Kinder gestalten ihren Spielplatz mit
23.09.2026 KinderDer Spielplatz an der Schutzengelstrasse soll erneuert werden. Nachdem die Quartierbevölkerung im Juli ihre Wünsche eingebracht hatte, präsentierten Gemeindevertreter und der Landschaftsarchitekt die überarbeiteten Pläne.
RAHEL HEGGLIN
Bereits vor den Sommerferien trafen sich die Verantwortlichen mit der Quartierbevölkerung vor Ort. Dabei wurde ein 3D-Modell des Spielplatzes vorgestellt, auf dessen Grundlagen die Anwesenden Ideen einbrachten und diskutierten. Auf der Wunschliste standen unter anderem mehr Möglichkeiten zum Schaukeln, ein zweites Bodentrampolin, eine Rutschbahn, Wasserspiele sowie zusätzliche Bereiche zum Klettern und Balancieren. «Nicht alle Ideen lassen sich verwirklichen», erklärte der zuständige Landschaftsarchitekt Benedikt Stähli am Mittwochnachmittag, 9. September. Er sowie die Gemeinde hatten zum zweiten Gespräch auf dem Spielplatz eingeladen, um die überarbeiteten Gestaltungsideen vorzustellen. «Für eine Seilbahn etwa fehlt auf dem Areal der nötige Platz», erklärte Stähli. Für ihn war das erste Treffen im Juli sehr wertvoll. «Gerade weil es sich um einen Quartierspielplatz handelt, sind die Bedürfnisse der verschiedenen Nutzerinnen und Nutzer wichtig», betonte er.
Sand, Wasser und Schatten
Bei der Vorstellung des neu angedachten Spielplatzes zeigte sich, dass eine wesentliche Änderung den Sandbereich betrifft. Dieser soll vergrössert und mit einem Wasserelement ergänzt werden. Vorgesehen ist eine Möglichkeit, Wasser auszulassen und über ein Holzelement in den Sand zu führen. Damit entsteht ein Bereich, in dem insbesondere kleinere Kinder mit Sand und Wasser spielen können. Auch eine Kleinkinderrutsche soll dort integriert werden.
Gleichzeitig beschäftigt die Planenden die Beschattung. «Bei einem Besuch an einem heissen Nachmittag hat sich gezeigt, wie wichtig der bestehende Baum für den Platz ist», so Stähli. Erwachsene und Kinder hätten sich praktisch alle in seinem Schatten aufgehalten. «Deshalb ist rund um den Baum eine Sitzmöglichkeit gedacht, zusätzlich soll der Wurzelraum des Baumes geschützt werden.» Um noch mehr Schatten zu bekommen, sollen weitere Bäume auf dem Areal gepflanzt werden. Auch Sitzgelegenheiten für Erwachsene bleiben ein Bestandteil des Konzepts.
Der Drache soll bleiben
Bei den Spielgeräten müssen teilweise Prioritäten gesetzt werden. Vorgesehen sind unter anderem normale Schaukeln, eine grosse Nestschaukel, ein Bodentrampolin und ein Pingpongtisch. Für zwei Trampoline und gleichzeitig eine Nestschaukel reicht der Platz hingegen nicht aus. Der Spielturm soll erhalten bleiben, aber an einen anderen Ort versetzt werden.
Ein besonderes Thema ist der Drache. Das auffällige Objekt ist nicht nur Spielgerät, sondern zugleich Kunstobjekt. Der Gemeinderat hat sich dafür ausgesprochen, ihn zu erhalten und zu sanieren.
Allerdings sorgt das Objekt auch für Lärm. Aus der Nachbarschaft wurde deshalb der Wunsch nach einer Verbesserung des Schallschutzes geäussert. Nun wird geprüft, wie der Drache mit geeigneten Dämpfungsmassnahmen leiser gemacht werden kann. Dafür wird nach Möglichkeit ein Spezialist aus der Region beigezogen.
Sicherheit und Parkplätze
Bei der Diskussion am Mittwochnachmittag kamen auch Fragen zur Umgebung auf. Eltern und Anwohnende beschäftigen insbesondere die nahe Strasse und die Gefahr, dass Kinder den Spielplatz verlassen und unvermittelt auf die Fahrbahn gelangen könnten. Der Landschaftsarchitekt erklärte, dass neu Zugangstore und Abschrankungen in Form von Hecken Abgrenzungen zur Strasse bilden sollen.
Auch das Parkieren von Velos oder Kinderwagen wurde angesprochen. «Ein separater Parkplatz dafür ist nicht angedacht. Wir werden das Thema aber nochmals prüfen», erklärte Marco Späni, Unterhalt Liegenschaften.
Umsetzung braucht mehrere Schritte
Bis die Bauarbeiten beginnen können, sind noch verschiedene Verfahren nötig. Das Grundstück gehört der Korporation Baar Dorf, während die Gemeinde das Grundstück von der Korporation gepachtet hat und für den Betrieb und Unterhalt des Spielplatzes zuständig ist. Deshalb muss die Eigentümerin dem Vorprojekt und den vorgesehenen Veränderungen zustimmen.
Anschliessend wird die Baueingabe eingereicht und das Projekt im ordentlichen Baubewilligungsverfahren geprüft. Die eigentliche Umsetzung wird nach den Aussagen von Späni im Verlauf des kommenden Jahres erwartet, allerdings eher gegen dessen Ende.



