SBB-Streckensanierung für 2027 angekündigt

  25.03.2026 Politik

Die Zulaufstrecke zum Zimmerberg-II-Basistunnel soll auf einem 1,7 Kilometer langen Abschnitt umfassend saniert werden. Diese Arbeiten sollen innerhalb des Jahres 2027 erledigt sein. Inwiefern sich diese auf den stark frequentierten Zugverkehr zwischen Zug, Baar und Zürich auswirken, ist aktuell noch unklar.

MARCO MOROSOLI

Die SBB wollen vom Nordkopf des Bahnhofs Baar in Richtung Baar Litti 1,7 Kilometer Strecke umfassend sanieren. Die Strecke ist im geplanten Bauperimeter zweigleisig geführt. Genau genommen ist geplant, auf einer Gesamtlänge von 3,4 Kilometern die Gleise, die Schwellen und den Schotter auszutauschen. Das dazugehörende Projekt lag zu Beginn des Jahres 2026 beim Kanton Zug sowie bei der Gemeinde Baar öffentlich auf.

Wie mittlerweile üblich, handelte es sich bei den Projektunterlagen um einen papierenen Turm von rund 30 Zentimetern Dicke. In diesen Akten finden sich Hinweise, die vermutlich bei der Erstellung der Doppelspur von Baar in Richtung Portal des Albistunnels im Jahre 1979 noch kaum Beachtung fanden. Die Bauherrschaft muss deshalb in verschiedenen Gleis-Abschnitten dafür sorgen, dass die Bahnanlage Raum für den Austausch von Tierpopulationen möglich macht. Reptilien und Kleintiere sollen von solchen Korridoren profitieren. Generell seien unüberwindbare Hindernisse mittels Winkelgittern zu entschärfen. Dies sei auch dem Umstand geschuldet, so ist im Baugesuch zu lesen, dass der Grad der Landschaftszerschneidung in der Schweiz besonders alarmierend sei.

Kein anderes europäisches Land verfüge über eine solch hohe Dichte an Siedlungen und Verkehrsflächen. Die SBB sind so gesehen Schützer der Landschaft. Ebenfalls zu beachten ist, so legen es die Projektunterlagen fest, dass Aushubarbeiten, Schotterreinigungen und dergleichen im Bereich der angezeigten Reptilienwanderwege zwischen Oktober und März vorgenommen werden müssen. Diese Einschränkung gilt auf einem Abschnitt von rund 300 Metern.

Die Bauvorschriften füllen mittlerweile Bundesordner
In den öffentlich gemachten Unterlagen für die Sanierung des rund 1,7 Kilometer langen Streckenabschnitts nördlich von Baar finden sich weitere Arbeitsanweisungen für die Bauherrschaft. Da vorgesehen ist, auch nächtens und an Wochenenden zu arbeiten, müssen zudem weitere Vorschriften im Bereich des Lärms beachtet werden. Es ist zudem ein Mittagsruhefenster in den Ausführungsbestimmungen festgeschrieben. Die erwähnten Leitlinien bilden nur einen kleinen Teil der Erfordernisse ab, welche die SBB erfüllen müssen.

In Bezug auf die Fahrbahnerneuerung erwähnen die SBB noch, dass das Bauvorhaben weder im Zusammenhang mit einer Angebotserweiterung steht noch für lärmrelevante Veränderungen an der bestehenden Bahnanlage sorgt. Das Mehr an Verkehr tritt erst bei der Eröffnung des geplanten Zimmerberg-II-Basistunnels ein. Letzterer soll zu Beginn der 2040er Jahre fertig sein. Baubeginn für das rund 1,8 Milliarden teure Bahnprojekt soll Ende dieses Jahrzehnts sein.

Was die Bahnkundschaft an der Sanierung der 1,7 Kilometer langen SBB-Strecke am meisten beschäftigt: Inwiefern tangieren die geplanten Bauarbeiten den sehr stark genutzten Korridor von Luzern über Zug und Baar nach Zürich? Von der SBB-Mediensprecherin Carmen Hefti ist nur Ausweichendes zu hören: «Sobald Entscheide vorliegen und der Umfang der Arbeiten sowie allfällige Auswirkungen auf den Bahnbetrieb feststehen, können wir weiter informieren.» Die anstehenden Arbeiten sind aufgrund, so steht es im SBB-Projekt, der Abnutzung und des Verschleisses des Gleisbetts im besagten Streckenabschnitt notwendig, da die dort verlegten Geleise ihre Lebensdauer erreicht haben.

Fahrbahnsanierung kostet rund neun Millionen Franken
Für die umfassende Sanierung veranschlagen die SBB ein Zeitfenster von rund zehn Monaten. Arbeitsbeginn: Mitte Januar 2027. Geschätzte Baukosten: rund 9,1 Millionen Franken. Vor einem halben Jahrhundert hätte die Staatsbahn die Sanierung unter rollendem Rad durchgezogen. Mittlerweile geht die Tendenz eher in Richtung Streckensperre während gewisser Bauphasen. Zwischen Baar und Horgen Oberdorf verkehrte in der Vergangenheit oft ein Bus. Zürich-Reisende wurden auf die S-Bahn durchs Säuliamt verwiesen. Der Gotthard-Verkehr umfuhr Zug grossräumig. Es sind natürlich auch andere Schienenersatzverkehre denkbar.

Im Schweizerischen Baustellenverzeichnis für das Jahr 2027 findet sich derzeit noch kein Hinweis auf die geplanten Gleisarbeiten nördlich des Bahnhofs Baar.

Womöglich sind erste Hinweise für das Baustellenregime zwischen Zug und Zürich auch aus dem Fahrplanentwurf 2026/2027 für den öffentlichen Verkehr herauszulesen. Ab dem 22. Mai 2026 bis zum 9. Juni 2026 liegt dieser öffentlich auf.


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