Für ein modernes und libe rales Steuersystem

  25.02.2026 Leserbriefe

Unser Steuersystem stammt aus einer Zeit, in der ein einziges Familienmodell dominierte: Der Mann arbeitete, die Frau blieb zu Hause. Diese Realität gibt es längst nicht mehr. Heute sind die meisten Frauen erwerbstätig, viele Paare teilen sich Erwerbs- und Familienarbeit, und immer mehr Menschen leben in unterschiedlichen Lebensformen. Trotzdem behandelt das Steuersystem verheiratete Frauen oft noch immer wie ein Anhängsel ihres Partners.

Die Individualbesteuerung trägt diesen gesellschaftlichen Veränderungen endlich Rechnung. Jede erwachsene Person wird als eigenständiges wirtschaftliches Subjekt betrachtet – mit eigenen Rechten, Pflichten und Möglichkeiten.

Das ist auch eine Frage der Gleichstellung. Wer seine eigene Steuererklärung ausfüllt, setzt sich automatisch mit der eigenen finanziellen Situation auseinander. Das stärkt die Finanzkompetenz und das Bewusstsein für die eigene Altersvorsorge. Gerade für Frauen ist das entscheidend, denn sie sind deutlich häufiger von Altersarmut betroffen – unter anderem, weil falsche steuerliche Anreize dazu führen, dass sie weniger arbeiten oder länger aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Die Individualbesteuerung ist kein gesellschaftliches Umerziehungsprojekt. Sie schreibt niemandem vor, wie er oder sie leben soll. Sie sorgt lediglich für Gleichbehandlung – unabhängig von Zivilstand oder Familienmodell. Genau das sollte der Anspruch eines modernen, liberalen Staates sein.

Ich empfehle deshalb ein kräftiges Ja zur Individualbesteuerung am 8. März 2026.

Cédric A. Schmid, Unternehmer und Alt-Präsident FDP Kanton Zug


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