Die Bilanz nach einem Jahr fällt positiv aus

  14.01.2026 Rathauspost

Vor einem Jahr hat die Gemeinde die neue Energieförderrichtlinie in Kraft gesetzt. Die neuen Fördergegenstände stossen auf grosse Nachfrage. Es gibt aber nach wie vor Potenzial.

Am 1. Januar 2025 begann in der Energieförderung der Gemeinde Baar eine neue Zeitrechnung. Wurde früher der Bau von Photovoltaikanlagen (PVA) oder von Wärmepumpen gefördert, richtete der Gemeinderat die Energieförderung vor einem Jahr mit überarbeiteten Richtlinien komplett neu aus. Mit Erfolg: «Im vergangenen Jahr gingen 35 Gesuche mit insgesamt 45 Fördergegenständen ein», bilanziert Bauvorstand Zari Dzaferi. «Wir durften Fördergelder in der Höhe von rund 98’000 Franken sprechen.» Das ist im Vergleich zum Jahr 2024 ein Quantensprung: Damals ging ein einziges Gesuch ein. Die Neuausrichtung der Energieförderung mit vier neuen Fördergegenständen – Batteriespeicher, Photovoltaikanlagen an Fassaden, Energiemanagementsysteme und Photovoltaikanlagen auf begrünten Dächern (siehe Kasten) – kam zum richtigen Zeitpunkt. Besonders beliebte Fördergegenstände waren die Batteriespeicher (24 Gesuche) und die Energiemanagementsysteme (18 Gesuche).

Ein zweites Leben für gebrauchte Batterien
Die Gemeinde verfolgt mit ihrer Energieförderung klare Ziele: Unterstützt werden sollen innovative Technologien, die einen wirksamen Beitrag zur Energiewende leisten. Wichtig ist zudem, dass es nicht zu Doppelfinanzierungen kommt. In anderen Worten: Die Gemeinde fördert nur dort, wo Bund und Kanton keine Gelder sprechen. «Es ist erfreulich, dass unsere neuen Fördergegenstände auf grosse Nachfrage stossen», sagt Gemeinderat Zari Dzaferi. «Wir sehen aber nach wie vor grosses Potenzial.» So wurden die beiden Fördergegenstände «Photovoltaikanlagen an Fassaden und auf begrünten Dächern» nur wenig nachgefragt. Dabei wäre beides sinn- und wertvoll. Photovoltaikanlagen an Fassaden sind besonders wichtig für die Winterstromproduktion. Begrünte Dächer kühlen eine Photovoltaikanlage und machen sie damit effizienter. Zudem erhöhen Grünflächen die Aufenthaltsqualität und fördern die Biodiversität. Zari Dzaferi macht zudem beliebt, bei Batteriespeichern noch stärker auf Gebrauchtbatterien zu setzen. So haben beispielsweise Akkus aus alten Elektroautos genügend Kapazität für eine stationäre Batteriespeicherung. «Wir fördern deshalb Gebrauchtbatterien höher als neue Batterien», erklärt Dzaferi.

Die Gemeinde fördert auch in anderen Bereichen
Wichtig ist ihm zudem, dass auch andere Fördergegenstände nicht in Vergessenheit geraten. So unterstützt die Gemeinde weiterhin den Bau von Sonnenkollektoren. «Diese haben zwar den Ruf, veraltet zu sein, sie produzieren aber auf einfache und effiziente Weise Warmwasser», wirbt Zari Dzaferi. Zudem ruft er in Erinnerung, dass die Gemeinde auch erhöhte Baustandards bei Neubauten und Sanierungen unterstützt. Durch eine gute Dämmung der Gebäudehülle kann viel Energie gespart werden. Dies entspricht dem Grundsatz der Optimierung beim Energieverbrauch. Der Einsatz von alternativen Energiequellen wie Photovoltaik ist erst der dritte Schritt. Noch effizienter ist es, Verluste mit einer guten Gebäudehülle zu reduzieren und vor allem Energie gar nicht zu verbrauchen – beispielsweise indem die Wohnung um einen Grad weniger geheizt wird.
Franz Steffen, Fachstelle Energie und Umwelt, Abteilung Planung/Bau


Die vier neuen Fördergegenstände

Batteriespeicher
Ein Batteriespeicher in Verbindung mit einer PVA ermöglicht die Speicherung überschüssigen Solarstroms, wodurch der Anteil selbst erzeugten Stroms erhöht, Abhängigkeit vom Stromnetz verringert und das öffentliche Netz entlastet wird. So kann der Strom, der am Tag erzeugt wurde, in der Nacht oder an bewölkten Tagen genutzt werden. Jede Anlage wird mit einem Grundbeitrag von Fr. 1’000 gefördert. Zusätzlich gibt es Beiträge pro Kilowattstunde nutzbarer Batteriekapazität.

Energiemanagementsystem
Ein Energiemanagementsystem optimiert die Nutzung von Solarstrom aus einer PVA, indem es den Eigenverbrauch maximiert und den Einsatz von Netzstrom minimiert. Es steuert den Stromverbrauch intelligent, sodass energieintensive Geräte wie Waschmaschinen oder E-Ladestationen nur dann betrieben werden, wenn auch genügend Solarstrom vorhanden ist. Subventioniert werden höchstens 75 Prozent der Gesamtkosten. Der maximale Förderbeitrag beträgt Fr. 2’000.

PVA an Fassaden
PVA an Fassaden nutzen vertikale Flächen, was besonders in städtischen Gebieten mit begrenztem Platz vorteilhaft ist. Sie bieten gegenüber Dachanlagen eine bessere Leistung im Winter sowie am Morgen und Abend, da sie die tiefstehende Sonne durch steil installierte Module effizienter einfangen. Damit kann ein wichtiger Beitrag zur Verringerung der Winterstromlücke geleistet werden. Der Förderbeitrag beträgt Fr. 300 pro Kilowatt Leistung bis zu maximal 25 Prozent der Gesamtkosten.

PVA auf begrünten Dächern
Ein Gründach mit einer PVA bietet mehrere Vorteile. Es heizt sich bei Sonnenschein weniger auf und hat durch Wasserverdunstung eine kühlende Wirkung auf die Umgebung. Der kühlende Effekt des Gründachs erhöht die Effizienz der Solarmodule und verlängert deren Lebensdauer. Für die Umwandlung von Kies- in Gründächer wird pro Quadratmeter ein Förderbeitrag von Fr. 50 bis maximal 30 Prozent der Gesamtkosten ausgerichtet.

Weitere Informationen auf www.baar.ch/energieumwelt


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