Die Traubeneichen werden in Baar gefördert

  26.08.2026 Natur/Umwelt

Natur Das Naturschutzgebiet der Korporation Baar-Dorf im Lorzentobel wird vergrössert. Korporation und Kanton haben dazu eine neue Vereinbarung unterzeichnet. Im Fokus steht ein Baum, der mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommt.

FRANZ LUSTENBERGER

Ein paar Meter abseits der Strasse nach Neuheim befindet sich mitten im Wald die kleine und unscheinbare Kuppe «Herrenboden». Auf der Waldstrasse und dem Weg dahin raschelt es unter den Schuhen. Buchen und Ahorn verlieren wegen der Trockenheit schon Blätter wie im Herbst.

Für den langfristigen Erhalt eines gesunden Waldes sind deshalb Bäume nötig, welche sich durch eine hohe Trockenresistenz, tiefgründige Wurzeln und Sturmfestigkeit auszeichnen. Genau so ein Baum ist die Traubeneiche, welche bis zu tausend Jahre alt werden kann.

«Exportschlager» Traubeneiche
Auf der Lichtung, befreit von Brombeersträuchern, ragen schmale, grüne Plastikhüllen in die Höhe. Es sind Schutzhüllen für junge Traubeneichen. Revierförster Severin Nigg: «Zwölf habe ich neu gesetzt, gut 20 sind natürlich gewachsen.» Sie werden nun alle geschützt, etwa vor Verbiss durch Wildtiere. Das Lorzentobel weist den höchsten Bestand an Traubeneichen im Kanton auf; ja sie kommt praktisch nur dort vor. Das Amt für Wald und Wild prüft derzeit, ob es aus den Samen der genetisch wertvollen Traubeneiche neue Jungbäume für andere geeignete Waldstandorte im ganzen Kanton heranziehen kann. Armin Helbling, Abteilungsleiter Schutzwald, Waldbiodiversität und Naturgefahren, dazu: «Die Traubeneichen von der Baarburg könnten so einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung der Wälder im Kanton Zug leisten.» Also quasi ein neuer Baarer Exportschlager.

Neuer Waldschutzvertrag
Vor über 20 Jahren hat der Kanton Zug mit der Korporation Baar-Dorf den ersten Waldschutzvertrag für die Baarburg abgeschlossen. Mitte August haben die beiden Partner einen neuen Vertrag unterzeichnet, in dem weitere ökologisch wertvolle Landflächen im Lorzentobel langfristig gesichert werden (siehe Box «Waldnaturschutz in Zahlen»). Landammann Andreas Hostettler als Vorsteher der Direktion des Inneren bezeichnet die Partnerschaft zwischen Kanton und Waldbesitzern anlässlich der Unterzeichnung als «wegweisendes Erfolgsmodell». Die neue Vereinbarung sei ein starkes Zeichen für die gemeinsame Verantwortung von Staat und Waldeigentümern. Für die Korporation Baar-Dorf bedeutet dieser neue Waldschutzvertrag einen gewissen Verzicht auf forstwirtschaftliche Nutzung, und damit einen finanziellen Minderertrag. Diesen nehme man aber im Interesse des Waldes in Kauf, sagt Korporationspräsident und Geschäftsführer Martin Urscheler. Und weiter: «Der Naturschutz ist für uns Teil einer langfristigen und nachhaltigen Waldpflege.» Nicht für die nächsten Jahre, sondern für Jahrzehnte und länger – ein Baumleben lang.


Waldnaturschutz in Zahlen

Das Waldnaturschutzgebiet Baarburg ist das älteste im Kanton Zug (seit 2005). Es umfasst 37 Hektaren; in ihm sind 28 verschiedene Waldgesellschaften, also natürliche Waldtypen, heimisch. Es enthält 16 naturkundlich bedeutende Waldstandorte; diese entsprechen rund 57 Prozent der Fläche. In der Baarburg wurden über hundert Naturschutzmassnahmen umgesetzt. Das Waldnaturschutzgebiet Lorzentobel, neu in diesem Jahr, umfasst 170 Hektaren Waldnaturschutzgebiet; davon gehören 21 Hektaren der Korporation Baar-Dorf. Das Gebiet enthält 38 verschiedene Waldgesellschaften und insgesamt 28 naturkundlich bedeutende Waldstandorte. Im Kanton Zug als Ganzem sind rund 1’800 Hektaren Wald als Naturschutzflächen ausgeschieden. Dies entspricht rund 28 Prozent des gesamten Zuger Waldes. Der Kanton bezahlt jährlich rund 600’000 Franken für den Waldnaturschutz an die Waldeigentümer.


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