Bevölkerung erforscht Fledermäuse im Kanton Zug
22.04.2026 Natur/UmweltFledermäuse beobachten, die Nacht neu entdecken und dabei der Natur helfen: Das Projekt «Lebendige Nacht: Fledermäuse rund ums Haus» von «Wilde Nachbarn Zug» sucht Freiwillige aus dem Kanton Zug.
pd / Gärten, Parks und begrünte Wohnumgebungen sind wichtige Lebensräume im Siedlungsraum. Auch Fledermäuse nutzen diese Orte: Sie jagen dort Insekten oder fliegen durch die Grünräume auf dem Weg zu ihren Jagdgebieten. Aufgrund ihrer nachtaktiven Lebensweise bleiben sie jedoch für viele Menschen unsichtbar.
Bereits 2024 haben fast 50 Freiwillige in rund 70 Innenhöfen im Kanton Zug Fledermäuse untersucht. Die Trägerschaft von «Wilde Nachbarn Zug» möchte dieses Wissen nun mit Unterstützung der Bevölkerung erweitern.
Projektmitarbeit «rund ums Haus»
Fledermäuse orientieren sich mit Ultraschallrufen. Da jede Art ein spezifisches Rufmuster aufweist, lassen sich die Arten über diese Rufe bestimmen. Für das Projekt werden deshalb im Sommer 2026 erneut Freiwillige gesucht, die an einem Abend Fledermausrufe mit speziellen Aufnahmegeräten in ihrer Wohnumgebung aufnehmen.
«So erhalten wir Einblicke in viele Gärten und Grünräume, die sonst kaum untersucht werden», sagt Projektleiterin und Wildtierbiologin Julia Felber. Die Aufnahmen helfen zu verstehen, wie Gartenstrukturen oder Lichtverhältnisse das Vorkommen verschiedener Fledermausarten beeinflussen.
So funktioniert’s
Interessierte erhalten per Post ein Mitmach-Päckli mit einem kleinen Aufnahmegerät, einer sogenannten AudioMoth, sowie einer Anleitung. Das Gerät wird an einem frei gewählten Sommerabend zwischen Mai und Ende August im Freien aufgehängt und am nächsten Tag zurückgeschickt. Im Herbst erfahren die Teilnehmenden, welche Fledermausarten in ihrer Umgebung unterwegs waren.
Lichtverschmutzung im Blick
Neben den Fledermausaufnahmen erkunden die Teilnehmenden ihr Quartier bei einem 30-minütigen Abendspaziergang. Dabei kartieren sie die nächtliche Lichtsituation: Wo brennt Licht die ganze Nacht? Wo ist das Licht unnötig hell? Gleichzeitig können sie nachtaktive Wildtiere über die Meldeplattform von Wilde Nachbarn melden.
«Nachtaktive Tiere wie Fledermäuse, Glühwürmchen oder Nachtfalter leiden stark unter künstlichem Licht», erklärt Projektleiterin Julia Felber. Beleuchtete Fassaden, Wege oder Gärten können ihre Nahrungsund/oder Partnersuche beeinträchtigen und wichtige Lebensräume entwerten.
Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, wurde die Broschüre «Lebendige Nacht: Licht aus für unsere Wildtiere» entwickelt. Sie zeigt die Auswirkungen von Lichtverschmutzung und gibt praktische Tipps für einen tierfreundlicheren Umgang mit Aussenbeleuchtung.
Informationsanlass in Zug
Am Mittwoch, 29. April um 18.30 Uhr findet im Burgbachsaal in Zug ein Informationsanlass zum Projekt statt. Interessierte erfahren dort mehr über die faszinierende Lebensweise der Fledermäuse und darüber, wie sie sich am Projekt beteiligen können. Weitere Informationen und Anmeldung: zug.wildenachbarn.ch
Wilde Nachbarn Zug – für Wildtiere im Siedlungsraum
Die Melde- und Informationsplattform «Wilde Nachbarn» ist ein schweizweites Projekt. Im Kanton Zug wird es von sechzehn lokalen Organisationen und Institutionen getragen, darunter der Kanton Zug, Pro Natura Zug, WWF Zug sowie mehrere Gemeinden und die Stadt Zug. Ziel ist es, Wissen über Wildtiere im Siedlungsraum zu sammeln und die Bevölkerung für die Natur vor der eigenen Haustür zu sensibilisieren.
Solide Entwicklung: Stiftung zuwebe steigert Erträge und bleibt stabil
Die Stiftung zuwebe fördert mit ihrem Engagement für Begegnung und Bewegung die soziale Nachhaltigkeit und Inklusion. Gleichzeitig zeigte sich 2025 eine stabile finanzielle Entwicklung: Die operativen Einnahmen stiegen auf Fr. 34,2 Mio., der selbst erwirtschaftete Ertrag auf Fr. 17,3 Mio.
pd / Die Einnahmen aus operativer Tätigkeit erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf Fr. 34,2 Mio. Der selbst erwirtschaftete Ertrag konnte um fast 5 Prozent oder Fr. 0,8 Mio. auf Fr. 17,3 Mio. gesteigert werden; dies hauptsächlich aufgrund der höheren Anzahl begleiteter IV-Massnahmen und eines gestiegenen individuellen Betreuungsbedarfs im Wohnen.
Der auf der Leistungsvereinbarung basierte Betriebsbeitrag des Kantons Zug betrug bei gleichbleibenden Tarifen unverändert 40 Prozent der Gesamterträge. Die übrigen Kantone trugen mit ihren Beiträgen weitere 9 Prozent bei. Somit verbleibt der Finanzierungsanteil der öffentlichen Hand stabil bei etwas weniger als der Hälfte der Gesamteinnahmen. Der Gesamtaufwand stieg mit +2 Prozent unterproportional zum Ertrag und wurde positiv beeinflusst durch Bestrebungen, den Einkauf stärker zu bündeln.
Das operative Ergebnis 2025 fiel leicht positiv aus und war etwas besser als im Vorjahr. Da ein höherer Betrag an Spendengeldern verwendet als eingenommen wurde – Verwendung u. a. bei der Erneuerung der Crêperie Intermezzo –, resultiert unter Berücksichtigung des Spendenergebnisses ein leicht negatives Gesamtergebnis in der Grössenordnung des Vorjahres.
Die Bilanz zeigt weiterhin eine solide Struktur. Dies ist essenziell, um innovative, bedarfsgerechte Entwicklungsräume und Perspektiven für Menschen mit Beeinträchtigung bereitzustellen, um Angebote dem sich verändernden Umfeld anzupassen und um das gesellschaftliche Engagement für Themen der Inklusion zu stärken.


