eines: Geht alle zu «Baar am Albis» und geniesst einen allerbestens inszenierten Abend!


