EMF Biel – höchstes musikalisches Niveau

  20.05.2026 Musik/Kultur

Musik 532 Musikvereine aus der ganzen Schweiz traten am Auffahrtswochenende in den Kategorien – «Harmonie», «Brass Band» und «Fanfare» – gegeneinander an. Um die 100’000 Musikfreunde erfreuten sich an den Blasmusikvorträgen.

HANS-PETER SCHWEIZER

Das 35. Eidgenössische Musikfest 2026 war «der Treffpunkt» für Blasmusikliebhaber aller Generationen aus der ganzen Schweiz. Am Auffahrtswochenende 2026 massen sich rund 500 Vereine und 25’000 Musizierende in fünf Stärkeklassen und zeigten auf 15 Bühnen und Konzertsälen Darbietungen bestehend aus je einem Pflicht- und Wahlstück.

Mit dabei am Auffahrtstag waren nebst drei weiteren Zuger Blasmusikvereinen auch die Musikformationen aus Allenwinden und Baar. Beide Vereine traten in der «Stärkeklasse 2 Harmonie» auf. Ein wichtiger Bestandteil des Musikfests war zudem die Parademusik, welche auf zwei verschieden langen Marschmusikstrecken dargeboten wurde. An Eidgenössischen Musikfesten erfolgt die Bewertung normalerweise in den Bereichen Konzert- und Parademusik.  Während bei der Konzertmusik Intonation, Klangqualität, Rhythmik, Dynamik, Interpretation, Ausdruck und Technik bewertet werden, sind es bei der Parademusik die musikalische Qualität, Marschdisziplin, Formation und Gesamteindruck.

FM Baar: Vor der Parade erst das Konzert
Für die Feldmusik Baar hiess es am Nachmittag erst einmal, in der Aula des Gymnasiums Biel-Seeland die zwei Konzerttitel der gestrengen Jury vorzutragen.

Nach dem Pflichtstück «Endless Peace», vom Freiburger Pierre- Étienne Sagnol eigens für das EMF Biel komponiert, folgte die «Sinfonietta No. 1», ein Werk des niederländischen Komponisten Johan de Meij. Die Jury bewertete die beiden Stücke mit vorzüglichen 166.66 Punkten. Bei den Schweizer Brass-BandMeisterschaften 2011 in Montreux figurierte eben dieser Titel «Sinfonietta No. 1», als Pflichtstück im Wettspielprogramm. Umsichtig, ruhig und kompetent hatte Erich Andermatt die Marschierenden in die originellen und komplexen Figuren eingeführt. Die grosse Anzahl Zuger Besucher war deshalb besonders gespannt auf die Präsentation der Feldmusik Baar. Tambourmajor Andermatts «Musikprogramm mit raffinierten Evolutionen» beinhaltete je einen Tambour-Part, Marsch, Walzer und Line Dance. Beim «Marsch Albula» von Oscar Tschuor wurden bekannte Schrittfolgen variiert. Zum gefühlvollen «2nd Waltz» des Komponisten Dimitri Schostakowitsch, empfingen «vier Gentlemen» die graziösen Ehrendamen auf halber Strecke. Dieser «Walzer auf Asphalt», von den strahlenden Paaren temperamentvoll getanzt, erbrachte der Baarer Truppe auf der reichlich frequentierten Paradestrecke Nr.1 tosenden Applaus ein. Gleich anschliessend brillierte die gesamte Equipe mit dem Line Dance «9 to 5», dem bestbekannten Country-PopSong, 1980 geschrieben und gesungen von Dolly Parton. Ein aufmerksamer Beobachter der Präsentation: Der Baarer Dirigent Yannik Trares als Zuschauer, welcher auch als erster Gratulant auftrat. Entspannt und glücklich zeigten sich nebst der ganzen Truppe vor allem die Präsidentin Janine van Uffelen und nicht zuletzt der stramme Tambour-Major Erich Andermatt. Das wochenlange Proben und Trainieren hatte sich also gelohnt, bedachten doch die gestrengen Damen und Herren der Jury die Baarer mit 87.33 Punkten von 100, was wiederum einer Schulnote von 5.4 entsprechen würde. Dazu Saxophonist Eugen Erzinger: «Dieses rund zwölf minütige Arrangement ist immer noch eine echte Herausforderung für alle, insbesondere aber für unsere Neuzugänge in der Musik.»

FM Allenwinden: Erst die Parade, dann das Konzert
Für die stolzen Musizierenden vom Berg galt es, erst einmal um 15 Uhr auf der Paradestrecke Nr. 2 ihre «Marschbereitschaft» zu zeigen. Der musikalische Leiter der Feldmusik Allenwinden, Pascal Zenklusen, zeigte sich im Vorfeld total ungezwungen und entspannt. Mit der rassigen Prä- sentation des reizenden Festmarsches «Ravanello» (Radieschen) des Schweizer Komponisten Walter Joseph (1936–2013) erreichten die in hellem Blau Uniformierten schlussendlich die Glanznote 87. Um 19 Uhr warteten die Allenwindler Musikantinnen und Musikanten mit dem Wahlstück «Imagasy» von Thiemo Kraas im Konzertlokal der Schulanlage Linde auf. Die Kompositionen und Arrangements von Kraas werden regelmässig in Konzertprogramme aufgenommen und sogar von renommierten Orchestern eingespielt. «Imagasy» ist eine Verschmelzung der Begriffe «imagination» und «fantasy» und will dem Zuhöhrer verdeutlichen, dass der Ursprung aller Kreativität in Vorstellung und Illusion liegen. Pflicht- und Wahlstück brachten die stolze Punktesumme von 161 ein. Eine immense Genugtuung über die schönen Erfolge herrschte beim Dirigenten Pascal Zenklusen. Grosse Zufriedenheit strahlten nebst der ganzen Musikgesellschaft vor allem  die beiden Präsidentinnen Saskia Arnold und Linda Annen aus.


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