Im Alter ist man glücklicher

  07.10.2026 Informationen

Glück und Zufriedenheit – persönlich, als Gesellschaft und am Arbeitsplatz – standen im Mittelpunkt des «Dialogforums» im Dialoghotel Eckstein in Baar.

«Mit dem Alter eines Menschen steigen die Glücks- und Hoffnungsfähigkeit aufgrund von Ressourcen und Erfahrungen. Körperliche Fähigkeiten nehmen zwar ab, aber Resilienz, Gelassenheit und Weisheit nehmen zu.» Diese neue Erkenntnis teilte Prof. Dr. Andreas Krafft von der Universität St. Gallen (HSG) mit dem Publikum der Podiumsdiskussion «Dialogforum». Der Anlass für das Podium war das 50-Jahr-Jubiläum des Zentrums Eckstein, das sich im Laufe der Zeit von einem Zentrum für die christliche Fokolar-Bewegung zu einem offenen Bildungsund Begegnungszentrum und schliesslich zum Dialoghotel entwickelt hat.

Was Zufriedenheit ausmacht
Zufriedenheit bedeute in der wissenschaftlichen Forschung, dass sich Erwartungen erfüllen, erklärt Andreas Krafft, der unter anderem die Forschungsgruppe des Hoffnungsbarometers leitet. Dennoch sei es grundsätzlich jeder Mensch wert, mit sich selbst glücklich zu sein. Prof. Dr. Emanuela Chiapparini von der Berner Fachhochschule (BFH) kennt diese Themen ebenfalls. Sie forscht über Armutsbekämpfung und Prävention und arbeitet deshalb mit armutsbetroffenen Menschen zusammen. Scham könne Armutsbetroffene davon abhalten, Sozialleistungen zu beziehen. «Das Wohlbefinden einer Gesellschaft kann man daran messen, dass es den Schwächsten besser geht», sagt sie. Es reiche schon aus, Armutsbetroffene auf der Strasse würdevoll und respektvoll zu behandeln – auch wenn man ihnen kein Geld gibt.

Zwischen Struktur und Freiraum
Die Gemeinschaft und Struktur des Ordenslebens könnten besonders in Krisen Halt geben, erklärt der Zuger Klostervorsteher Martin Iten. Im Berufsleben müsse man den Mitarbeitenden aber auch Freiraum geben, wie Andreas Krafft sagt: «Menschen, die mit innerer Genugtuung, Motivation und Freude zur Arbeit gehen, sind diejenigen, die etwas leisten.» Er selbst mache, was in seiner Macht möglich sei, und überlasse das Unmögliche Gott. Auch Emanuela Chiapparini sagt, der christliche Glaube trage sie in schwierigen Situationen. Iten fügt an: «Die Grundgewissheit, dass man nicht ganz allein ist, oder einen grösseren Sinn in allem sehen kann, ist wichtig.»

Für das Dialogforum: Markus Baumgartner


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