† Maria Murer-Waltenspül

  26.02.2025 Gedenken

Unsere Mutter Maria Murer-Waltenspül erblickte am 25. Februar 1927 als drittes Kind von Lina und Stefan Waltenspül-Elsener im Oberinkenberg Baar das Licht der Welt. Mit ihren sechs Geschwistern, drei Schwestern und drei Brüdern verbrachte sie eine strenge, aber auch liebevolle Jugendzeit. Die Schule besuchte sie in Allenwinden und war stets eine interessierte und aufgeweckte Schülerin.

Als ihr Vater während der Kriegsjahre mitsamt dem Zugpferd ins Militär einrücken musste, lastete die ganze Hofarbeit auf der Mutter und den drei ältesten Geschwistern. Bereits in jungen Jahren musste Maria weg von zu Hause, um in fremden Haushalten ihre immense Arbeitskraft einzubringen.

Als unser lieber Vater, Wendelin Murer, in ihr Leben trat, war das «der» Lichtblick in ihrem sonst nur von Arbeit geprägten Leben. Am 20. Mai 1948 heirateten die beiden und waren sehr glücklich auf ihrem Hof im Inkenberg. Sie passten perfekt zusammen. Sie hielt die Zügel in den Händen und er war der ruhende Pol und Ratgeber im Hintergrund!

Im Dezember 1949 durften sie ihr erstes Kind Annemarie in die Arme schliessen. In den folgenden Jahren kamen noch Wendelin, Hans, Sepp, Lisbeth und Beat dazu. Die zwei Mädchen und vier Buben heckten so manchen Streich aus, nicht immer nur zur Freude der Mutter! Wir verbrachten eine schöne Kindheit auf dem Bauernhof. Maria war stets eine liebe, treubesorgte, wenn nötig aber auch eine strenge Mutter. In solchen Fällen hatte unser Vater immer ein offenes Ohr für uns Kinder.

Maria war nicht nur eine tüchtige Bäuerin, sondern auch zuständig für die finanziellen Belange des Hofes. Akribisch genau führte sie über alles Buch und liess sich nicht von irgendwelchen Leuten einfach so abspeisen. Heutzutage würde man eine solche Allroundfunktion «CEO» nennen!

Sie war auch die treibende Kraft dahinter, als im Jahr 1964 eine neue Scheune und 1972 ein neues Haus gebaut wurden. Dies war nur möglich wegen der Sparsamkeit unserer Eltern. Sie gönnten sich wirklich nichts. Ferien war ein Fremdwort für sie.

Im Haus und auf dem Hof gab es immer viel zu tun. Besonders «de Chriesnet» war streng. Maria war dann immer voll in ihrem Element, und sie verlangte auch von uns alles ab. Auch den Hofladen betrieb sie mit viel Elan, und sie tat alles dafür, um die Kundschaft zufriedenzustellen.

Der tödliche Bergunfall unseres Jüngsten Beat im Oktober 1982 im Alter von 18 Jahren war ein tiefer Einschnitt im Leben von uns allen. Unsere Mutter war untröstlich. Es folgte eine schwierige Zeit.

Die Kinder flogen aus und gründeten ihre eigenen Familien. Grosse Freude bereiteten ihr ihre 10 Grosskinder und 14 Urgrosskinder, die sie stets liebevoll umsorgte.

Tiefe Trauer auch im September 1991, als Maria von ihrem geliebten Ehemann Wendelin Abschied nehmen musste. Unser Vater war 76-jährig seinem jahrelangen Leiden erlegen.

Maria hatte viele Talente, so auch Handarbeiten wie stricken, nähen, Gobelin sticken. Fast alle Kleider nähte und strickte sie für ihre Kinder selbst. Wir Kinder kamen immer alle in gleichen Pullovern daher, alle von unserer Mutter gestrickt!

Ein grosses Hobby von Maria waren ihre Blumen. Besonders die Geranien, die sie mit viel Sorgfalt pflegte und hegte; ihr Balkon war immer ein Blickfang! Unsere Mutter war stets der Mittelpunkt der Familie. Jeder Besucher wurde liebevoll mit Kaffee und Kuchen verwöhnt.

Viele gemütliche Stunden verbrachte Maria beim Jassen mit den Angehörigen, Nachbarsfrauen und beim Seniorentreff im Restaurant Löwen. Das Jassen war ihre grosse Passion, und dabei spielte sie ihre mentale Stärke voll aus.

Bis ins hohe Alter von 93 Jahren führte sie ihren Haushalt selbständig. Ein Sturz sowie die anschliessende medizinische Fehlbehandlung machten dann den Eintritt ins Alterszentrum Martinspark in Baar unumgänglich. Es fiel ihr sehr schwer, ihre Selbständigkeit aufzugeben, doch sie wusste, dass es nicht mehr anders ging. Sie hatte das Glück, viele Besucher empfangen zu dürfen. Das genoss sie sehr.

Die letzten paar Monate ging es ihr zusehends schlechter, bis sie am 30. Dezember 2024 im Alter von fast 98 Jahren friedlich einschlafen konnte. Es war eine Erlösung für alle. Ein arbeitsreiches, aufopferndes langes Leben ging zu Ende.

In tiefer Verbundenheit und Dankbarkeit lassen wir sie gehen. Ihre Liebe, ihr Licht, es führt uns weiter, jetzt und für immer. Wir gönnen ihr nun die ewige Ruhe und vergessen sie nie.

Für die Familie: Elisabeth Schicker


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