100 Jahre – das unvergleichliche Echo von der Baarburg

  06.05.2026 Musik/Kultur

Ein «Heimeliges Echo vo de Baarburg» faszinierte Besucherinnen wie Besucher am 25. April zur Begrüssung «100 Jahre Jodlerklub Echo Baarburg». Die zwei Konzerte im Gemeindesaal führten zu grosser Begeisterung beim Publikum.

HANS-PETER SCHWEIZER

Es brauche Zufriedenheit und Harmonie, so heisst es in einem Lied von Ruedi Bieri – und genau diese Zufriedenheit leben die «Jodlerlüt» des Jodlerklubs Echo Baarburg seit 100 Jahren vor und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Harmonie in der Baarer Dorfgemeinschaft. Das diesjährige Frühlingskonzert stand deshalb ganz unter der Devise: «100 Jahre Jodlerklub Echo Baarburg». Zusammen mit dem ebenfalls in Baar ansässigen JK Heimelig präsentierten sich beide Vereine in diversen Formationen abwechselnd auf der Bühne.

Variantenreiche Jodeldarbietungen
Am Nachmittag wie auch am Abend durfte der freudig agierende Präsident der «Baarbürgler», Beat Obrist, trotz des sonnigen Frühlingstages die Grossaufmärsche des Publikums begrüssen: «Ich freue mich, dass ihr so zahlreich erschienen seid.» Er kündigte gleich das Lied «I freu mi» von Paul Meier (1926–2021) an. Ob Solo-, Duett-, Klub- oder Gesamtchorauftritte, die ganze Vielfalt des Jodelns verzückte Jung und Alt. Einen lebendigen Einblick in die Tradition und das Vereinsleben gaben auch die unterhaltsamen Ansagen zwischen den einzelnen Darbietungen. Anekdoten und Geschichten aus der 100-jährigen Vereinsgeschichte sorgten für Schmunzler bis Raunen im Saal. Grossen Beifall fand das von Sängerinnen und Sängern beider Klubs vorgetragene Potpourri, das nebst anderen Musikrichtungen als Jodellieder auch den stimmungsvollen «Äntlibuecher Kafi Blues» beinhaltete. Begleitet wurden sie an Klavier und Orgel, vom «Dirigentenduo», Tochter Andrea und Vater Röbi Küttel.

Tochter und Vater – Natur pur
Als Duett sangen Michèle Obrist und Vater Beat «Wenn i e Jutz cha ghöre», ein traditionelles Schweizer Jodellied, getextet und komponiert vom charismatischen Berner Oberländer Adolf Stähli (1925–1999). Wenn in Baar von Jodelgesang die Rede ist, kommt man um einen Namen nicht herum: Robert Fellmann (1885– 1951). Fellmann, der in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts mit dem Komponieren begann, gilt auch heute noch als einer der bedeutendsten Jodelliederkomponisten des 20. Jahrhunderts. Seine Kompositionen gehören selbst heute noch zu den am meisten gesungenen schweizerischen Jodelliedern.

Ihm zu Ehren zierten vier Titel das Programm, welche alle zwischen 1928 und 1936 entstanden sind. Während die «Jodler-Grossformation» das Publikum mit dem «Schnittertanz» in die Pause geleitete, wartete nach der Pause der Gastklub JK Heimelig mit «De Maie isch cho», die Solistin Jana Fischer mit «Und es bitzli näbedra» auf. Der Titel «Abschied» gehörte wiederum dem gastgebenden JK Echo Baarburg

100 Jahre Jodelgesang und eine «Weltpremiere»
Den Höhepunkt des Abends bildete zweifelsohne die Welt-Uraufführung des «Zugerberg Jodels», den Dirigent Röbi Küttel eigens für dieses Jubiläum komponiert hat. Der JK Heimelig Baar, unter der musikalischen Leitung von Andrea Küttel, hat diesen neuen Jutz (im Geheimen) einstudiert und zur grossen Überraschung und Freude der Jubilare vom JK Echo Baarburg uraufgeführt. Ein besonderes Dankeschön gebührt dabei Andrea und Röbi Küttel, die nicht nur als musikalische Leiter der beiden Jodlerklubs, sondern auch als Arrangeure und mit eigenen Auftritten einen wesentlichen Beitrag zum grossen Erfolg dieses «Centennariums» leisteten. Das «Echo» des grossartigen Anlasses dürfte wohl die nächsten 100 Jahre «über der Baarburg» nachhallen. Die zum Teil von weit her angereisten Gäste freuten sich ab der vorzüglichen Gastfreundschaft der Baarer Organisatoren und der freundlichen Bedienung im Saal. Dass Vertreter aus Wirtschaft und Politik an Traditionen und Brauchtum interessiert sind, zeigte sich in der Anwesenheit des Gemeindepräsidenten Walter Lipp, der Regierungsräte Andreas Hausheer und Stefan Schleiss. Hausheer ist ein bekennender Freund des Jodelgesangs und erklärte: «Ich habe das Konzert besucht, weil mich diese Tradition anspricht. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es wichtig, solche kulturellen Wurzeln bewusst zu pflegen». Die Schlussworte des Präsidenten Beat Obrist nahten, doch das Publikum wünschte zuerst noch etwas mehr vom fröhlichen Gesang. Dem wurde entsprochen mit dem «Weidjodel» von Hans Aregger, vorgetragen vom JK Echo Baarburg. Zum Schluss ertönte der «Abestärn» André von Moos, noch einmal mit den beiden Baarer Jodler-Chören und als letztes «Echo» erhallte der «Heimelige» Aemme-Jutz von Willy Felder über der «Baarburg».

Für Stimmung nach dem Abendkonzert sorgte der Alleinunterhalter «z’Hansrüedi», der Liedermacher, der mit seinen Kompositionen längst zum Walliser Kulturgut gehört, und immer noch mit grosser Leidenschaft sein Publikum begeistern kann . . . und dies alles im «Walliserdialekt».


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