«Gesichter und Geschichten» mit einer Welt-Uraufführung

  28.01.2026 Musik/Kultur

Das Jahreskonzert am 16./17. Januar bildete den Abschluss des wohl aufregendsten Vereinsjahres der Feldmusik Allenwinden seit ihrer Gründung 1921. Der Grund: Der einheimische Bundesrat Martin Pfister!

HANS-PETER SCHWEIZER

Das Präsidentenduo Saskia Arnold und Marco Andermatt kündigte nach ihren Grussworten spannende musikalische Leckerbissen an. Burgen und Legenden, Musik aus Animationsfilmen und Musicals, ein Ausflug mit einem Luftschiff oder «s’Zündhölzli» von Mani Matter, all diese klangvollen Werke unter der musikalischen Leitung von Pascal Zenklusen schufen einen abwechslungsreichen musikalischen Reigen und damit beste Werbung für die Blasmusik.

Gesichter und Geschichten
Es könnte nicht besser zum Konzertthema «Gesichter und Geschichten» passen: das Gesicht von Martin Pfister, und damit die Geschichte des ersten Bundesrats aus Allenwinden. Gleich bei seiner Begrüssung kündigte Moderator Bruno Schwegler mit dem «Bundesrat-Pfister-Marsch» eine Welt-Uraufführung an. Der Marsch ist ein Musikstück, das vom Ostschweizer Komponisten Matthias Keller arrangiert wurde – inspiriert durch den Politiker und Bundesrat Martin Pfister – und bei Konzerten von Brass Bands wie der Swiss Armed Forces Brass Band aufgeführt wurde. Der kraftvolle Marsch, in Allenwinden als Harmonieversion vorgetragen, besticht durch seine Intensität und begeisterte Besucherinnen und Besucher gleichermassen. Das musikalische Werk vermittelt Stärke und Präsenz, gepaart mit Eleganz und Brillanz – Eigenschaften die offensichtlich auch unser Verteidigungsminister verkörpert.

Als Rückblende in die Vergangenheit komponierte der bekannte österreichische Blasmusikkomponist Thomas Doss «Of Castles and Legends». Er beschreibt in seinem Stück die Legende einer weissen Jungfrau auf der Kugelsburg bei Volkmarsen in Nordhessen. Die Geschichte erzählt, dass üble Raubritter die Burg in Besitz genommen hätten, von der Entführung einer Jungfrau, ihrem Trauergesang, ihrer Flucht und dem Todessprung in den Turm, um den Nachstellungen der Raubritter zu entgehen. Angeblich soll sie ab und zu noch heute als guter Geist auftauchen.

Eine weitere musikalische Geschichte aus vergangenen Tagen hat Michael Geisler mit «Hindenburg» geschrieben. Das Luftschiff Hindenburg wurde vor 90 Jahren in Betrieb genommen und ist bekanntlich 1937 in Lakehurst im amerikanischen Bundesstaat New Jersey bei der Landung in Flammen aufgegangen. Geisler hat die Katastrophe musikalisch beschrieben. Bei aufmerksamem Hinhören bemerkte man die anfänglich fröhliche Aufbruchstimmung der Passagiere, später Feuer und die verzweifelten Schreie und Hilferufe der Besatzung und der Mitreisenden. Selbst die traurige Stimmung der Überlebenden nach dem Unfall war im Stück nicht zu überhören.

Acht Mitglieder der Jugendmusik wollten im zweiten Konzertteil ebenfalls ihr Können zeigen. Passend für die junge Generation hatte die Musikkommission zwei moderne, karibisch angehauchte Stücke ausgewählt: «Stay The Night», veröffentlicht 2010 und gesungen von James Blunt, und «La Cintura», dem Hit des spanisch-deutschen Sängers Alvaro Soler aus dem Jahr 2018. Die vier Schlagzeuger erfuhren ihr Fitnesstraining an den Schlagwerken durch ihre Musiklehrerin Doris Affentranger.

Vom Animationsfilm bis zum Musical
Patrick Doyle komponierte den Soundtrack für den Animationsfilm «Merida – Legende der Highlands» (Originaltitel: Brave). Merida ist eine selbstbewusste junge schottische Prinzessin, die sich gegen ihre traditionelle Rolle als Prinzessin auflehnt. Entschlossen, ihren eigenen Weg im Leben zu gehen, widersetzt sich Merida uralten, heiligen Sitten. Die teilweise keltisch angehauchten Melodien aus «Brave», arrangiert von Philip Sparke, demonstrieren eine Mischung aus schottischer Folklore und Orchestermusik.

Mit dem Remake von «I Will Survive», ein Hit von Gloria Gaynor, der anlässlich der Fussball-WM 1998 Kultstatus erreichte, und dem ewigen Schweizer Hit «S’Zündhölzli» von Mani Matter folgte das temporeiche Arrangement «America» aus West Side Story. Naohiro Iwai schuf ein eindrucksvoll und authentisch klingendes Medley aus drei Liedern dieser modernen Romeo- und Julia-Geschichte und die 52 Musizierenden zeigten mit der Präsentation ihre Vielseitigkeit.

Die Zugaben waren auch in Allenwinden «das besondere Etwas». Auf das Soldatenlied «Gilberte de Courgenay» folgte die Ballade «The Story», als Lied gesungen von Brandi Carlile. Es ist dies ein Lied mit reichhaltigen Facetten. Es beginnt sanft und gefühlvoll und steigert sich allmählich in einen hart rockenden Groove. Das Lichtermeer, hervorgerufen durch die farbigen Leuchtstäbchen, im Takt geschwenkt vom Publikum, verbreitete zum Schluss eine phantastische Stimmung im Saal. Überwältigt von dieser einmaligen Stimmung gestand die Präsidentin Saskia Arnold: «Der Schluss war für mich von Freude und Emotionen geprägt, als das Musizieren und das Lichtermeer eine mystische Stimmung im Saal verbreiteten.»


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