Eidgenosse gewann das Jubiläumsschwingen

  01.07.2026 Sport

Das 50. Baarer Abendschwingen am vergangenen Freitag, 26. Juni forderte den 80 Teilnehmenden alles ab. Sie mussten nicht nur mit ihren Gegnern, sondern auch noch mit der Hitze klarkommen.

MARCO MOROSOLI

Im Unterstand für den offiziellen Empfang auf der Dorfmattwiese in Baar war eine liebevoll gestaltete Ausstellung über 50 Jahre Abendschwingen zu sehen. Plakate, Zeitungsausschnitte und alte Teilnehmerlisten waren auf vier Stellwänden drapiert. Kurt Häfliger vom Schwingklub Zug und Umgebung suchte dort seinen Namen und fand sogar ein Schwarzweissbild, auf dem er verewigt ist. Er ist einer der vielen seines Klubs, die bei der Organisation des Abendschwingens in der Vergangenheit oft geholfen haben. Während elf Jahren – von 1992 bis 2002 – war Häfliger sogar Leiter des traditionellen Schwingens. Er sagte: «Es läuft gut. Alle sind mit Herzblut dabei. Wir haben auch immer Leute, die mitmachen.» Das zeigte sich darin, dass viele OK-Chefs oft für ein Jahrzehnt ihre Leaderrolle inne hatten.

Seit 1971 findet das Abendschwingen statt
Auch Daniel Toggenburger, der die Organisation für das 50. Abendschwingen besorgte, ist seit 2015 der Chef auf dem Platz. Aber nun ist Schluss: Aldo Rohrer übernimmt. Toggenburger fügte aber an, dass er auch in Zukunft auf dem Platz sei.

Was bei der vorerwähnten Ausstellung auffiel und zu Fragen Anlass gab: Das erste Abendschwingen fand am 27. Juni 1971 statt. Das fünfzigste Fest hingegen erst im Jahr 2026.

Hier konnte Kurt Häfliger helfen. Er zählte auf: Die beiden Schwingfeste in den Jahren 2020 und 2021 fielen wegen der Pandemie aus. 2010 und 2022 mussten wegen des schlechten Wetters abgesagt werden. Zudem verzichtete der Schwingclub Zug und Umgebung als Organisator im Jahre 2009 auf eine Durchführung des Abendschwingens, da das Innerschweizer Schwing fest in Baar stattfand.

Interessante Ausstellung auf dem Schwingplatz
Es ist schade, dass nur die wenigsten auf der Dorfmattwiese die erfolgreiche Vergangenheit des Organisators des Abendschwingens anschauten. Das wäre ein klassischer Fall für ein Dorf- oder Stadtmuseum, das Baar aber nicht hat. Vor Ort waren viele erfolgreiche Organisationen und Sportvereine mit einer interessanten Geschichte aktiv. Zudem feiert die Räbenmetropole in diesem Jahr «500 Jahre alt Fry Baar», und im kommenden Jahr ist der Ort seit 80 Jahren fest in der Hand der Räbenzunft. Am Geld dürfte ein solches Vorhaben nicht scheitern. Zudem ist es doch viel besser, als wenn Menschen, die das Schlagwort «Baar» googeln, auf andere Zuger Gemeinden verwiesen werden.

Aber noch viel intensiver als die Vergangenheit des Schwingclubs Zug und Umgebung beschäftigte das zahlreich anwesende Publikum auf der Dorfmattwiese das Schwingen. Die 80 Teilnehmenden absolvierten insgesamt sechs Gänge. Im Schlussgang – dieser fand um 23.33 Uhr statt – waren Joel Ambühl und Thomas Buchner an der Arbeit. Lange dauerte dieser aber nicht an, denn Ambühl (Hergiswil bei Willisau) liess nichts anbrennen und zwang seinen Gegner nach neun Sekunden ins Sägemehl. Er durfte dann den Siegespreis, das Rind Linda, in Empfang nehmen. Als Premiere gab es beim Jubiläumsschwingen auf der Dorfmattwiese für die ersten drei Schwinger einen Lebendpreis. Dies auch dank der grossen Schar von teilweise langjährigen Sponsoren. In dieser Sparte funktioniert der Baarer Dorfgeist immer noch bestens.

Der Vertreter der Brauerei am Platz, Martin Uster, durfte dann mit Stolz sagen, dass seit dem ersten Abendschwingen im Jahr 1971 Bier dieses Unternehmens auf dem Platz getrunken wird. Das nennt der Volksmund «Sponsorentreue».


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