Eine musikalische Hommage an Bern und Mani Matter

  06.05.2026 Musik/Konzert Agenda

Konzert Die Feldmusik Baar ist am vergangenen Wochenende gleich viermal im Einsatz gestanden, zweimal an der Erstkommunionfeier der Pfarrei St. Martin, zweimal am grossen Jahreskonzert. Mit dem Fokus Bern.

FRANZ LUSTENBERGER

Seit der Wahl von Martin Pfister hat Baar eine besondere Beziehung zu Bern. Dies ist aber nicht der Grund für den Fokus des Jahreskonzerts der Feldmusik Baar. Gründe sind andere: Das Konzertprogramm ist ganz im Zeichen der Teilnahme am Eidgenössischen Musikfest in Biel gestanden. Und mit zwei Stücken wurde an den Berner Liedermacher Mani Matter erinnert, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag hätte feiern können.

«Endless Peace» als Aufgabe

Die Feldmusik ist mit dem Marsch «Bye bye Berne» von Thomas Trachsel eingestiegen. Der freischaffende Komponist äusserte sich zu seinen Werken. So ist er überzeugt, dass Musik die Grenzen zwischen den Kulturen oder Religionen überwinden kann, «nur schon deshalb, weil sie Sprachgrenzen überwinden kann».

Das Thema «Grenzen überwinden» ist auch zentraler Inhalt des Aufgabenstücks der Feldmusik. «Endless Peace», also «ewiger Frieden», wurde vom Freiburger Komponisten Pierre-Etienne Sagnol extra für das Musikfest geschrieben. Die vier Sätze zeigen, wie zerbrechlich Frieden ist – und wie stark man zusammen sein muss, um ihn zu halten. Den Baarer Musikantinnen und Musikanten ist es gelungen, die Zerbrechlichkeit und das fragile Gleichgewicht über die Bedrohung bis hin zum Vertrauen in den Frieden hörbar und erlebbar zu machen. Martin Neese, der durch den Abend führte, erläuterte dies mit einem Zitat: «There is no way to peace; peace ist the way».

Selbstgewählt für Biel hat die Feldmusik die «Sinfonietta No. 1» des niederländischen Komponisten Johan de Meij. Ursprünglich für Brass Band geschrieben ist es für Harmoniemusiken adaptiert worden. Der langsame Mittelteil enthält Soli für die Holzinstrumente Violoncello und Fagott. Die Feldmusik ergänzte dies – ungewöhnlich für ein Blasmusikensemble – noch mit einer Harfe. Die beiden anspruchsvollen Stücke für Biel schlossen den ersten Teil des Jahreskonzerts ab.

S’Vreneli und dr Sidi Abdel Assar

Den zweiten Teil des Konzerts eröffneten die Tambouren mit der «Tagwach», im abgedunkelten Saal mit zweifarbig leuchtenden Schlägeln. Gefolgt von «Zug 2014» des Komponisten Hans Luterbacher, der diese Trommelwirbel für das 17. Polizeimusiktreffen in Zug schuf. Nach diesen lauten Tönen hörte das Publikum im bis auf den letzten Platz gefüllten Gemeindesaal dann das ganz leise Anzünden eines unscheinbaren Zündhölzlis, eines der bekanntesten Chansons von Mani Matter. Mario Bürki, der Arrangeur der beiden Matter-Lieder im Programm, zitiert auf seiner Homepage den dänischen Dichter Hans Christian Anders: «Zuweilen kann eine einfache Melodie, die wir nur ein einziges Mal hören, einen so mächtigen Eindruck auf unsere Seele machen, dass wir sie mitten im Gewühle der Welt wieder zu hören glauben.»

Diese Weisheit hat auch das Baarer Publikum bei den folgenden beiden Stücken gespürt – beim als «Guggisberglied» bekannten «S’isch äbe-n-Mönsch uf Ärde» und beim «Dr Sidi Abdel Assar vo el Hama». Die Klarinetten und die Rhythmus-Gruppe zauberten die arabische Stimmung in den Gemeindesaal. Mit «Gürbe-Rock» und dem Marsch «Gruss aus Bern» schloss die Feldmusik den Berner Abend ab. Vereinspräsidentin Janine van Uffelen ist nach dem Konzert zufrieden: «Jetzt stehen noch intensive Tage bis Biel vor uns.»


Auftritte an Auffahrt

Beide Baarer Musikgesellschaften sind am Donnerstag, 14. Mai im Einsatz, beide in der 2. Klasse Harmonie: Die Feldmusik Baar um 15.10 Uhr im Gymnasium Biel-Seeland; die Feldmusik Allenwinden um 19.10 Uhr in der Schulanlage Linde. Murer Busreisen bietet Tagesfahrten ab verschiedenen Einstiegsorten im Kanton nach Biel an.


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