Unerschöpfliche Baarer Postkarten

  20.05.2026 Vermischtes

Was ihre Mutter Anna Twerenbold-Gwerder vor vielen Jahren begann, setzt die Tochter weiterhin um. In der Zwischenzeit besitzt sie nun eine grosse Menge von Bildern von Baar, seien es alte Luftaufnahmen oder Häuser, die es zum Teil heute nicht mehr gibt.

ERNST BÜRGE

Dora Schmid-Twerenbold hütet das Erbe der Mutter weiterhin mit grosser Sorgfalt. Zu Mutters Freizeitbeschäftigung gehörte auch, Baarer Postkarten zu sammeln. Sie suchte solche auf Antikmärkten in verschiedenen Schweizer Städten. Sie konnte damit an einer Ausstellung der Zuger Kantonalbank über Hobbys teilnehmen und gewann sogar einen Wettbewerb.

Sammeln mit Leidenschaft
Dora Schmid-Twerenbold ist in den letzten Jahren zu vielen weiteren Fotos über Baar gekommen. Besonders spannend findet sie es, Bilder einzelner Häuser der richtigen Strasse zuzuordnen. Dazu helfen ihr vielmals auch ältere eingesessene Baarerinnen und Baarer, welche über genauere Kenntnisse verfügen. Da erhält sie oft auch weitere Aufnahmen und kann solche in ihre Sammlung einordnen.

Schmids Vorfahren sind schon seit etwa 1900 hier ansässig, und der heutige, umfassende Entsorgungsbetrieb wird von der Familie seit sieben (in Baar: sechs) Generationen geführt.

Schmid-Twerenbold selbst ist in ihrem Elternhaus an der Altgasse aufgewachsen. Nach ihrer Heirat mit Marcel Schmid zog die junge Familie für 17 Jahre ins Quartier Inwil. Das führte unweigerlich auch in die Fröschenzunft Ebel, wo Marcel seit etlichen Jahren im Vorstand als Bauchef mitwirkt und im Jahre 2020 als Zunftmeister inthronisiert wurde. Coronabedingt führte er mit starker Unterstützung von Dora und der ganzen Familie dieses Amt bis im Januar 2023 aus. Später zog es sie wieder zurück in ihr vertrautes Heim an der Altgasse. Dennoch blieben sie den Fröschen treu.

Spannender Blick in einen Teil Familien- und Baarer Geschichte
Die alten Fotos brachten es mit sich, dass sich Schmid-Twerenbold für die Herkunft ihrer Familie interessierte. Sie fand heraus, wo überall Eltern bis Ururgrosseltern in Baar gewohnt hatten, bis ihr Grossvater Anton Twerenbold von seinem Schulkollegen Kolumban Zürcher ein Stück Land an der Altgasse erwerben konnte. Hier konnte die Familie 1960 einziehen. Die vorherigen Wohnstätten bis hin zu diesem Heim kann Schmid-Twerenbold auf vielen Bildern eruieren. Wenn sie in all ihren Fotos stöbert und sieht, wie Baar einmal ausgesehen hat, findet sie: «Baar war mit seinen vielen Gärten bis ins Zentrum ein idyllisches Dorf.» Ihre Recherchen führten sie auch ins Archiv der Gemeinde Baar. Hier befinden sich noch immer frühere «Wohnbüchlein», in denen sämtliche Strassen und Häuser aufgeführt werden. Zu jedem Haus wurden darin Listen geführt, wer wie lange dort gewohnt hatte. Daher hat sie Kenntnis, in welchen Strassen ihre Familie eingezogen war.

Sehr gerne verweilt Schmid-Twerenbold in ihrem umfangreichen Fotoarchiv und findet immer wieder etwas Neues heraus. So erhielt sie ein Bild mit dem Haus «Erika», wo davor auf der Naturstrasse ein Pferdegespann unterwegs ist. Eine Bekannte half ihr auf die Sprünge: «Das ist doch das Haus der Ärztin Dr. Zollet an der Zugerstrasse.» Und siehe da, dies stimmte, denn auf einem weiteren Foto war das gleiche Haus aus einer anderen Perspektive zu sehen, und der Name «Erika» bestätigte die vorherige Annahme.

Doch dann heisst es wieder, den Bildschirm zu schliessen, der Alltag mit seinen vielen Aufgaben im Betrieb und bei der Familie ruft. Und ein feines Essen zuzubereiten, ist für Dora mehr als nur eine Pflicht.

 


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