Verkehr wird zunehmen – Massnahmen werden diskutiert
11.03.2026 Natur/UmweltDer Verkehr im Raum Zug/Baar und im Ägerital wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Diese Prognose wurde durch zusätzliche Verkehrsmessungen bestätigt. Nun werden Massnahmen diskutiert, um das Verkehrsnetz zu verbessern.
RAHEL HEGGLIN
Damit die Verkehrsentwicklung abgebildet und der Verkehr geplant werden kann, arbeitet der Kanton mit einem Verkehrsmodell. Um dieses zu aktualisieren und dessen Aussagekraft zu erhöhen, wurden vom 28. August bis zum 3. September 2025 nebst den über hundert ständigen Messstellen zusätzliche Messungen via Nummernschilderhebung durchgeführt. «In Baar wurde der Verkehr an zehn Standorten gemessen», erklärt Marc Amgwerd, Kantonsingenieur. Die Daten dienen als Grundlage für die Planung des kantonalen Verkehrsmodell bis ins Jahr 2040.
Der Kantonsingenieur gibt an, dass davon auszugehen ist, dass der Verkehr von 2017 bis 2040 um 19 bis 26 Prozent zunehmen wird. Ein wichtiger Grund dafür sei das starke Wachstum im Raum Zug/Baar. Zwischen 2016 und 2040 rechnet der Kanton mit 13’000 zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie rund 16’000 neuen Arbeitsplätzen. «Mit dem Bevölkerungsanstieg wird auch in Baar die Mobilität steigen», sagt Amgwerd. Das Wachstum sei hier deutlich stärker als etwa im Ägerital.
Stark belastete Strassen in Baar
Die Auswertung der Verkehrsanalyse zeigt, dass einige Strassen bereits heute stark belastet sind. In Baar betrifft dies vor allem die Süd- und die Weststrasse. Zudem stossen wichtige Verkehrsknotenpunkte während der Spitzenzeiten jetzt schon an ihre Kapazitätsgrenze. Probleme gibt es etwa beim Autobahnanschluss, auf der Nordstrasse sowie beim Kreuzplatz. Auch der öffentliche Verkehr ist betroffen: In den Spitzenstunden am Abend verkehrt die Buslinie 603 Richtung Lättich deutlich langsamer.
Gemeindevertreter arbeiten in Projektgruppen mit
Vertreter aus kantonalen und gemeindlichen Behörden, Politik, Verbänden und Verkehrsunternehmen haben sich auf Einladung der Baudirektion zum Workshop getroffen. Dabei wurden die Ergebnisse der Verkehrserhebung und die künftigen Anforderungen besprochen. Aus Baar waren Gemeinderat Zari Dzaferi sowie Pascal Strüby, Leiter der Dienststelle Siedlungs- und Verkehrsplanung an den Workshops beteiligt. «Inwiefern und ob die eingebrachten Rückmeldungen Eingang in die Erarbeitung der Fokusstudie finden werden, wurde gegenüber der Einwohnergemeinde Baar bis anhin noch nicht kommuniziert», sagt Dzaferi.
Laut Kanton haben die Workshop-Beteiligten den Wunsch angebracht, dass künftige Anpassungen bei den Kantonsstrassen auf die Zentrumsplanung abgestimmt werden. «Im Baarer Zentrum geht es insbesondere darum, die Umgestaltung im Abschnitt SBB-Unterführung Neugasse – Kreisel Bahnmatt auf den geplanten Bushof Nord sowie auf die Quartiergestaltungsplanung Bahnmatt abzustimmen» so der Kantonsingenieur. Für Dzaferi ist klar, dass die Gemeinde mitreden muss: «Die Einwohnergemeinde Baar erwartet, zeitnah von der Baudirektion hinsichtlich konkretem weiterem Vorgehen informiert und in den Prozess weiterhin einbezogen zu werden. Zudem möchten wir, dass neben der erforderlichen Kapazitätserhöhung des Kantonsstrassennetzes auch eine siedlungsverträgliche, sichere und qualitätsvolle Ausgestaltung der Strassenräume sichergestellt wird», informiert Dzaferi.
Massnahmen werden nun erarbeitet
In einem nächsten Schritt werden aufgrund der aufgezeigten Problemfelder nun mögliche Massnahmen erarbeitet, die in den nächsten Workshops im Sommer 2026 besprochen werden. Der Schlussbericht zu den Fokusstudien soll Ende Jahr vorliegen.
Langfristig kommt laut Amgwerd das Projekt allen Verkehrsteilnehmenden zugute. «Davon profitieren Fussgängerinnen und Fussgänger, Velofahrende, der öffentliche Verkehr und auch der Autoverkehr.»
Information
Verwaltungsgericht des Kantons ist umgezogen
pd / Das Verwaltungsgericht wechselte Ende Februar in neue Räumlichkeiten an der Hofstrasse 13 in Zug. Das Gebäude An der Aa 6 wird im Zuge der Arealüberbauung An der Aa abgerissen.
Schalteröffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 11.45 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Tel. 041 594 52 70, [email protected]


