Digi-Treff trifft den Nerv der Zeit
28.01.2026 GesellschaftRund 25 Seniorinnen und Senioren haben sich zum ersten Digi-Treff im neuen Jahr eingefunden. Der regelmässig organisierte Anlass stösst auf grosses Interesse und richtet sich an ältere Menschen, die sich im digitalen Alltag sicherer bewegen möchten.
RAHEL HEGGLIN
Der Anlass findet alle drei Wochen in den Räumlichkeiten der Bibliothek statt. In entspannter Atmosphäre können die Teilnehmenden entweder ein Referat zu einem vorgegebenen Thema besuchen oder sich gezielt beraten lassen. «Der Fokus liegt dabei auf dem Tablet oder dem Mobile, also auf den eigenen Geräten», erklärt Elena Lüthi. Sie ist Fachmitarbeiterin bei der Informationsstelle für Altersfragen falter und hat den Digi-Treff gemeinsam mit der Bibliothek, der Pfarrei St. Martin und der Pro Senectute Zug ins Leben gerufen.
Nach der Corona-Pandemie fand der erste Digi-Treff erst wieder im vergangenen September statt und hat offenbar den Nerv der Zeit getroffen: «Beim ersten Treffen waren es acht Teilnehmende. Diese Zahl stieg stetig, sodass es Ende Jahr bereits über 30 waren», freut sich Lüthi.
Künstliche Intelligenz im Fokus
Auch der erste Digi-Treff im neuen Jahr fand grossen Anklang. Rund 25 Personen trafen sich um 10 Uhr in der Bibliothek. Nach der Begrüssung erklärte Lüthi den Ablauf: Die Teilnehmenden konnten entweder eine Präsentation zum Thema «Künstliche Intelligenz (KI)» besuchen oder sich im oberen Stock individuelle Unterstützung zu konkreten Fragen holen.
Ein grosser Teil entschied sich für die Präsentation, die von Eckard Bellinghausen und Konrad Braun gehalten wurde. Im Zentrum standen grundlegende Fragen: Was ist Künstliche Intelligenz? Wo begegnet sie uns im Alltag und wie kann sie sinnvoll genutzt werden? Anhand verständlicher Beispiele zeigten die Referenten auf, dass KI längst Teil alltäglicher Anwendungen ist, etwa bei Suchmaschinen oder Sprachassistenten. Bellinghausen demonstrierte live, wie schnell ein Brief erstellt und in andere Sprachen übersetzt werden kann.
Freiwillige gesucht
Die beiden Herren wurden über die Pro Senectute Zug vermittelt. «Angesichts der hohen Nachfrage können wir uns vorstellen, den Digi-Treff künftig noch häufiger anzubieten. Deshalb freuen wir uns auch, wenn sich weitere Seniorinnen und Senioren als Freiwillige zur Verfügung stellen», erklärt Lüthi. Interessierte können sich über die Pro Senectute in Zug melden. Die Ansprechperson ist Anja Spichtig. E-Mail [email protected] oder via Telefon 041 511 15 30.
Scheinbar Banales wird zur Herausforderung
Während im unteren Stock über Künstliche Intelligenz gesprochen wurde, offenbarte sich im oberen Geschoss der praktische Alltag vieler Seniorinnen und Senioren. Dort nahmen sich die beiden Lernenden Leandro Manella und Chloe Khundert Zeit für individuelle Fragen. «Es geht um ganz allgemeine Anforderungen des digitalen Zeitalters, die oft als selbstverständlich gelten», sagt Lüthi. «Für viele ältere Menschen sind sie jedoch eine echte Herausforderung.»
Der 82-jährige Leo Ziegler nutzte das Angebot, um zu erfahren, wie QR-Codes mit dem Handy geöffnet werden. Geduldig erklärte Khundert die einzelnen Schritte anhand einfacher Beispiele. Währenddessen unterstützte ihr Kollege Manella eine Seniorin, die Schwierigkeiten hatte, sich im Zahlungssystem Twint einzuloggen.
Austausch und Begegnung
Der Digi-Treff ist mehr als eine technische Beratungsstelle. Er bietet Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen. Das ist auch Lüthi wichtig: «Wir haben hier nicht den Anspruch einer 1:1-Beratung. Es soll vielmehr um den Austausch und die gegenseitige Hilfe gehen.» Die Teilnehmenden schätzen das Angebot, das kostenlos, niederschwellig und ohne Voranmeldung zugänglich ist. Wer Fragen zu Apps oder digitalen Anwendungen auf dem Handy oder Tablet hat, kann jederzeit vorbeikommen. Die nächsten Digi-Treffs finden am 5. Februar, 26. Februar und 19. März jeweils von 10 bis 11.30 Uhr in der Bibliothek Baar statt. Im kommenden Treff dreht sich alles um WhatsApp.




