Strassensanierung wird für den Kanton Zug richtig teuer
08.04.2026 PolitikBauen Der Kanton Zug saniert die Schochenmühlestrasse umfassend und entschärft damit einen Unfallschwerpunkt. Auch der Langsamverkehr profitiert. Er bekommt ein eigenes Trassee. Spektakulär ist die Entflechtung von Strasse und Piste für den Langsamverkehr auf der Westseite der Brücke über die neue Lorze.
MARCO MOROSOLI
In seiner Märzsitzung winkte der Zuger Kantonsrat die Vorlage mit der Nummer 4012 mit 70:0 Stimmen durch – einstimmig. Damit endete ein jahrelanges Ringen betreffend der Freigabe eines Objektkredits für das Projekt «Kantonsstrasse J, Lorze–Steinhauserstrasse, Gemeinden Baar/Zug» in Höhe von 14,8 Millionen Franken. Ein Teil des sanierungsbedürftigen Strassenstückes liegt auf Baarer Boden.
Das Geld für die Umsetzung des ambitionierten Projekts mit einer Länge von 1,46 Kilometern war noch das kleinste Problem. Der eidgenössische Souverän brachte im Jahre 2018 den Bundesbeschluss über Velowege auf den Weg. Doch bis das neue nationale Veloweggesetz in trockenen Tüchern war, dauerte es noch bis zum 1. Januar 2023. Jetzt gab es wenigstens eine Rechtsgrundlage für die Schaffung von Velotrassees im Allgemeinen.
Velostrecken sind im kantonalen Richtplan zu vermerken – ein Verfahren, das verschiedene Schritte erfordert. Einer davon ist die öffentliche Mitwirkung. In diesem Prozess kann die Allgemeinheit Stellung zum Projekt nehmen. Gemäss einer Zusammenstellung sind auf diesem Wege rund 170 Eingaben erfolgt. Deren Abarbeitung dauerte. Letztlich setzte der Zuger Kantonsrat seinerseits die Baupläne im kantonalen Richtplan fest. Erst jetzt konnte sich das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) mit den angedachten Richtplananpassungen im Kanton Zug befassen. Die notwendigen Papiere kamen schliesslich im Dezember 2025 wieder beim Kanton Zug an. Gut dabei: das UVEK beschied den Zugern, dass ihr Projekt genehmigt sei.
Umsetzung ist in Teilen schon erstellt
Die Baudirektion des Kantons war bei diesem Projekt schon von Beginn weg mehrgleisig gefahren. Zwei Abschnitte (von der Altgasse bis zur Lorze) und die Verkehrsführung beim Weiler Schochenmühle hat die Baudirektion des Kantons Zug schon realisiert. Das schwierigste Stück der grundlegenden Erneuerung des Strassenkörpers der Schochenmühlestrasse ist jetzt baureif. Die Bauherrschaft muss mit dem schlechten Untergrund zurechtkommen. Insgesamt sind 1,46 Kilometer Strasse zu sanieren. Kostenpunkt: 14,8 Millionen Franken.
Der wohl schwierigste Bauabschnitt befindet sich rund um die beiden Brücken über die Lorze in der Nähe des Altgasshofs. Diejenige für den Velo- und den restlichen Langsamverkehr stammt aus dem Jahre 2023. Das Brückenbauwerk für den Individualverkehr sowie für die Busroute von Baar nach Steinhausen und umgekehrt hat das Baujahr 1973.
Diese beiden Lorzenübergänge plant der Kanton zu unterfahren. Das ermöglicht es dem Langsamverkehr, die Schochenmühlestrasse zu queren. Der Vorteil dieser Verkehrsführung: Wer auf dem Lorzenuferweg von Zug West nach Baar fahren will, muss nicht mehr die Schochenmühlestrasse queren. Die ebenerdige Querung der Fahrbahn bleibt aber erhalten und wird durch den Bau einer Verkehrsinsel sicherer gemacht. So entsteht ein Drehkreuz für den Langsamverkehr.
Das Terrain, auf dem die sanierte Strasse und der Radweg neu zu gestalten sind, stellt die Bauherrschaft vor viele Herausforderungen: Es müssen rund 2’900 Quadratmeter Landfläche für die neuen Bauten herhalten. Realersatz in der Nähe war nicht zu finden, es muss in der Gemeinde Cham solches «hergeholt» werden. Weitere Stolpersteine waren Rodungsbewilligungen. Auflagen gab es aus dem Bereich des Gewässerschutzes und der Fischerei.
Gemeinde Baar zahlt zwei Buswartehäuschen
Marc Amgwerd, er ist Kantonsingenieur, sagt: «Die Schochenmühlestrasse ist in einem schlechten Zustand und zu schmal, um ein sicheres Kreuzen eines Busses mit einem Personenwagen zu gewährleisten.» Er erinnert zudem daran, dass die Lorzenbrücke – diejenige für den Strassenverkehr – sanierungsbedürftig ist. Zudem soll die einzige Bushaltestelle auf dem Strassenabschnitt zwischen der Nordstrasse/ Altgasse und der Schochenmühlestrasse/Steinhauserstrasse barrierefrei ausgebaut werden. Die Gemeinde Baar peppt diesen Haltepunkt auf, indem sie den Bau von zwei Bushäuschen auf eigene Rechnung erbauen lässt.
Der Kantonsingenieur hat sich auch schon Gedanken über das Verkehrsregime während der Bauarbeiten gemacht. Zur Verfeinerung bleibt noch viel Zeit. Der Kantonsingenieur sagte auf Anfrage, dass die Umsetzung des Projekts Veloweg und Strassensanierung «voraussichtlich im Frühjahr 2028 starten» wird. Für die Umsetzung der verschiedenen Anlagen im Bereich der Schochenmühlestrasse rechnet die kantonale Baudirektion mit einer Bauzeit von 17 Monaten. Will heissen: Vor dem Jahre 2030 bleibt das Gegenwärtige noch Alltag. Wie hoch die Ausführungskosten der verschiedenen Bauten auf der Schochenmühlestrasse bei der Eröffnung sind, bleibt offen.


