Regen bremste Schweizer Ultraläufer aus

  21.10.2026 Sport

43 Stunden lang dauerte der Kampf gegen die Erschöpfung: An der Backyard-Ultra-Team-Weltmeisterschaft in Baar liefen 15 Schweizer Athleten um möglichst viele Kilometer. Die erhoffte Bestleistung blieb allerdings aus.

RAHEL HEGGLIN

Alle 60 Minuten eine Runde von 6,7 Kilometern, und das so lange, bis niemand mehr kann: Dieses ungewöhnliche Wettkampfformat lockte am Wochenende 15 Schweizer Ultraläufer nach Baar. Vom Clubhaus des Schwimmvereins Baar beim Lättich aus starteten sie am Samstag um 14 Uhr zu ihrer ersten Runde. Gleichzeitig nahmen Teams aus insgesamt 67 Ländern weltweit den Wettkampf auf. Die Strecke führte vom Lättich entlang der Lorze bis über die Waldmannhalle hinaus und wieder zurück. Wer eine Runde nicht innerhalb einer Stunde absolvierte oder nicht mehr zum nächsten Start erschien, schied aus. Jede erfolgreich absolvierte Runde zählte für das nationale Gesamtergebnis.

Regen kostete wertvolle Kräfte
Die Schweizer Mannschaft hatte sich einiges vorgenommen. Doch die Wetterbedingungen machten den Läufern einen Strich durch die Rechnung. «Wir haben sicher auf einen Schweizer Rekord gehofft», sagt Organisator Jan Bruhnsen. Dieser liegt bei 62 Runden. Insbesondere der Regen zu Beginn des Wettkampfs habe den Athleten zugesetzt. «Wenn man gleich am Anfang durchnässt wird, zehrt das später an den mentalen und körperlichen Kräften», so Bruhnsen.

Trotzdem hielten die Läufer erstaunlich lange durch. Der erfolgreichste Schweizer absolvierte 43 Runden und legte damit rund 288 Kilometer zurück. Dafür war er 43 Stunden unterwegs, von Samstag bis Montagmorgen.

Die flache Strecke entlang der Lorze erwies sich dabei als Vorteil. Viele Athleten benötigten für eine Runde rund 45 Minuten. Die verbleibende Viertelstunde nutzten sie, um sich zu verpflegen oder einen kurzen Powernap einzulegen. Danach ging es bereits wieder auf die nächste Runde.

Rang 31 unter 67 Nationen
In der internationalen Wertung erreichte die Schweiz den 31. Rang unter 67 gestarteten Ländern. Bei der letzten Austragung hatte es noch für Rang 17 gereicht. «Es ist okay», bilanziert der Organisator. Angesichts der schwierigen Bedingungen ist er mit der Leistung zufrieden. Besonders die gute Stimmung unter den Teilnehmenden hebt er hervor.

Auch hinter den Kulissen war Durchhaltevermögen gefragt. Rund 15 Helferinnen und Helfer kümmerten sich in Vierstundenschichten um die Verpflegung und Betreuung. Bruhnsen selbst war unter anderem dafür verantwortlich, die Athleten stündlich zum nächsten Start aufzurufen.

Für den erfolgreichsten Schweizer Läufer hat sich die Anstrengung besonders gelohnt: Er qualifizierte sich für die Einzel-Weltmeisterschaft, die 2027 im amerikanischen Tennessee stattfindet. Die nächste Team-WM folgt 2028. Ob Baar dann erneut als Schweizer Austragungsort dient, ist noch offen.


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