Nach Halloween beginnt die Arbeit für die Hauswarte
04.11.2026 RathauspostUnterhalt Eier an Fassaden, Abfall auf Pausenplätzen und nächtlicher Betrieb: Während andere Halloween feiern, wissen die Hauswarte bereits, was sie am nächsten Morgen erwarten könnte.
Der Halloween-Abend beginnt für Hauswart Patrick Scheuber jeweils friedlich. Kleine Hexen, Skelette und andere «Mönsterli» ziehen von Tür zu Tür und hoffen auf möglichst viel Süsses. Doch je später der Abend, desto älter wird das Publikum. Jugendliche ziehen in Gruppen durch Baar, Schulanlagen und öffentliche Plätze werden zu Treffpunkten. Was dort passiert, bekommen die Hauswarte durchaus mit.
Eine Halloween-Nacht auf der Dorfmattwiese ist Patrick Scheuber, der für die Schulanlage Sternmatt 1 zuständig ist, besonders in Erinnerung geblieben. Mehrere Gruppen hatten sich versammelt, Kracher wurden gezündet und E-Trottinetts fuhren über die Wiese. Dorfmatt-Hauswart Kari Brügger verzichtete auf grosse Diskussionen und griff zu einer simplen Massnahme: Er schaltete das Flutlicht ein. Plötzlich war die ganze Wiese taghell. Und ebenso plötzlich wollten offenbar alle lieber woanders sein. Innerhalb kürzester Zeit war die Wiese leer. Patrick Scheuber erinnert sich schmunzelnd an diese «witzige Art der Deeskalation». Manchmal braucht es als Hauswart eben keine grossen Worte. Ein Lichtschalter reicht.
Die Spuren kommen mit dem Tageslicht
Am Morgen nach Halloween beginnt der weniger amüsante Teil. Obwohl der 1. November wegen Allerheiligen schulfrei ist, gehört der Kontrollgang für die Hauswarte dazu. Fenster, Fassaden, Pausenplätze und Grünflächen werden überprüft. Dabei zählt manchmal jede Stunde. «Mühsam wird es, wenn man einen Eierwurf in der Nacht nicht entdeckt hat», erklärt Patrick Scheuber. «Ist das Ei auf der Fassade oder am Fenster erst einmal eingetrocknet, wird die Reinigung sehr aufwändig und ist nicht immer von Erfolg gekrönt.» Ein Ei ist in wenigen Sekunden geworfen. Seine Spuren zu beseitigen, kann deutlich länger dauern. Besonders auf empfindlichen Oberflächen lassen sich Rückstände nicht immer vollständig entfernen.
Und dann wäre da noch das, was eine Halloween-Nacht sonst so zurücklässt: Flaschen, Verpackungen und Abfall auf den Plätzen und Grünflächen. Für Patrick Scheuber schliesst sich dabei manchmal ein etwas spezieller Kreis. Am Abend werden Süssigkeiten an kleine Halloween-Gestalten verteilt. Am nächsten Morgen sammelt er die Verpackungen der Süssigkeiten auf den Pausenplätzen wieder ein.
Wenn niemand etwas bemerkt, hat vorher jemand aufgeräumt
Wenn Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen nach Allerheiligen zurückkehren, sieht im besten Fall alles wieder so aus wie vorher und die Spuren der Halloween-Nacht sind beseitigt. Genau darin liegt eine Besonderheit der Arbeit der Hauswarte: Vieles fällt erst auf, wenn es nicht gemacht wurde. «Die vermeintlichen Adressaten bekommen von den Halloween-Streichen oft gar nichts mit, da die Hauswarte ein Interesse daran haben, Verschmutzungen so schnell wie möglich zu beseitigen», sagt Patrick Scheuber.
Hinter sauberen Pausenplätzen und intakten Anlagen steckt mehr Arbeit als man ihnen ansieht. Und nicht alles lässt sich mit Besen, Wasser und Reinigungsmittel erledigen. Bei grösseren Vorfällen kommen Reparaturen hinzu, vereinzelt braucht es auch einen Sicherheitsdienst oder gar die Polizei. Trotzdem darf Halloween für Patrick Scheuber Halloween bleiben. Gegen einen harmlosen Streich mit etwas Fantasie hätte er nichts einzuwenden. «Aber etwas Kreatives oder Witziges ist mir leider bisher noch nie über den Weg gelaufen.» Vielleicht wird es ja nächstes Jahr etwas.
Harald Stettler, Leiter Hauswartung, Abteilung Liegenschaften/Sport

