Die Feuerwehr war besonders im Sommer gefordert

  13.03.2025 Feuerwehr

So ereignisarm das Jahr 2024 begann, so ereignisarm endete es auch. Doch dazwischen, in den Sommermonaten, «explodierten die Alarmierungen». So zog Kommandant Beat Huber beim Jahresrapport am letzten Samstag Bilanz.

FRANZ LUSTENBERGER

«Ihr alle da hier im Saal habt einen Super-Job gemacht.» Dies die anerkennenden Worte des Kommandanten an seine Feuerwehrfrauen und -männer. Huber erwähnte vor allem die verheerenden Brände beim alten Wohnhaus im Deubühl und in der Karrosseriewerkstatt am Büelmattweg. Gefordert war die Feuerwehr aber besonders bei den Unwetterereignissen anfangs Juli und dann anfangs September im Raum Inwil / Arbach.

Insgesamt leistete die Feuerwehr 226 Einsätze. Das ist die höchste Zahl im Fünfjahresvergleich. An der Spitze gemäss Einsatzarten liegen Elementarereignisse mit 112 Einsätzen, gefolgt von Einsätzen bei Brandmeldeanlagen und Hilfeleistungen. Brandfälle folgen erst an vierter Stelle mit 14 Einsätzen, deutlich weniger als in den Vorjahren.

Die Übungspräsenz ist hoch
Voraussetzung für wirksame und zielgerichtete Einsätze sind die vielen Übungen unter dem Jahr. Abläufe müssen in den kleinen Einheiten, aber auch über die Feuerwehr im engeren Sinne hinaus immer wieder eingeübt werden. Der Kommandant erwähnte in diesem Zusammenhang die grosse Einsatzübung im Geissbüeltunnel der Tangente im Mai sowie die kantonale Grossübung zusammen mit Polizei und weiteren Partnern im Hegiwald im September. Eine besondere Übung aus dem Jahresbericht sei noch erwähnt: Auf dem Hof von Peter Christen wurden mit einer Kuh aus Plastik verschiedene Bereiche der Tierrettung geübt. Die Übungspräsenz liegt über alle Löschzüge hinweg im Durchschnitt bei 92 Prozent. Kommandant Huber dazu: «Damit steht die Feuerwehr Baar weit vorne in der Zuger Feuerwehrlandschaft.»

Ein grosses Gewicht legt das Kommando auf die kontinuierliche Ausund Weiterbildung auf allen Stufen, von der Basisausbildung über die Kaderschulung bis hin zu Ausbildungen für die Spezialisten. Dass sich dies auch im Vergleich zu anderen Feuerwehren auszahlt, zeigt der Atemschutz-Wettkampf 2024 im aargauischen Seengen. Das Team Barro 1 der Feuerwehr schloss auf Rang 1 ab.

Präsenz in der Öffentlichkeit
Traditionsgemäss wird der Jahresrapport mit einem Fackelumzug durch das Dorf eröffnet. Angeführt von der Feldmusik Baar, welche auch am Rapport im Gemeindesaal aufspielte, marschierten die Frauen und Männer der Feuerwehr durch die Dorfstrasse. Das ist Teil der immer wichtigeren Öffentlichkeitsarbeit. Die Feuerwehr soll sichtbar und erlebbar sein. Umgesetzt hat sie dies mit dem Tag der offenen Tore im September, an dem die Feuerwehr ihre Dienstleistungen der Öffentlichkeit bei strahlendem Wetter präsentieren konnte.

Mit aktuell 105 Mitgliedern steht die Feuerwehr leicht über dem Sollbestand. Trotzdem sei Werbung für die Feuerwehr wichtig, so Kommandant Huber beim Jahresrapport, «am besten funktioniert die Mund-zu-Mund-Propaganda». Sechs Austritte stehen ebenso vielen Neueintritten gegenüber. Aber auch die Treue zur Feuerwehr sei wichtig; damit bleibe Erfahrung in der Truppe erhalten. Am vergangenen Samstag wurde Marcel Schmid für 30 Jahre Dienstjahre geehrt. «Ich habe es langsam gesehen» – das habe Schmid schon vor Jahren gesagt, und er sei immer noch dabei, hält Huber in seiner Würdigung fest.

Kabarettistischer Rückblick
Was wäre ein Jahresrapport der Feuerwehr ohne Unterhaltungsteil? Nun, es würde etwas fehlen. Die Gruppe «2e3» des Löschzugs Dorf fasste viele Ereignisse und kleine Irrtümer während des Jahres in Versform zusammen und sorgte damit für Heiterkeit im Korps. «Fehler können jedem passieren», so das Fazit. Und – Schadenfreude sei übrigens fehl am Platz: Sollte ein Missgeschick vergessen gegangen sei, «so chunt är s’nöchscht Johr dra». Mit theatralischen Szenen und Episoden unter dem Titel «De Chaschperli gaht i d’Füürwehr» wartete der Löschzug Blickensdorf auf: Von der Rettung eines rauchenden Katers auf einem Baum über die Beschädigung eines Hydranten oder die Stabilisierung des schrägen Weihnachtsbaumes vor dem Gemeindehaus bis zur Lancierung eines neues Trockensaugers bei Unwettern – Neo-Feuerwehrmann Chaschperli wurde auf humoristische Art mit allen möglichen Aspekten seiner Tätigkeit konfrontiert.

Unter einen alten Teppich liessen sich alle krummen Sachen des Jahres kehren; dieser wurde dann auch auf der Bühne noch begossen, damit über das vergangene Jahr nun endgültig Gras wachsen möge und das neue Jahr ohne Altlasten beginne. Es ist übrigens das letzte Jahr unter dem Kommando von Huber, der allen für das Engagement dankte.


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