Turnerinnen auf Entdeckungstour am Bodensee
23.09.2026 VereineVom Regen liessen sich die 26 Frauen des TV Baar die gute Laune nicht verderben.
Nach einem kurzen Kaffee- und Gipfelihalt bei der Kartause Ittingen TG besserte sich das Wetter am Untersee. Wegen der Nässe entschieden wir uns für die Kurzvariante der Wanderung nach Gottlieben. Dadurch hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, das schmucke Riegelbaustädtchen ausgiebig zu bewundern. Zudem gibt es dort auch eine hübsche kleine Seidenmanufaktur, die es uns interessierten Frauen angetan hatte.
Eine sehr interessante Führung durch die Fabrikation der bekannten «Gottlieber Hüppen» zeigte uns die vielen Arbeitsschritte, die es für die Herstellung der süssen Rollen braucht. Natürlich gehörte auch das Probieren der Köstlichkeiten dazu!
Genuss und Geschichte
Im altehrwürdigen Konstanzer Hotel Halm entschieden wir uns fürs Kofferauspacken oder direkt zum «Lädele». Als Nächstes lockte ein Apéro unter den Bäumen eines kleinen Uferbistros.
In kurzer Gehdistanz befindet sich das Restaurant Konzil mit seiner langjährigen Geschichte. Hier wurde vor mehr als 600 Jahren das erste und letzte Mal auf deutschem Boden ein Papst gewählt: Papst Martin V. In diesen geschichtsträchtigen Räumen sehr gut zu essen, war schon etwas Spezielles.
Der im orientalischen Stil gehaltene Saal des Hotels Halm erwartete uns am Folgetag mit einem sagenhaften Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offenliess.
Mit vollen Mägen schlenderten wir zur Dreifaltigkeitskirche, wo die Baarer Frauen erfuhren, dass der Tabernakel und die aus Holz geschnitzte Kanzel ursprünglich in der alten Michaelskirche in Zug gestanden hatten. Wegen Geldknappheit beim Bau der neuen Michaelskirche wurden sie Anfang des 20. Jahrhunderts günstig an den Konstanzer Bischof verkauft. Leider bemerkten die Zuger ihren Fehler zu spät und wollten die Kunstwerke einige Jahre später zurückkaufen. Aber die Konstanzer liessen nicht mehr mit sich verhandeln.
Ein Raunen ging durch die Gruppe, als wir am Schnetztor einen Räbegäuggel entdeckten. Er heisst zwar in Konstanz «Blätzlebueb», wurde jedoch tatsächlich vom Baarer Künstler Geny Hotz entworfen!
An den wundervoll renovierten Altstadthäusern vorbei ging es wieder zum Hafen. Dort steht die neun Meter hohe, sich um die eigene Achse drehende Statue «Imperia».
Die dargestellte Kurtisane steht für die Stärke der Frauen im Hintergrund zur Zeit des Konzils – aber auch für jene von heute. Sie lässt auf ihren ausgestreckten Händen die Mächtigen der Welt als winzige Gaukler tanzen.
Peter Lenk konnte diese Figur 1993 gegen den Willen konservativer Kreise in Konstanz errichten, weil sie auf dem Gelände der Deutschen Bahn, und nicht auf Stadtboden steht. Mittlerweile ist die «Imperia» zu einer beliebten Touristenattraktion und einem Publikumsmagneten geworden.
Sonniger Abschluss am Bodensee
Nach so viel Wissensvermittlung ging es mit der Fähre zum Städtchen Meersburg, das wir bei schönstem Wetter auf eigene Faust erkundeten.
Auf der Heimreise zweigten wir im Dörfchen Ricken Richtung Uznach ab, wo beim Restaurant «Bildhaus» unser letzter Halt stattfand.
Zum Abschluss genossen wir nach dem Vesperplättli den Weitblick über den oberen Zürichsee bis zum Albis und freuten uns, erfüllt von vielen schönen Eindrücken, auf unsere Daheimgebliebenen.
Für die Turnerinnen B des TV Baar: Ruth Blatter

