Mandolinenorchester Baar auf musikalischer Weltreise

  07.10.2026 Musik/Kultur

Musik Zu einem besonderen «Reiseerlebnis» lud das Mandolinenorchester Baar ein. Unter dem Titel «Eine musikalische Reise in die weite Welt» erwartete das Publikum ein abwechslungsreiches Konzertprogramm.

HANS-PETER SCHWEIZER

Auf der musikalischen Reise durch verschiedene Kontinente durfte sich das Publikum auf bekannte und weniger bekannte Melodien, unterschiedliche musikalische Stimmungen und so manche Überraschung freuen. Mit Mandolinen, Mandolen, Gitarren, Bass und Akkordeon entstand ein farbenreiches Klangbild, das die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine Reise rund um die Welt mitnahm. Mit einem herzlichen Willkommensgruss eröffneten die beiden Co-Präsidentinnen Luzia Wanner und Caterina Bernich am Samstag, 26. September im Gemeindesaal den feierlichen Reigen und stimmten das Publikum auf einen besonderen Abend ein. Luzia Wanner: «Mit vielen Stunden Proben, grossem Engagement und Freude an der Musik haben wir Woche um Woche dieses Konzert für Sie vorbereitet.»

Zuerst die Kinder der Mandolinenklasse
Bevor das Mandolinenorchester selbst die musikalische Reise antrat, gehörte die Bühne jedoch den jüngsten Musikerinnen und Musikern: Vier Kinder der Mandolinenklasse von Katsia Prakopchyk zeigten, was sie bereits gelernt hatten. Die Kinder wagten sich gemeinsam vor das Publikum und eröffneten den Konzertabend. Für ihren Auftritt hatten sie sich etwas ganz Besonderes vorgenommen: den Startschuss gab nämlich das geheimnisvolle Zauberwort «Supercalifragilisticexpialidocious» aus dem Film «Mary Poppins». Mit viel Freude und sichtbarem Engagement spielten die jungen Musikerinnen und Musiker ihre ersten Töne und sorgten damit für einen sympathischen und charmanten Konzertbeginn. Für die Kinder war dieser Auftritt sicherlich ein besonderer Moment: Zum ersten Mal oder noch mit wenig Bühnenerfahrung vor einem vollen Gemeindesaal zu spielen, braucht Mut – und genau dieser Mut wurde mit herzlichem Applaus belohnt.

Ein offenes Ohr und etwas Reiselust genügten
Danach übernahm das Mandolinenorchester Baar unter der musikalischen Leitung von Melina Murray. Für die verbindenden Worte zwischen den musikalischen Stationen sorgte Moderator Michael Wanner. Er führte das Publikum durch das Programm und machte aus dem Konzert nicht nur eine musikalische, sondern auch eine kleine gedankliche Weltreise. Mit Informationen und Überleitungen verstand es Wanner, die einzelnen Stücke miteinander zu verbinden und die Zuhörerinnen und Zuhörer auf die jeweils nächste Station einzustimmen.

Den Auftakt des Orchesterprogramms bildeten die «Ungarischen Skizzen». Anschliessend folgten mit «Santa Cruz», ein argentinischer Tango, «Jugoslavija – Vier Sätze nach Volksmelodien» von dem deutschen Komponisten Ralph Paulsen-Bahnsen und die «Katalanischen Impressionen» von Fred Witt. Unterstützt wurde das Orchester bei diesen drei Vorträgen am Akkordeon durch den herausragenden, und äusserst virtuosen Musiker Sergej Simbiref, seines Zeichens musikalischer Leiter des «Akkordeon-Orchester Zug-Baar».

Für das rhythmische und harmonische Fundament sorgte einmal mehr Bassist Eugen «Geni» Häusler aus Unterägeri. Sein Spiel sorgte gemeinsam mit den übrigen Instrumenten für einen tragenden Gesamtklang. So entstand ein abwechslungsreiches Zusammenspiel, bei dem die verschiedenen Instrumentengruppen immer wieder neue Farben und Stimmungen entstehen liessen. Die beiden Instrumente Akkordeon und Bass ergänzten die Besetzung und erweiterten in idealer Weise das Klangbild des Orchesters. Es folgte ein «Slavisches Lieder-Potpourri», in dem mehrere Melodien miteinander verbunden wurden. Unterschiedliche Tempi und Charaktere sorgten für Abwechslung innerhalb des Programms. Das Orchester zeigte dabei die verschiedenen klanglichen Möglichkeiten des Mandolinenensembles.

Die letzten Akkorde und der Applaus des Publikums
Mit «Gentle Bossanova» wechselte das Programm zu einem anderen musikalischen Stil. Die Bossa Nova, entstanden in den späten 1950er Jahren in Rio de Janeiro, ist durch ihre charakteristischen Rhythmen und eine vergleichsweise zurückhaltende Spielweise geprägt. Das Stück, in beruhigendem und rhythmischen Zupfstil gespielt, bildete einen dezenten Kontrast zu den zuvor aufgeführten Werken. Zum Abschluss stand eine «Amerikanische Suite» auf dem Programm. Das Werk war von der Dirigentin Melina Murray eigens arrangiert worden und bildete damit einen besonderen Schlusspunkt der musikalischen Reise. Doch nicht nur musikalisch hielt diese Suite eine Überraschung bereit: Für einmal wechselte Melina Murray den Taktstock mit dem Banjo und spielte den Cripple Creek, eigentlich eine klassische, fundamentale Old-Timeund Bluegrass-Geigenmelodie. Die Dirigentin wurde damit selbst zur aktiven Musikerin im Ensemble und sorgte nebst einem besonderen Moment auf der Bühne für frenetischen Beifall des hocherfreuten Publikums.


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