Viel Engagement für eine noch sauberere Gemeinde
23.09.2026 GesellschaftDer Tag präsentierte sich wie frisch gewaschen. Sonnig, trocken, nicht zu warm. Das waren ideale Bedingungen für die 47 Freiwilligen, die sich zusammenfanden, um gemeinsam die Aktion «Für es suubers Baar» im Rahmen des nationalen Clean-Up-Days abzuschliessen.
RENÉ KAUFMANN
Eine bunt durchmischte Truppe traf sich am vergangenen Samstag vor dem Gemeindehaus, um ihren Beitrag für ein sauberes Baar zu leisten. Der Gemeinderat und Vorsteher Sicherheit/ Werkdienst, Hans Küng, begrüsste die Helferinnen und Helfer und bedankte sich für ihr Engagement.
Zum Einstieg stellte Nathalie Hofer-Inteeworn vom WWF Zentralschweiz das Projekt «Lachs Comeback» vor. Sie erklärte, wie wichtig für die geplante Rückkehr des Lachses in Schweizer Gewässer unter anderem auch sauberes Wasser sei. Das motivierte die Teilnehmenden zusätzlich. Die eine oder der andere wartete schon ungeduldig darauf, die Sicherheitsweste überzuziehen, Eimer, Sack, Handschuhe und Greifzange zu packen und ans Werk zu gehen.
In vier Gruppen quer durch Baar
Jetzt war es so weit. In vier Gruppen eingeteilt schwärmten die Helfer aus: vom Dorfkern bis zum Schlaufensteg, ins Gebiet rund um die Kirche St. Martin und Altgasse, hinaus zum Lättich sowie in Richtung Bahnmatt und Mühlegasse. Einen Jungen, der schon bald die erste PET-Flasche in seinem Sack verschwinden liess, hörte man rufen: «Das fägt, zäme z’putze!»
Mit unterwegs waren auch Botschafterinnen und Botschafter der Interessensgemeinschaft Saubere Umwelt, IGSU. Sie beantworteten Fragen, gaben Tipps und Informationen rund ums Thema. Rund 200 Millionen Franken pro Jahr würden etwa in der Schweiz allein für das Wegräumen von Littering aufgewendet, und pro Kilometer Autobahn sammle man pro Jahr eine Tonne Abfall. Eindrückliche Zahlen, die den Eifer der Freiwilligen zusätzlich befeuerten.
Der Einsatz war gross, die «Ernte» war üppig
Mit gesenktem Kopf und scharfem Blick fahndeten die Littering-Jäger auf Trottoir, in Büschen und Wiesen nach Dingen, die einfach nicht dorthin gehörten. Mit jedem aufgehobenen Stück Unrat, das in ihren Säcken verschwand, stieg die Motivation. Auch das spontane Lob von Passanten für das eifrige Tun tat den Sammlern sichtbar gut.
Nicht nur Baarer Einwohnende waren an dieser Anti-Littering-Mission beteiligt. Da war beispielsweise Aurore aus Zug: Sie kenne Baar nur vom Vorbeifahren und merke heute, dass es hier einige Schönheiten zu entdecken gäbe. «Doch dafür komme ich ein anderes Mal vorbei, heute sehe ich nur auf den Boden.» Sie lachte, fragte, wo es wohl noch mehr Abfall zu finden gäbe, und zog weiter.
Oder Fie und ihr Sohn Albert aus Unterägeri. Gemeinsam waren sie beim Bahnhof unterwegs und schienen ihre Gruppe verloren zu haben, so konzentriert suchten sie nach Abfall. Judith aus Steinhausen zeigte sich vor allem erschüttert über die vielen Zigarettenstummel, die achtlos weggeworfen werden. Und in der Tat: Diese haben es in sich, kann doch ein einzelner Stummel bis zu 1’000 Liter Wasser verschmutzen. Da lohnte sich das Bücken doch alleweil. Marco aus Baar erzählte, dass er sich immer wieder engagiert, wenn es etwas für die Umwelt zu tun gibt. Es sei schliesslich vor allem seine Generation, die am meisten betroffen sei, erklärte der 24-Jährige und fügte nachdenklich hinzu: «Doch Umweltschutz geht eigentlich uns alle an.»
Flaschen, Papier, Plastik und vor allem: Zigarettenstummel
Gegen zwölf Uhr waren die Gruppen zurück vor dem Gemeindehaus und breiteten ihre Funde aus. Was da in kurzer Zeit alles zusammenkam, war erstaunlich: ein Raddeckel, Dosen, Flaschen, Plastik, ein Veloschloss, Papier, insgesamt 16,2 Kilo Abfall wurden allein an diesem Vormittag gesammelt. Dazu kamen 4’400 Zigarettenstummel. Doch bevor diese imposanten Zahlen bekannt gegeben wurden, durften die Anwesenden die Menge schätzen und an einem Wettbewerb teilnehmen.
Der Clean-Up-Day 2026 und die gesamte zweiwöchige Aktion «Für es suubers Baar» fanden beim Apéro im Restaurant Elefant einen gemütlichen Abschluss. Hier gab Hans Küng die Gewinnerinnen und Gewinner der Wettbewerbe bekannt. Joel de Buren, Leiter Marketing und Verantwortlicher Nachhaltigkeit bei Tourismus Zug, nebst der Gemeinde Baar und dem ZEBA Mitorganisator dieser Aktionswochen, bedankte sich bei allen Teilnehmenden, Unterstützern und Sponsoren. «So schön ist es hier in Baar – und jetzt ist es noch schöner, dank eurem tollen Einsatz», sagte er zum Abschied.


