Begeisterung für die Kraft der Sonne

  20.05.2026 Natur/Umwelt

Umwelt Der jährliche «Tag der Sonne» soll schweizweit über die Möglichkeiten der Nutzung von Sonnenenergie informieren. Die Fachstelle «Energie & Umwelt» der Gemeinde Baar lud heuer ins Schulhaus Sternmatt I ein.

ANNETTE KÜSSEL

«Wie viele Quadratmeter Solarzellen sind für unseren Verbrauch optimal?» Der Familienvater aus Allenwinden ist mit sehr konkreten Fragen nach Baar gekommen. Bei seinem Haus im Westland steht eine Renovation an, und er hofft, dass er heute ein Wissen komplettieren kann. Sorgfältig studiert er die aufgestellten Schautafeln und wartet geduldig, dass die erste Führung beginnt.

Adrian Koch, Projektleiter der Fachstelle Energie & Umwelt, hat den Anlass organisiert. Schon länger währt die Gemeinde Baar Energieförderbeiträge für Massnahmen in der Gebäudehülle und zur Solartermie. Per 2025 wurden auch Photovoltaik an der Fassade, Photovoltaik auf dem Gründach, Batteriespeicher und Energiemanagementsysteme in der Förderkatalog aufgenommen. Derzeit wird etwa ein Fördergesuch pro Woche bei der Fachstelle Energie & Umwelt eingereicht. Koch hofft, dass der heutige Anlass noch mehr Hausbesitzer und Mieterinnen motivieren kann, in Solarenergie zu investieren.

Informationsanlass mit Sommerfestatmosphäre

Damit es am «Tag der Sonne» nicht beim Abholen von Förderanträgen allein und den Anschauen der ausgegeben sehr ansprechenden Schautafeln der Gemeinde bleibt, hat Koch die Firma Tresolar AG ins Boot geholt. Diese war beim Bau des neuen Schulhauses Sternmatt I für die Photovoltaik verantwortlich. Inhaber Hanspeter Henggeler und Angela Deutinger, Mitglied der Geschäftsleitung, werden an diesem Tag viermal durch den Neubau führen, ihr Wissen mit den Besuchern teilen und allfällige Fragen beantworten.

Doch im Moment ist alles noch eher ruhig. Die ersten Interessierten schlendern durch Schulhof und Aula, letzte Vorbereitungen laufen. Nur im Solargirl gibt es schon zur Sache: Ein Blech Muffins sonst sich hinter einer Scheibe. Der Teig hebt sich langsam und verströmt den herrlichen Duft von frisch gebackenem.

Auf den anderen Hofseite stehen zwei Praktikanten (und künftige Lernende) der Tresolar AG an einem Tisch bereit, um mit den jüngsten Gästen «Mini-Solargirls» aus Pappe und Folie zu bauen: Solaranlage zum Selbermachen.

Spannende Führungen durchs Schulhaus

In fachkundiger Begleitung steigen die Besucher der Führung hoch hinauf aufs Dach des neuen Schulhauses Sternmatt I und tief hinunter in seine Räume für Elektrotechnik, Lüftung und Heizung. Henggeler und Deutinger sind gut informiert, nicht nur zu Fragen der Solarenergie, sondern auch zur Architektur des Gebäudes und den verwendeten Materialien.

Die letzten Meter bis zum Dach müssen per Leiter überwunden werden. Doch der Balanceakt lohnt sich. Die Aussicht ist beeindruckend, und die Photovoltaikanlage noch mehr. Knapp 500 Module à 1.10 mal 1.70 Meter Grösse wurden auf den Dächern Schulhauses montiert – um riesige Fläche, mit deren Leistung man den jährlichen Energiebedarf von rund 25 Einfamilienhäusern stillen könnte.

Die Besucher erfahren viel über Funktionsweise, Lebensdauer, Produktions, Leistung, Unterhalt und Hagelfestigkeit der Module. Verwechslungsgefahr vermeiden, diskutiert und auch der Denkmalschutz ist ein Thema. Dachziegel sind relativ ineffizient – nur etwa zwei Drittel der Fläche können für Photovoltaik genutzt werden. Deshalb experimentieren die Hersteller heute mit Farben, und es gibt inzwischen auch Solarmodule in dem typischen Ziegelrot. Allerdings würden im Kanton Zug, sagt Henggeler, aus Platzgründen fast nur Flachdächer gebaut. Da spielt die Farbe dann keine Rolle.

 

Etwa 80 Interessierte sind am «Tag der Sonne» ins Schulhaus Sternmatt gekommen. Organisator Koch zeigt sich positiv: «Wir wollten Solarenergie verständlich und erlebbar machen – und genau das ist heute gelungen.» Ob der Familienvater aus Allenwinden einer Antwort auf seine Frage nähergekommen ist? Davon ist auszugehen.


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