Jugendtreff als sozialer Treffpunkt

  12.02.2025 Gesellschaft

Die JAM Jugendarbeit St. Martin leistet einen wichtigen Beitrag für die Gemeinde. Im Pfarreiheim der katholischen Kirche bietet sie Räume an und organisiert regelmässige Aktivitäten. Seit dem Start hat sich die Teilnehmerzahl verdoppelt.

RAHEL HEGGLIN

Zuständig für die Jugendarbeit ist Bettina Fink. Bevor sie in Baar ihre Arbeit aufgenommen hatte, war sie in der Aargauer Gemeinde Mutschellen tätig. An die Anfänge in der Zuger Gemeinde erinnert sie sich noch gut: «Im Dezember 2023 habe ich mit einem Donut-Workshop begonnen. Obwohl mich niemand kannte, kamen gleich zwanzig Jugendliche. Das zeigte mir, dass das Bedürfnis nach kreativen, sportlichen und sozialen Aktivitäten da ist», betont die 40-Jährige. Seither organisiert sie im zweiwöchentlichen Rhythmus ein abwechslungsreiches Programm.

Wir kochen und backen gemeinsam oder betätigen uns kreativ, indem wir Schmuck herstellen. Ab und zu machen wir auch Ausflüge, beispielsweise zum Escape Room.» So schafft Fink einen Ort, an dem Jugendliche nicht nur ihre Freizeit verbringen, sondern auch soziale Kompetenzen entwickeln.

Wichtige Räume im Zentrum
Als Treffpunkt dient das Pfarreiheim St. Martin mitten im Dorf. Hier gibt es verschiedene Räume, in denen sich die Jugendlichen zurückziehen oder sportlich austoben können. So können sie beispielsweise Fussball und Tischtennis spielen oder am Boxsack ihre Energie loswerden. Die Räume sollen eine Alternative zur virtuellen Welt bieten und Begegnungen abseits von TikTok und Snapchat ermöglichen. «Zusammensein, reden, sich austauschen – das ist wichtig. Ohne solche Treffpunkte würden die Jugendlichen am Freitagabend vielfach einfach vor ihren Handys sitzen», erklärt Fink.

Niederschwellige Prävention
Der Treffpunkt ist jeweils jeden zweiten Freitagabend von 18.30 Uhr bis um 22 Uhr geöffnet. Alle Kinder ab der 5. Klasse sind willkommen. Dabei geht es nicht nur um das Freizeitangebot, sondern auch um Prävention, die von vielen gar nicht gesehen wird. «In Gesprächen kann ich die Jugendlichen für die Risiken der Sozialer Medien und mögliche Suchttendenzen sensibilisieren.

Aber ich kann ihnen auch beratend zur Seite stehen und habe immer auch ein offenes Ohr bei Kummer.» Ihr ist wichtig, dass sie einen guten Zugang zu den Jugendlichen hat und eine Umgebung schafft, in der sich alle wohlfühlen.

Kostenlos, aber mit Ämtli
Für das braucht es auch ein paar Regeln. Diese hat sie in die zwölf Fair-Play-Regeln eingeteilt. Darunter gehört, dass man sich mit Respekt und Höflichkeit begegnet, sämtliche Jugendliche miteinbezieht und auch die nötige Verantwortung für das Mobiliar und die Räume übernimmt. Denn der Treff wird ausschliesslich und vollumfänglich von der Pfarrei St. Martin finanziert. Selbst die Zutaten für die Koch-Workshops bezahlt die Kirche. «Für diese Workshops müssen sich die Jugendlichen anmelden, damit wir ungefähr wissen, wie viel wir brauchen. Es gibt aber immer spontane Kids, die natürlich auch mitmachen dürfen», so Fink. Einen Beitrag leisten müssen die Jugendlichen dennoch: «Uns ist wichtig, dass sie nach dem Kochen alles wieder aufräumen. Für das muss jeder eine Karte nach dem Essen ziehen, auf dem das Ämtli draufsteht.»

Wachsendes Angebot
Dass im Jugendtreff vieles richtig gemacht wird, zeigt sich an den Zahlen: Innerhalb eines Jahres hat sich die Teilnehmerzahl von zwanzig auf vierzig verdoppelt. «Vieles läuft über den Austausch der modernen Kanäle wie WhatsApp und Snapchat. Die Jugendlichen fotografieren die Flyer und schicken sie untereinander weiter. So werden viele erreicht, die wir sonst nicht erreichen würden», erklärt die Jugendarbeiterin. Früher seien vor allem jüngere Kinder ab der 5. Klasse gekommen. Mittlerweile kämen auch die Oberstufenschüler.

Für die Zukunft hat Fink bereits Ideen, wie sie das Engagement der Jugendlichen noch stärker einbinden kann. «Ich kann mir gut vorstellen, dass wir bald ein Kioskprojekt einführen werden, das von den Jugendlichen betrieben wird. So lernen sie, wie man Einnahmen und Ausgaben verwaltet. Das ist eine wichtige Lebenserfahrung.» Allgemein ist es der Jugendarbeiterin wichtig, dass der Treff mehr als eine reine Freizeitgestaltung ist. Es soll ein Lernfeld sein für Beziehungspflege, Gemeinschaft und Aktivitäten, das die Jugendlichen in der Schule oder zu Hause vielleicht nicht haben.


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