Ein Jahr im Zeichen des Barock
14.01.2026 Musik/Kultur, Schule/MusikschuleDie Musikschule Baar stellt in diesem Jahr die Barockzeit in den Mittelpunkt. Mit Unterrichtsprojekten, Konzerten, Workshops und einem abschliessenden Barockball.
RAHEL HEGGLIN
Die Idee dazu hatte der langjährige Musikschulleiter Benno Auf der Maur. Für ihn ist diese Epoche ein wichtiger Meilenstein in der Musikgeschichte: «Der Barock ist das Fundament vieler heutiger musikalischer Entwicklungen. Wenn nicht wir in der Musikschule vermitteln, wer Bach, Mozart oder Beethoven waren, wer tut es dann?» Seine Barock-Jahr-Idee stellte Auf der Maur zuerst den Fachschaften vor, um deren Unterstützung abzuholen. Dass sich die Musikschule thematisch richtet, sei aber nichts Neues. «Wir haben uns schon an der kubanischen Musik oder am Jazz orientiert», so der Leiter Musikschule. Nun ist also der Barock an der Reihe, was für ihn auch eine Art Abschlussprojekt ist. Denn in 1,5 Jahren geht Auf der Maur in Pension.
Konzertreihe mit alten Instrumenten
Eröffnet wird das Barockjahr am 20. Februar mit einem Konzert, das ausschliesslich auf historischen Instrumenten gespielt wird. Neun Lehrpersonen der Musikschule wirken mit, darunter Spezialistinnen und Spezialisten für Mandoline, Gambe, Cembalo, Barockflöte und Streichinstrumente. Auf dem Programm stehen Werke von Vivaldi, Bach, Telemann sowie Kompositionen heute weniger bekannter Barockmeister. Der Eintritt ist frei, es wird aber eine Kollekte geben, die zugunsten der Jugendensembles geht.
Unterricht als Herzstück des Barockjahrs
Ziel des besonderen Musikschuljahres ist es, dass die rund 900 Instrumentalschülerinnen und -schüler den Barock nicht nur hören, sondern verstehen. Besonders die älteren Klassen setzen sich dabei fächerübergreifend mit Architektur, Literatur und Malerei dieser Zeit auseinander. Für die Erstklässler bietet die Musikschule im Musikerfahrungsunterricht ein barockes Kinderkonzert mit historischen Instrumenten und Kostümen an. Auch Workshops zu historischen Zupfinstrumenten sollen Einblicke in den Ursprung heutiger Instrumente geben. Wie etwa die Gitarre, die im Barock anders gebaut war und anders geklungen hat als heute.
Jugendliche Ensembles
Auch die Nachwuchsensembles widmen sich der Epoche. Die Jugendmusik «Goes Barock» probt eine Auftragskomposition von Franco Cesarini, die barocke Elemente mit modernen Klängen mischt. Aufgeführt werden die beiden Konzerte Ende Juni. Daneben entstehen Arrangements auf vier Flügeln, gespielt mit bis zu 16 Händen, sowie ein Solistenkonzert für fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler. Diese werden von einem Orchester aus Lehrpersonen und talentierten Jugendlichen begleitet. Beide Auftritte finden im September statt.
Alles unter einen Hut bringen
Die Herausforderung des besonderen Musikschuljahres besteht weniger im musikalischen Niveau als in der Organisation: Viele Proben finden zusätzlich zu den regulären Unterrichtszeiten oder Vereinsaktivitäten statt. «Die Erfahrung aus früheren Projekten wie dem Jazzjahr hat gezeigt, dass die Belastung im Herbst geringer ist. Daher planen wir im Sommer nicht so viele Aufführungen, erst im Herbst wieder», erklärt Auf der Maur. Um die Jugendlichen, die auch gegen Ende Jahr noch viele Vereinstermine in der Agenda stehen haben, zu entlasten, findet das Barockjahr von Januar bis November statt.
Höhepunkt: der Barockball
Den festlichen Schlusspunkt bildet am 7. November ein Barockball, welcher im Gemeindesaal stattfinden wird. Ein ausgebildeter Tanzmeister führt die Gäste in höfische Schritte ein. Sie werden am Nachmittag in einem Crashkurs vorbereitet. Die Ensembles der Musikschule spielen am Abend live. Die Bevölkerung ist eingeladen mitzutanzen oder einfach zuzuschauen. Wer möchte, darf in barocken Gewändern erscheinen.
Alle Informationen und Termine finden Sie auf www.musikschulebaar.ch


