Spatenstich für die Wasserversorgung Walterswil

  12.08.2026 Gesellschaft

Bereits 1519 wird in einer Legende über den Zuger Jerusalempilger Schwarzmurer erwähnt, dass sich in Walterswil eine Heilquelle befinde. Im 17. Jahrhundert erwarb das Kloster Wettingen hier Grundstücke und errichtete das frühere «Bad Walterswil». Noch heute ist die Quelle ergiebig, doch wurden die Wasserversorgungsanlagen renovationsbedürftig. Die Stiftung Don Bosco entschloss sich deshalb, das Ganze zu erneuern.

ERNST BÜRGE

In den Jahren 1594 bis 1633 war der Baarer Peter Schmid Abt des Klosters Wettingen. In dieser Zeit wurden verschiedene Höfe rund um Walterswil erworben. Eine Kapelle und ein Badhaus für die Mönche wurde errichtet. Ab 1692 erfolgte der Bau des heutigen Wettinger Hauses und einer neuen Kapelle. Nun konnten auch weitere Gäste während Jahren den Badbetrieb nutzen. Der Zürcher Arzt Johann Jakob Scheuchzer schrieb 1707 die dreiteilige «Naturgeschichte der Schweiz». Auf zehn Seiten erwähnte er darin lobend diese Quelle und widmete sich den Wirkungen und Anwendungsweisen des Wassers. Ab den 1740er Jahren löste sich das Kloster Wettingen langsam von Walterswil, und 1750 ging der Besitz an ein Zuger Konsortium über. Spätestens zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam das Bad ausser Betrieb. Der «Walterschweilerhof» war nunmehr ein Landwirtschaftsbetrieb.

Im Jahre 1900 erwarb das Zürcher Priesterkapitel das Gut Walterswil und errichtete hier ein katholisches Kinderheim mitsamt Internat. Auch entstand die heutige Kirche, welche 1903 eingeweiht werden konnte. Während beinahe 100 Jahren waltete hier ein reger Schulbetrieb. Nebst dem Internat kamen auch viele externe Schulkinder, vornehmlich aus den umliegenden Gebieten hierher, für die der Schulweg nach Baar zu lange war. 1972 wurde die Stiftung Don Bosco gegründet, welche nunmehr die Schule und Liegenschaften übernahm.

1997 musste der Schulbetrieb aus finanziellen Gründen aufgegeben werden, doch nur kurze Zeit später entstand neues Leben, denn die International School of Zug mietete die Räumlichkeiten. Die Zukunft war somit gesichert. In verschiedenen Ausbauschritten werden heute über 1’200 Schülerinnen und Schüler aus etwa 88 Nationen unterrichtet.

Die Wasserversorgung
Die Stiftung Don Bosco beauftragte im Jahre 2021 die Firma Holinger AG aus Zürich für nähere Abklärungen zur Wasserversorgung. Diese besteht aus einer Quelle, einem Reservoir und dem Verteilernetz. Die Untersuchungen ergaben, dass die Anlage sanierungsbedürftig ist und auf den heutigen Stand der Technik gebracht werden muss. Deshalb wurde ein ausführliches Projekt erarbeitet mit einem neuen Reservoir und erweiterter Reservoirleitung. Nach Gesprächen mit der Korporation Baar-Dorf und dem Amt für Wald und Wild wurde entschieden, das Reservoir ausserhalb des Waldschutzgebietes zu erstellen. Im März 2026 wurde die Baubewilligung erteilt, und bereits im Juli konnte nunmehr der Spatenstich erfolgen.

Der Spatenstich
Der Präsident der Stiftung Don Bosco, René Zihlmann, konnte dazu eine ganze Anzahl Gäste begrüssen, darunter Gemeindepräsident Walter Lipp mit seinen Kollegen Zari Dzaferi und Hans Küng, Delegationen der Korporation Baar-Dorf, der Kirchgemeinde und der beteiligten Unternehmen sowie auch die weiteren Mitglieder des Stiftungsrates. Zihlmann blickte zurück auf die Geschichte von Walterswil, seinem Bad, dem Internat und der heutigen internationalen Schule. Das gute Walterswiler Wasser war während der gesamten Zeit immer ein Thema, und darum sei es heute wichtig, dies für die Zukunft weiterhin sicher zu stellen. Er sagte dazu: «Die Kinder können sich weiter auf gutes Wasser freuen.»

Philipp Derungs von Holinger AG erläuterte das Projekt im Detail und vermerkte dazu, dass das Reservoir überdeckt und die Umgebung aufgeforstet werde. Dauernd sei die Qualitätsmessung vorhanden und es bestehe auch eine Löschwasserreserve.

Zwei Alphornbläser umrahmten die von Stiftungsrat Paul Langenegger vorbereitete Zeremonie. Der eigentliche Spatenstich erfolgte durch Zihlmann, während der Stiftungsrat mit Wasser aus Giesskannen die Baustelle begoss. Josef Annen, früherer Generalvikar von Zürich, wies darauf hin, dass Wasser der Urstoff der Welt sei, gefolgt von Erde, Luft und Feuer. Dazu segnete er das Werk und schloss alle am Bau Beteiligten in sein Gebet ein.

Ein Apéro auf dem Zufahrtsweg beschloss den Spatenstich und unter den Anwesenden gab es regen Austausch zu manchen Erinnerungen an frühere Walterswiler Zeiten.


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