Nachhaltigkeit: Nicht nur reden, auch handeln
23.09.2026 Natur/UmweltEs ist Zeit zu handeln: Darüber waren sich die Referenten einig, die am Info-Anlass «Klimaschutz in der Praxis» von ihren Dienstleistungen, Angeboten und Praxiserfahrungen rund ums Thema Klimaschutz sprachen. Rund 25 Baarer Unternehmer und Unternehmerinnen folgten der Einladung der Einwohnergemeinde, die den Anlass gemeinsam mit der Klima Charta Zug+, organisierte.
RENÉ KAUFMANN
Steigende Energiepreise, neue Kundenanforderungen oder gesetzliche Entwicklungen machen Nachhaltigkeit auch für Gewerbe und KMU zunehmend relevant. Genau für sie war dieser Info-Anlass am 14. September gedacht: «Ziel ist es, heute mögliche Anknüpfungspunkte und die richtigen Kontakte für innovative Nachhaltigkeitslösungen zu finden», erklärte Adrian Koch, Projektleiter Energie und Umwelt bei der Einwohnergemeinde Baar, in seiner Einführung.
Gemeinsam für ein nachhaltiges Baar
Seit 2026 ist die Gemeinde Baar Mitglied bei der Klima Charta Zug+, und damit Teil eines innovativen Netzwerkes, das sich das Ziel gesteckt hat, gemeinsam klimaneutral zu wirtschaften. Die Gemeinde unterstützt geplante Massnahmen für eine nachhaltige Energieversorgung, energieeffiziente Gebäude, mehr Biodiversität und die Anpassung an den Klimawandel. Koch präsentierte die verschiedenen Fördergegenstände und wies darauf hin, wie wichtig es sei, Fördergesuche vor der Realisierung eines entsprechenden Projekts einzureichen.
Klimaengagement: Aber wie?
Gerade in kleinen Unternehmen fehlt oft das interne Know-how für ein wirkungsvolles Klimaengagement. «Die Klima Charta Zug+ bietet Wissen zu Chancen und Risiken und zu konkreten Lösungen im Klimaschutz», sagte Felix Rost, Mitarbeiter der Geschäftsstelle Klima Charta Zug+. Er freute sich, so viele bekannte Gesichter im Publikum zu sehen. Das zeige, wie viele Baarer Unternehmen sich bereits aktiv für ein klimaneutrales Wirtschaften engagieren. In seinem Referat zeigte er auf, wie gerade Gewerbe und KMU von einer kostenlosen Mitgliedschaft bei der Klima Charta profitieren können. Als Teil des Netzwerks erhalten sie nicht nur aktuelles Expertenwissen rund um Klimaschutz, sondern können sich von den Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungen anderer Unternehmen inspirieren lassen.
Der CO2-Fussabdruck als Ausgangspunkt
In einer individuellen Klima- und Umweltberatung können Unternehmen den eigenen CO2-Fussabdruck bestimmen und sich auf dieser Basis mögliche Handlungsfelder und Potenziale zur Emissionsreduktion aufzeigen lassen. «Was wir dabei immer berücksichtigen, ist die Wirtschaftlichkeit der konkreten Massnahmen», betonte Rost und wies darauf hin, dass der Kanton Zug noch bis Ende Jahr 50 Prozent der Beratungskosten übernimmt.
Klimaschutz in der Praxis
Arno Matter, Inhaber und Geschäftsführer der Maler Matter AG, zeigte die verschiedenen Nachhaltigkeitsmassnahmen auf, die sein Unternehmen umgesetzt hat. Als Unternehmer betonte er, dass es nicht allein um eine ökologische, sondern auch um ökonomische Nachhaltigkeit gehe. Darüber hinaus sei für ihn die soziale Nachhaltigkeit genauso wichtig: für die Mitarbeitenden, die Kunden und Partner, für die ganze Gesellschaft.
Sonnenenergie und Regenwassernutzung
Mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Gewerbehauses und des Schopfes erzeugt Maler Matter rund 70 Prozent des eigenen Strombedarfs durch Sonnenenergie. Zudem werden Pinsel und Instrumente ausnahmslos mit aufgefangenem Regenwasser ausgewaschen. Das spart tausende Liter Trinkwasser ein.
Die Innovation liegt in einem Reservoir, das nicht nur als Rückstaubecken dient, sondern auch die Nutzung des Regenwassers für die Pinselwaschanlage ermöglicht. «Wenn man etwas nur für etwas nutzen kann, reicht mir das in der Regel nicht», erklärte Matter seinen Anspruch an innovative Lösungen. Die Amortisationszeit der Regenwasseranlage sei rein in Franken gerechnet zwar zu lange, doch aus dem Umweltgedanken heraus sei sie längst amortisiert. «Für mich ist klar, dass wir den eingeschlagenen Weg weitergehen.»
Nicht nur fordern, auch fördern
Bauvorstand Zari Dzaferi bekräftigte am Ende des offiziellen Teils, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Gewerbe und KMU sei, um Baar als Wirtschaftsstandort und Wohnort auch in Zukunft attraktiv zu gestalten. Das Engagement der Gemeinde Baar in der Klima Charta Zug+ sei ein klares Bekenntnis für das lokale Gewerbe und eine nachhaltige Wirtschaft. Behörden hätten nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern. Mit diesen Worten leitete er zum Apéro über, der den Teilnehmenden Gelegenheit bot, den Experten Fragen zu stellen und sich von den Erfahrungen anderer Unternehmer inspirieren lassen zu lassen.



