Fasnachtsstart in der Pfarrkirche, und dann zur Aamuesetä
13.03.2025 Musik/KulturFasnacht und Kirche sind schon seit alters her irgendwie verbunden. Daher ist es auch in Baar eine schöne Tradition, als Auftakt am katholischen Gottesdienst teilzunehmen und sich anschliessend dem närrischen Treiben zu widmen. Viel Volk freute sich, auf diese Weise das Fasnachtswochenende zu starten.
ERNST BÜRGE
Der Einzug in die Kirche St. Martin wurde von Pfarrer Antony Chukwu und Pfarreiseelsorger Niklaus Hofer angeführt. Ihnen und den beiden Ministranten folgten unter Trommelwirbel Räbevater Roman I. mit seinem Hofstaat samt einem stattlichen Gefolge sowie der Jubiläums-Fröschenzunftmeister Beat I., ebenfalls mit Begleitung. Pfarrer Antony begrüsste die Anwesenden: «Heute haben Räbevater und Zunftmeister das erste Wort.» Am Ambo stehend, fand der Räbevater die Fasnacht ein göttliches Geschenk, und der Zunftmeister rief anschliessend allen zu: «Mier tüend zämeha und zämestah!» Niklaus Hofer hielt seine Predigt in Reimform und fasste zusammen: «Freude ist das Gebot der Stunde!» Diese Freude zeigte auch die Guggenmusig «Susoschmöcker» sehr treffend: «Muesch dini Seel la bambele la!»
Fackelzug zur Aamuesetä
Mit Fackeln zogen die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler von der Kirche hinauf zum Rathaus. Bald zeigten sich der Räbevater und sein Hofstaat hoch oben im Bürgersaal an den Fenstern, und schon flogen Konfettis hinunter auf die Köpfe des zahlreichen Publikums. Nicht genug damit: Ein kräftiges Gebläse streute zusätzlich grosse Mengen dieser kleinen Papierschnitzel über den Platz, vor allem zur grossen Freude der Kinder. Sie waren eifrig damit beschäftigt, Konfettis aufzuheben, ihre mitgebrachten Säcke zu füllen und auf Gross und Klein zu werfen. Insgesamt 900 Kilogramm farbige Papierplättchen brachten fröhliche Stimmung ins Baarer Dorf, untermalt von der Guggenmusig «Aspirin Göttlich 40Gi».
Die recht tiefe Temperatur konnte der guten Laune keinen Einhalt gebieten, doch verzog man sich mit der Zeit gerne in die verschiedenen Restaurants und die Beizen der Schränzegg, um sich wieder aufzuwärmen. Wer dann zu Hause keine Konfettis aus den Kleidern schütteln musste, hatte den Abend wahrscheinlich an einem anderen Ort verbracht. Jedenfalls: Die Baarer Fasnacht war damit eröffnet!