Pfadi Baar reist in den Süden von England
12.08.2026 JugendIm Juli packten die Baarer Pfadfinderinnen und Pfadfinder ihre Rucksäcke für ein ganz besonderes Sommerlager: Zur Feier des 70. Jubiläums machten sie sich mit Car und Fähre auf den Weg nach England, vorbei an den berühmten Kreidekliffs der Seven Sisters und weiter in den Süden von England.
JILL EBERHARD
Vom 4. bis zum 18. Juli verbrachte die Pfadi Baar ihr diesjähriges Sommerlager, kurz Sola, auf dem Braggers Wood Camping and Activity Centre in England. Eine Reise, die nicht einfach gebucht war, sondern gut anderthalb Jahre Vorbereitung erforderte.
Ein Sola mit viel Organisationsaufwand
«Ein Sola im Ausland zu organisieren ist extrem aufwendig und nochmals um einiges schwieriger als ein Sola in der Schweiz», sagt Ella Andermatt, Leiterin bei der Pfadi Baar. Die Vorbereitungen starteten anderthalb Jahre vor der Abreise. Zweimal reisten Leitende der Pfadi eigens nach England, um den Campingplatz zu besichtigen, geplante Wanderungen abzulaufen und Ausflugsziele zu prüfen.
Dazu kam eine Herausforderung, die es vor wenigen Jahren in dieser Form noch nicht gegeben hätte: der Zoll. Seit dem Brexit ist das Vereinigte Königreich nicht mehr Teil der EU, und das machte sich im Organisationsaufwand deutlich bemerkbar. Das Lagermaterial wurde per Lastwagen nach England transportiert. Grossmaterial wie Schaufeln und Werkzeug musste dabei lückenlos beim Zoll angemeldet werden. Verbrauchsmaterial hingegen, etwa Nägel, durfte gar nicht erst eingeführt werden und musste vor Ort gekauft werden. Schon die grundlegenden Vorbereitungen seien aufwendiger gewesen als gewohnt, erklärt Andermatt: Einen Lagerplatz in der Schweiz anzuschauen sei ein Tagesausflug, in England habe es dafür ein ganzes Wochenende gebraucht.
Neben dem organisatorischen war auch der finanzielle Aufwand gross. Die Pfadi Baar trug einen Teil der Kosten selbst, war jedoch auch auf den Beitrag der Kirchgemeinde und der Gemeinde Baar angewiesen: «Ohne diesen wäre das Lager in dieser Form nicht möglich gewesen», so Andermatt.
Von den Kreidekliffs bis zum Lagerfeuer
Die Anreise selbst war bereits ein Erlebnis: Mit dem Car fuhr die Pfadi über Strassburg und Luxemburg in die Niederlande, nach Hoek van Holland. Von dort ging es mit der Nachtfähre über den Kanal. Am zweiten Reisetag machte die Gruppe einen Zwischenstopp bei den Seven Sisters an der Südküste Englands, bevor sie ihren Campingplatz erreichte.
Auf dem Programm standen neben dem Lagerleben auch besondere Ausflüge: ein Besuch auf Brownsea Island, der Insel im Poole Harbour, die als Geburtsort der Pfadfinderbewegung gilt, ein Abstecher nach Bournemouth sowie ein dreitägiger Ausflug auf die Isle of Wight. Besonders freute sich die Pfadi Baar auf den Austausch mit englischen Pfadfinderinnen und Pfadfindern, die zweimal zu Besuch auf dem Campingplatz vorbeikamen. Gemeinsam wurde gegessen, gespielt und der Kontakt über die Landesgrenzen hinaus geknüpft, was für alle, die dabei waren, eine bereichernde Erfahrung war.
Und doch: Das Schönste am Lager ist oft das, was überall gleich bleibt. «Wie jedes Jahr genossen wir das typische Lagerleben», erzählte Andermatt: ein Lagerfeuer am Abend mit Liedern, gemeinsames Kochen, Spiele und viel Zeit draussen.
Ein Lager, das in Erinnerung bleibt
Nach zwei Wochen England kehrten die Baarer Pfadfinderinnen und Pfadfinder am 18. Juli mit vielen Eindrücken und vermutlich dem einen oder anderen englischen Wort mehr im Wortschatz zurück nach Baar. Bei den Leitenden überwog die Freude und der Stolz: Fast zwei Jahre Planung haben sich ausgezahlt. «Das Lager ist sehr gut gelaufen», sagte Andermatt, und das Feedback habe das bestätigt. Auch das Wetter habe mitgespielt und den Aufenthalt nochmals verschönert. Einige Eltern hätten sich im Nachhinein gemeldet und berichtet, wie begeistert ihre Kinder gewesen seien. Den Teilnehmenden habe England enorm gut gefallen, die Ausflüge seien besonders gut angekommen. Etwas, das die Leitenden nach dem grossen Aufwand natürlich ganz besonders freut.



