Jugendliche geben dem Cube einen neuen Style

  22.04.2026 Jugend

Der Jugendtreff Cube hat in der vergangenen Frühlingsferienwoche ein neues Gesicht erhalten. Während drei Tagen verwandelten Jugendliche gemeinsam mit einem professionellen Street-Art-Künstler die Wände des Treffs in ein farbenfrohes Kunstwerk.

RAHEL HEGGLIN

Die Aktion startete am Mittwoch mit zunächst vier Teilnehmenden. Im Verlauf des Nachmittags stiessen weitere Jugendliche dazu. «Die Offene Jugendarbeit basiert auf Freiwilligkeit, die Jugendlichen können kommen und gehen, wie sie möchten», erklärt Florian Frey, Fachperson Soziokulturelle Animation. Dennoch sei eine gewisse Verbindlichkeit wichtig, da beim Sprayen auch viel Fleissarbeit dazugehört wie: den Arbeitsplatz vorbereiten, Flächen abdecken und das Grundieren.

Am zweiten Tag wuchs die Gruppe auf zehn, am dritten Tag waren es vier Jugendliche, die sich aktiv am Sprayen beteiligten.

Einführung in Technik und Kreativität
Bevor die Spraydosen allerdings zum Einsatz kamen, erhielten die jungen Teilnehmenden eine Einführung durch den Künstler Flurin Forster. Dabei ging es nicht nur um Technik, sondern auch um den kreativen Zugang. «Es ist wichtig, der Kreativität freien Lauf zu lassen und sich nicht durch zu viel Nachdenken einzuschränken», erklärt er. Neben der kreativen Herangehensweise wurden auch praktische Aspekte wie die Wahl der richtigen Sprühköpfe, der Abstand zur Wand oder die Geschwindigkeit beim Sprayen vermittelt. Auch der Aufbau eines Graffitis – von der Farbfläche bis zu den abschliessenden Konturen – bekamen die Jungen erklärt. «Zudem wird grosser Wert auf einen respektvollen Umgang untereinander gelegt und es wird diskutiert, was an einer öffentlichen Wand angebracht ist und was nicht» betonte Frey.

Fast freie Gestaltung
Für die Vorderseite des Cube gab es nur eine einzige Vorgabe: Der Schriftzug «Cube» sollte integriert werden. «Dafür haben sich die Jugendlichen für einen bunten Hintergrund in hellen Farben entschieden, der durch sogenannte Sticker-Elemente mit verschiedenen Motiven wie Gesichtern oder einem Bildschirm ergänzt wird». Die Buchstaben wurden vom Spraymeister vorskizziert, jedoch von den Jugendlichen ausgestaltet.

Auf der Rückseite des Jugendtreffs sind Bilderrahmen zu sehen, welche die Teilnehmenden mit eigenen Motiven besprayt haben. «Die Endergebnisse stammen praktisch ausschliesslich von den Jugendlichen», betont Frey. Er habe sich bei der Leitung des Workshops bewusst für Flurin Forster entschieden, da er «ein Sprayer ist, der die Kreativität der Jugendlichen nicht einschränkt, sondern bewusst die Vielfalt fördert und nicht zu grossen Einfluss auf das Endergebnis nimmt.»

Bei diesem Workshop lag der Fokus weniger auf einem perfekten Endresultat als vielmehr auf dem kreativen Prozess und den positiven Erfahrungen für die Jugendlichen.

Neues Design für eine neue Generation
Der Entscheid für ein neues Erscheinungsbild fiel nicht zufällig. Bis vor Kurzem wurde der Cube auch als Treffpunkt für Kinder genutzt. Mit der Verlagerung dieses Angebots in das Quartierzentrum «Wohnhof Murer» entstand Raum für eine Neuausrichtung. «Das bisherige Design war eher kindlich geprägt. Jetzt soll der Cube klar als Jugendtreff erkennbar sein», sagt Frey. Das neue Design wird voraussichtlich zwei bis drei Jahre bestehen bleiben. Danach könnte bereits die nächste Generation von Jugendlichen den Treff umgestalten und ihre eigenen Ideen einbringen.

Bis es so weit ist, geniessen die Jugendlichen, die aktuell den Treff nutzen, ihr Werk. Zum Dank für ihren fleissigen Einsatz gab es am Samstagabend ein Grillfest für alle.


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