Freiwillig engagieren – es gibt genug zu tun
08.04.2026 GesellschaftAm Dienstagvormittag öffnete die Informationsstelle für Altersfragen falter ihre Türen für eine besondere Beratung: Gemeinsam mit Benevol Zug, der kantonalen Fachstelle für Freiwilligenarbeit, konnten sich Interessierte über Möglichkeiten des freiwilligen Engagements informieren.
RAHEL HEGGLIN
Bereits kurz vor 9 Uhr am Dienstagvormittag warteten die ersten Interessierten vor den Räumlichkeiten der Informationsstelle. Sie kamen, um zu erfahren, wo sie freiwilliges Engagement einbringen können. Beratend standen Estefania Garcia Jung und ihre Arbeitskollegin Andrea Odermatt von Benevol Zug sowie die Fachverantwortlichen des falter-Teams zur Verfügung. «Unser Ziel ist es, Interessierten niederschwellig aufzuzeigen, wo und wie sie sich einbringen können», erklärte die Geschäftsleiterin von Benevol Zug, Garcia Jung. Das Konzept der offenen Beratungen hat Benevol Zug neu lanciert. Es soll nicht nur in Baar, sondern auch in Risch-Rotkreuz und Cham stattfinden.
Wo kann man sich engagieren?
Baar bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten für freiwilliges Engagement. Die Geschäftsleiterin von Benevol Zug zählte einige auf: «Die Pfarrei St. Martin Baar sucht immer wieder Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter für ältere oder einsame Menschen. Der FRW Interkultureller Dialog bietet Einsätze im Bereich Sprachberatung und Sprachentandem für Menschen mit Asyl- oder Flüchtlingshintergrund an. Der claro-Weltladen Baar sowie der Caritas-Markt am Bahnhof freuen sich regelmässig über Unterstützung.»
Ein besonderer Tipp von Garcia Jung: der «Laden von und für» in Baar, der mittwochs und samstags geöffnet ist und Freiwillige sucht, die Gegenstände entgegennehmen, sortieren und verkaufen. Auch das Pflegezentrum Baar, Sportvereine und weitere lokale Organisationen seien immer auf der Suche nach engagierten Menschen. «Das Angebot ist so breit, dass für jeden etwas dabei ist», sagt die Geschäftsleiterin. Wichtig ist ihr vor allem zu betonen, dass die Freiwilligen sich in Bereichen engagieren, wo sie Freude haben. «Dann hat das Engagement auch eine nachhaltige Wirkung. Für die anderen und für einen selbst.»
Win-Win-Situation für alle
Die Zeiten, in denen man sich auf Jahre hinaus für jeden Dienstag von zwei bis vier Uhr verpflichtete, sind laut Benevol Zug weitgehend vorbei. Um dieser gesellschaftlichen Veränderung Rechnung zu tragen, empfiehlt Garcia Jung den Organisationen und Institutionen, flexible Modelle anzubieten. «Das können befristete Einsätze, projektbezogene Mitarbeit oder Gruppenbegleitungen mit vorgängig kommunizierten Daten sein. Freiwillige, die sich überfordern, hören bald wieder auf. Das ist für beide Seiten keine gute Lösung.»
Den letzten Schritt muss man selbst gehen
Wer Interesse an einem freiwilligen Engagement hat und am vergangenen Dienstag keine Zeit hatte, in den Räumlichkeiten des falters vorbeizuschauen, kann sich dort jederzeit über lokale Angebote informieren. Elena Lüthi, Fachmitarbeiterin Infostelle Alter sagt, dass sie sämtliche Unterlagen zur Verfügung stellen, betont aber auch die Grenzen: «Wir vermitteln die Einsätze nicht. Interessierte müssen sich selbständig bei ihrer Wunschinstitution melden.» Etwas anders ist es, wenn man sich über Benevol Zug beraten lässt. «Unser Ziel ist es, freiwilliges Engagement auf allen Ebenen zu fördern und sichtbar zu machen. Viele wissen, dass sie sich engagieren möchten, aber noch nicht genau wie oder wo. Im persönlichen Gespräch können wir unterstützend zur Seite stehen. Wir sehen uns nicht ausschliesslich als Vermittlungsagentur, sondern als Drehscheibe und Beratungsstelle für Freiwilligenarbeit», so Garcia Jung.
Wer sich also bei Benevol meldet, erhält keine fertige freiwillige Tätigkeit zugeteilt, sondern wird individuell begleitet: Was sind meine Stärken? Was macht mir Freude? Wo möchte ich etwas lernen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt.
Informationsblätter für beide Seiten
Benevol Zug unterstützt auch die Gegenseite. Also Institutionen, Vereine, die Engagements für Freiwillige anbieten. «Unsere Benevol-Standards sind Richtlinien, in denen aufgezeigt wird, welche Rechte und Pflichten beide Seiten haben, wie Versicherungsfragen geregelt sind und was einen professionellen, sicheren Einsatz ausmacht.»
So finden Sie eine passende Aufgabe
Wer sich über Freiwilligenarbeit informieren möchte, kann dies direkt bei der Informationsstelle für Altersfragen falter, Dorfstrasse 42, tun. Weitere Informationen in Kooperation mit Benevol Zug finden Sie unter www.benevolzug.ch

