Der Ertragsüberschuss fällt deutlich höher aus

  22.04.2026 Politik

Die Jahresrechnung 2025 der Gemeinde Baar schliesst mit einem grossen Plus von Fr. 55,5 Mio. ab. Höhere Steuereinnahmen und Wertbereinigungen bei Grundstücken haben zum Ergebnis beigetragen.

pd / Es hatte sich bereits im Herbst 2025 abgezeichnet, dass die Gemeinde Baar ein weiteres Rechnungsjahr mit einem grossen Plus abschliessen wird. Nun liegen die Zahlen definitiv vor: Statt einem Ertragsüberschuss von Fr. 25,1 Mio., wie er den Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Budgetgemeindeversammlung vom Dezember 2024 prognostiziert worden war, schreibt Baar im Jahr 2025 ein Plus von Fr. 55,5 Mio.

Dazu beigetragen haben insbesondere höhere Steuereinnahmen. Der Fiskalertrag übertraf die Erwartungen um Fr. 23,4 Mio. Die juristischen Personen steuerten Fr. 12,1 Mio. mehr bei als budgetiert, die natürlichen Personen rund Fr. 4,8 Mio. Hinzu kamen höhere Erbschaftsund Schenkungs- sowie höhere Grundstückgewinnsteuern. «Steuererträge entstehen ausserhalb des direkten Handlungsspielraums der Gemeinde. Entsprechend sind Prognosen immer mit Unsicherheiten verbunden», erklärt Finanzvorstand Mark Gustafson. «Die Baarer Unternehmen haben einmal mehr bewiesen, dass sie auch in politisch und wirtschaftlich unruhigen Zeiten erfolgreich arbeiten.» Zum positiven Resultat haben zudem Wertbereinigungen bei einigen Liegenschaften beigetragen. Diese Wertveränderungen werden erfolgswirksam verbucht.

Gemeinde plant einen Steuerrabatt
Während die Gemeinde auf der Ertragsseite mit Einnahmen von Fr. 202,1 Mio. statt der budgetierten Fr. 173,5 Mio. die Prognose deutlich verfehlte, lag sie auf der Aufwandseite mit Fr. 146,6 Mio. sehr nah am Budget, das von Ausgaben in der Höhe von Fr. 148,4 Mio. ausging. Beim Sachaufwand gelang der Gemeinde beinahe eine Punktandung, die Personalkosten wurden um Fr. 1,2 Mio. untertroffen. Auch die Abschreibungen fielen tiefer aus als budgetiert, da einerseits weniger investiert worden ist als vorgesehen und da andererseits aus dem Ertragsüberschuss aus dem Vorjahr Abschreibungen vorgenommen worden sind. «Es ist sehr erfreulich, dass wir unseren Aufwand im Griff haben und trotz der positiven Ergebnisse der letzten Jahre nicht übermütig werden», betont Mark Gustafson. «Die gute Finanzlage der Gemeinde erlaubt es uns jedoch, weiterhin zielgerichtet in unsere Infrastruktur zu investieren.» So soll auch ein Teil des Ertragsüberschusses in die Vorfinanzierung von geplanten Projekten fliessen. Für die Umgebungsgestaltung Sternmatt 2 sollen Fr. 5 Mio. zur Seite gestellt werden, für die Sanierung der Waldmannhalle Fr. 4 Mio. Mit Fr. 9 Mio. soll die Spezialfinanzierung «Entwässerung» geäufnet werden, Fr. 8 Mio. sollen für zusätzliche Abschreibungen genutzt werden. Die Bevölkerung soll mit einer Rückstellung für die Finanzierung eines Rabatts von 3 Prozent auf dem Steuerfuss 2027 vom Überschuss profitieren. Dafür sind Fr. 4,1 Mio. vorgesehen. Weitere Fr. 400’000 sollen für die Unterstützung von Hilfsprojekten im In- und Ausland verwendet werden. Über die Verbuchung des Ertragsüberschusses werden die Baarer Stimmberechtigten an der Rechnungsgemeindeversammlung vom Mittwoch, 10. Juni (19.30 Uhr, Gemeindesaal Baar) befinden.

Die Investitionen bleiben auf hohem Niveau
Die finanzielle Lage der Gemeinde Baar ist – das zeigen die verschiedenen Kennzahlen – erfreulich. Das Nettovermögen pro Einwohnerin/ Einwohner beläuft sich auf Fr. 7’167.–, so viel wie seit 2020 nicht mehr. Der Fiskalertrag pro Kopf hat mit Fr. 5’959.– einen neuen Höchststand erreicht. Dass das Vermögen anwächst, ist insbesondere auch angesichts der Investitionen von netto Fr. 37,7 Mio. erfreulich. Die bereits realisierten Projekte wie die Dreifachsporthalle Sternmatt 2 oder die Neubauten auf den Schulanlagen Sternmatt 1 und Wiesental konnten aus der laufenden Rechnung finanziert werden, ohne dass die Gemeinde sich verschulden musste. Die Investitionen bleiben auch in den nächsten Jahren auf einem hohen Niveau. In Planung sind Grossprojekte wie die Neugestaltung des Bahnhofs mit Bushof, die Arealplanung Bahnmatt, die Weiterentwicklung der Sportallmend Lättich, die Sanierung des Schwimmbads Lättich und der Waldmannhalle sowie Aus- und Umbauten der Schulanlagen Allenwinden und Inwil. Investieren will die Gemeinde auch in Projekte für den preisgünstigen Wohnungsbau. Zudem rechnet Finanzvorstand Mark Gustafson aufgrund der demographischen Entwicklung mit weiterhin steigenden Kosten im Alters- und Pflegebereich.

«Die Überschüsse von heute helfen uns bei den Herausforderungen von morgen», so Gustafson. «Dank des finanziellen Polsters dürfen wir mit Zuversicht in die Zukunft blicken.»


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