Krönungszeremonie des Fröschenzunftmeisters Beat I.
29.01.2025 Musik/KulturSeit Samstagabend ist Beat I. Röllin das offizielle Fasnachtsoberhaupt der Fröschenzunft. Auch Abgeordnete von anderen Fasnachtsvereinen fanden den Weg nach Inwil.
ERNST BÜRGE
An der Fasnacht 1953 trat erstmals ein Froschkönig auf, dessen Personalien wie ein Schatz gehütet wurden. 1961 wurde daraus der Zunftmeister, sein Name wird jeweils an der Zunftversammlung vom 7. Dezember bekanntgegeben. Nach acht Königen ist Beat I. Röllin nun der 71. Zunftrepräsentant. In langjähriger Tradition erhielt er am vergangenen Samstag seine Insignien und den Name Beat I.
Exthronisation des Vorgängers
Doch vorher galt es, dem Zunftmeister 2024, Thomas I. Gwerder, die Zeichen der Würde abzunehmen und ihn zu den Altzunftmeistern zu schicken. Zeremonius André I. Schelbert führte in gekonnter Art durch den gesamten Abend, hat er doch schon einige Jahre Erfahrung. Nochmals trat Thomas I. ans Rednerpult, um sich für seine tolle Fasnacht mit vielen super Eindrücken zu bedanken. Er freute sich, im OK zum 80-Jahr-Jubiläum mitwirken zu können, und war besorgt, dass eine schöne Gönnerschar 45 Fahnen mit dem Zunftsignet spendierte. Diese schmücken nun bis am Aschermittwoch das Quartier Inwil. Anschliessend wurde er neu eingekleidet mit Gilet und Hut und trat über zur Altzunftmeistergilde.
Der Dorfrätsch wusste einiges zu berichten über allerlei Geschehnisse in und um die Zunft. Doch bleiben diese Geschichten drin im Rainhaldesaal.
Auftritt von Beat Röllin mit seinem Gefolge
Begleitet von Gattin Claudia und drei Ehrendamen schritt Beat, angeführt vom Zeremonius, durch den prallvollen Saal und konnte bereits eine stehende Ovation entgegennehmen. Als Erstes stellte Andreas I. die Ehrendamen vor, die beiden Töchter der Familie Röllin, wobei die vierte, Nadia, leider krank zu Hause bleiben musste. Dazu gesellte sich die jüngste Schwester von Claudia, Susanne. Ihr Leben wurde etwas offengelegt, manches Unbekannte kam dabei zum Vorschein. Claudia war übrigens während sieben Jahren Präsidentin der Zunft und liess sich nicht so leicht überraschen.
Doch nun galt die Aufmerksamkeit dem Kandidaten für das höchste Amt der Zunft. Seit Geburt ist er Mitglied der Frösche. Hier ist er heute im erweiterten Vorstand als Materialverwalter sowie der versierteste Traktorfahrer an den Fasnachtsumzügen. Auch zwei Ladewagen hinter dem Traktor sind für ihn kein Problem. Dieses Jahr wird er diese Aufgabe jedoch abgeben müssen, sitzt er doch mit seinem Gefolge in der Zunftmeisterkutsche. Seine berufliche Ausbildung schloss er in der landwirtschaftlichen Schule im Schluechthof Cham ab.
In der Landjugend hat er beim Tanzen seine spätere Ehefrau Claudia kennengelernt. Dies lief anfangs etwas harzig und erst bei einem voneinder unabhängigen Aufenthalt in Australien fanden sie sich zu einem Paar. 1999 haben sie geheiratet und nach dem unerwarteten Tod von Vater Clemens I. (Zunftmeister 1999) mussten sie im Jahre 2000 den Hof übernehmen. Diesen gaben sie 2017 auf und Beat ist heute geschätzter Mitarbeiter der Firma Schmid Maschinenbetrieb in Islikon Baar. Beat ist seit 1994 gewiefter Feuerwehrmann. Nebst den vielen ernsten Einsätzen ist er auch dort für manchen Spass zu haben. Seine mit der Motorsäge geschnitzten Holzskulpturen finden grosse Beachtung. Und bei der Theatergesellschaft Neuheim spielt er jede Rolle, die ihm zugewiesen wird.
Doch nun zur glanzvollen Inthronisation von Beat I.
Gemäss der Jahrzehnte alten Überlieferung wurde der Kandidat nun mit seinen Insignien ausgestattet. Es sind dies die fast goldene Kette, der Zweispitz, das Zepter, der Frosch und das Zunftmeisterabzeichen. Claudia bekam ebenfalls ein Froschabzeichen, das sie zur «Zunftmutter» ernennt. Beim abschliessenden Trunk aus zwei alten Silberbechern sprach Zeremonius André die bedeutungsvollen Worte: «Wenn unsere Becher sich kreuzen, wird aus dem Zünftler Beat der 71. Fröschenzunftmeister Beat I.» Der ganze Saal jubelte und alle prosteten sich ebenfalls zu.
Seine Antrittsrede hielt Beat I. in bester Theaterart, ohne Suffleur und mit eigenem Text: Sein Motto lautet «Chrampfcheibe chönd au fäschte!» Er ergänzte: «Was tut die Zunft ohne die vielen Helfer, drum gehe ich an die Fasnacht, um zu festen!» Dazu hoffe er auf viele Zünftler und Gäste am Jubiläumsfröschenball vom 28. Februar im Gemeindesaal Baar. Mit einem Blumenstrauss bedankte er sich vor allem bei seiner Gattin Claudia, die ihn nicht nur an der Fasnacht, sondern auch während des ganzen Jahres tatkräftig unterstützt.
Ein drüüfaches «Quäh Quäh Quäh» beschloss seine Rede.
Die Huldigungen
Zahlreich erschienen verschiedene Gruppen, um Beat I. zu huldigen. Begonnen beim Vorstand und den Altzunftmeistern schlossen sich die Theatergesellschaft Neuheim, die Geschwister, die pensionierten Chriesner und seine Gattin Claudia mit den beiden Töchtern an. Nicht fehlen durfte die Fasnachtsgesellschaft Baar mit dem noch amtierenden Räbevater Michi I., sein Arbeitgeber Schmid Maschinenbau, die Zunft der Letzibuzäli mit Kronprinz Roland II., Faschall Allenwinden mit der Ministerin Silke I., die Ebeler Wagenbauer und am Schluss die Feuerwehr Baar. Der Papierschnitzelregen war hier Programm. Alle beleuchteten aus ihrer Sicht das spannende Leben des neugewählten Zunftmeisters.
Mit nochmals einem drüüfachen «Quäh Quäh Quäh» wurde der offizielle Teil der Inthronisation geschlossen, Doch viele Unentwegte warteten noch länger, bis sie den Heimweg antraten. Sie alle freuen sich auf die kommenden Fasnachtstage mit Zunftmeister Beat I.