Ein festlicher Sonntag im Zeichen der Blasmusik

  09.09.2026 Musik/Kultur

Berits zum vierten Mal fand am Sonntag, 30. August das Baarer Blaskapellentreffen statt und garantierte einen abwechslungsreichen Tag mit traditioneller Musik, schwungvollen Melodien und geselligem Beisammensein.

HANS-PETER SCHWEIZER

Das Baarer Blaskapellentreffen verbindet musikalische Tradition mit gemütlicher Festatmosphäre. Die Veranstaltung 2026 bot wiederum Blasmusikformationen aus unterschiedlichen Regionen der Schweiz die Möglichkeit, ihr Können einem interessierten Publikum zu präsentieren und gleichzeitig den Austausch unter den Kapellen zu pflegen. Für die Besucherinnen und Besucher ergab sich zwischen 10 bis 18 Uhr auf dem Schulhausplatz an der Marktgasse ein abwechslungsreiches Programm, bei dem jede volle Stunde eine andere Formation auf der Bühne stand. Nebst den drei Zuger Formationen «WindowsAllenwinden», der «Buuremusig Baar» und den «Chomer Bäre» aus Cham fanden in diesem Jahr auch neue Formationen ins Zugerland. Dazu OK-Präsident Eugen Erzinger: «Mit grosser Freude durften wir dieses Jahr drei neue Formationen willkommen heissen:» nämlich die Waldstätter Musikanten aus Brunnen, die Blaskapelle Rümligbuebe aus Schachen sowie die Bouele-Musig aus Langnau i.E. Die Formation «Bouele-Musig» wurde 1949 von Musikanten ins Leben gerufen, die damals in einer Baumwollfabrik in Langnau im oberen Emmental arbeiteten. Dazu gesellten sich die Nidwaldner «Pilatus Musikanten» aus Hergiswil (NW) sowie aus Schachen LU die «Blaskapelle Rümligbuebe». Von Eugen Erzinger war auch zu erfahren, dass er gewillt sei weiterzumachen, und somit auch gerne das 5. Blaskapellentreffen als OK-Präsident mit Freude in Angriff nehmen werde.

Ein passender Einstieg mit Windows

Den Auftakt machte um 10 Uhr die Blaskapelle Windows aus Allenwinden. Gleich zu Beginn zeigten die 14 Musikanten vom Berg, woher der «Wind weht bzw. die Musik bläst». Während 45 Minuten sorgte die Formation unter der Leitung von Röbi Gilli für einen schwungvollen Start in den Festtag. Damit begann das Treffen mit der Formation aus der unmittelbaren Umgebung von Baar, welche im März ihr 20-jähriges Bestehen feiern durfte.

Die Mittagszeit gehörte den Gastformationen «Waldstätter Musikanten» aus Brunnen, gefolgt von den «Pilatus Musikanten» aus Hergiswil und den «Rüter Dorfspatzen» aus Oberrüti. Die drei Formationen brachten lebhafte musikalische Grüsse aus den Kantonen Schwyz, Nidwalden und Aargau nach Baar. Den Nachmittag bestritten ab 14 Uhr die aus dem Emmental angereiste «Bouele-Musig Langnau», die «Chomer Bäre» aus dem benachbarten Cham sowie die «Blaskapelle Rümligbuebe» aus Schachen. Apropos Rümlig: Der Fluss Rümlig fliesst bei Schachen in die kleine Emme und bildet somit den Namensgeber des originellen Bläserensembles. Die heiteren Auftritte zeigten, wie weit die Begeisterung für Blasmusik reichen kann und wie verschiedene regionale musikalische Traditionen an einem gemeinsamen Anlass zusammenfinden können.

Den krönenden Abschluss des offiziellen Programms gestaltete die «Buuremusig Baar» von 17 bis 18 Uhr. Damit verabschiedete sich die einheimische Formation unter der Leitung von Erich Andermatt an einem Tag, der Baar zur zentralen Bühne für Blaskapellen aus verschiedensten Kantonen gemacht hatte. Nachdem zuvor Formationen aus weiten Teilen der Schweiz die Gemeinde zum Klingen gebracht hatten, gebührte der letzte Auftritt schlussendlich den Gastgebern selbst. Dass ausgerechnet eine Band aus der eigenen Gemeinde den Schlusspunkt setzte, verlieh dem vierten Baarer Blaskapellentreffen einen besonders stimmungsvollen und runden Ausklang.
Von Allenwinden über Langnau im Emmental zurück nach Baar
Ein Blick auf die Herkunft der teilnehmenden Formationen verdeutlicht die regionale Vielfalt des Treffens. Mit Allenwinden, Baar und Cham waren drei Formationen aus dem Kanton Zug vertreten. Dazu gesellten sich die Kapellen aus Brunnen im Kanton Schwyz, Hergiswil im Kanton Nidwalden, Oberrüti im Aargau, Langnau im bernischen Emmental sowie Schachen im Kanton Luzern. Damit entstand innerhalb eines einzigen Tages eine kleine musikalische Landkarte der Region. Die Wege der einzelnen Kapellen führten nach Baar, wo sie ihre Musik präsentieren durften und auf andere Formationen trafen. Für das Publikum ergab sich daraus ein Programm, das verschiedene regionale Traditionen zusammenführte, denn Musik kennt keine Gemeindegrenzen. Gerade dieser Austausch gehört zum Wesen eines Blaskapellentreffens. Ob eine Kapelle aus dem Nachbardorf oder aus einem anderen Kanton anreist – auf der Bühne zählt letztlich die gemeinsame Freude am Musizieren. Das vierte Blaskapellentreffen unterstrich eindrücklich, mit welch herzlicher Gastfreundschaft und einladendem Charme die Organisatoren aus Baar Musikformationen sowie Festbesucher aus nah und fern willkommen hiessen.


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