Ein Umzug unter Freunden

  25.02.2026 Musik/Kultur

Rechtzeitig zum grossen Fasnachtsumzug riss die Wolkendecke auf. Die Sonne kam hervor und tauchte das bunte Treiben in ein warmes Licht. Es wurde ein herrlicher Umzug, wie ihn sich Veranstalter und Besucher kaum schöner hätten wünschen können.

RAHEL HEGGLIN

Rund 1’400 Teilnehmende, verteilt auf 57 Umzugsgruppen, zogen durch Baar. Damit lag die Zahl deutlich über dem üblichen Durchschnitt von knapp 50 Gruppen. Wagenbauer, Guggenmusigen und fantasievoll kostümierte Fasnächtler sorgten für ein farbenprächtiges Spektakel, das die Zuschauenden entlang der Route immer wieder zum Staunen brachte.

Mit so vielen Gruppen hat man bewusst eine obere Grenze fast ausgeschöpft. «Im Normalfall bewegen wir uns zwischen 47 und 50 Gruppen. Mehr als 60 sollten es nicht sein, sonst wird es für die Zuschauer zu lang», erklärte Markus Häfliger, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Baar. Dass in diesem Jahr besonders viele Formationen teilnahmen, habe auch damit zu tun, dass der Umzug in Cham pausierte. Entsprechend gross sei das Interesse gewesen, in Baar dabei zu sein.

Trotz der grossen Beteiligung verlief der Anlass ruhig und unfallfrei. «Es herrschte am Umzug, in der Schränzegg und bei den zahlreichen Auftritten eine friedliche und ausgelassene Stimmung», freute sich Häfliger. Auch am Abend sei alles geordnet geblieben. Die Fasnacht zeigte sich von ihrer besten Seite: fröhlich, laut, aber respektvoll.

Bundesrat Martin Pfister auf der Tribüne
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Ehrentribüne. Unter den Gästen befand sich auch Martin Pfister, der gemeinsam mit seiner Frau Cacilda das Geschehen verfolgte. Immer wieder wurde er von Bekannten begrüsst, hier ein kurzes Gespräch, dort ein herzliches Lächeln. «Es war eine grosse Ehre, Martin Pfister als Vertreter der Landesregierung begrüssen zu dürfen», freute sich Häfliger. Der Kontakt sei im Vorfeld vom Bundeshaus ausgegangen. Pfister habe den Wunsch geäussert, als Zuschauer am Umzug teilzunehmen. «Das zeigt seine Verbundenheit mit der Region und den Personen hier», so der Präsident der Fasnachtsgesellschaft.

Ganz allein durfte der Bundesrat allerdings nicht an die Fasnacht kommen. Diskret agierende Sicherheitskräfte begleiteten ihn, hielten sich jedoch im Hintergrund. Für die meisten Besucher stand ohnehin nicht die Politik im Vordergrund, sondern das gemeinsame Erlebnis. «Nach dem Umzug nahm Pfister auch am Apéro im Rathaus teil. Dabei war es wie ein Treffen unter Freunden, da er sehr viele Personen persönlich kennt», erzählte Häfliger. Es sei ein schönes Zeichen, dass ein Mitglied der Landesregierung an einem solchen Anlass mitten unter den Menschen sein könne.

Die Sieger der Sujets
Während die Besucher entlang der Umzugsroute vor allem mitfeiern konnten, hatten die Gäste auf der Tribüne noch eine wichtige Aufgabe: Sie durften die besten Sujets küren.

Als Sieger des Umzugs ging die Gruppe Stärnechäibe mit ihrem Sujet «Madagaskar» hervor. Mit viel Liebe zum Detail, exotischen Kostümen und einem eindrücklichen Wagen überzeugten sie die Jury. Auf den weiteren Plätzen folgten die Stifte Neuheim und d’Leemättler. Für die beste Guggenmusig wurden die «Quaker» aus Hünenberg erkoren, die mit ihrem kraftvollen Sound und sichtbarer Spielfreude begeisterten.

Kommender Umzug
Mit Sonne im Gesicht, Konfetti in den Haaren und zufriedenen Organisatoren bleibt der diesjährige Fasnachtsumzug als gelungener Höhepunkt der Räbefasnacht in Erinnerung. Bereits vormerken können sich die Umzugsfreunde den 7. Februar 2027, wenn die Räbefasnacht Baar wieder zum grossen Umzug ruft und sich das Dorf erneut in eine klingende und leuchtende Fasnachtswelt verwandelt.


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