Lorzenebene: Auszeichnung «Landschaft des Jahres 2026»
01.07.2026 WirtschaftWas vor der Haustüre liegt, hält man oft für selbstverständlich. Die Lorzenebene – den äusserst vielseitigen Freiraum vor den Toren von Zug, Baar, Steinhausen und Cham – aber gäbe es ohne vorausschauende Raumund Landschaftsplanung nicht. Darum hat die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz dieses Gebiet als Landschaft des Jahres 2026 ausgezeichnet.
pd / Der Preis ehrt die Korporation Zug, den Kanton Zug, die Stadt Zug sowie die Gemeinden Baar, Cham und Steinhausen dafür, dass sie die Lorzenebene mitten in der boomenden Stadtlandschaft als grossen Freiraum und grüne Lunge erhalten haben. Um die vielfältigen Interessen an die Lorzenebene zu verhandeln, entwickelte eine breit zusammengesetzte Arbeitsgruppe unter der Leitung des Amts für Raum und Verkehr ein Leitbild, das 2012 verabschiedet wurde. In diesem Prozess wirkten zahlreiche Vereine mit, die viel ehrenamtliche Arbeit geleistet haben. Dieses Engagement wird mit dem Preis ebenfalls gewürdigt. Durch das kluge Verhandeln von Flächen, Interessen und Nutzungen wurde der Wert der Lorzenebene vervielfacht. Heute ist mehr Raum für alle da – für Landwirtschaft, Bevölkerung und Natur.
An der Preisfeier betonte Baudirektor Florian Weber den Wert der Lorzenebene sowie der Zuger Landschaften generell: «Solche Räume sind im Mikrokosmos, wie der Kanton Zug einer ist, wichtig und wertvoll für die Bevölkerung. Sie sind Teil der Lebensqualität und der Standortattraktivität.»
Der Baarer Bauvorstand Zari Dzaferi ist am liebsten am Ufer der Lorze, hört ihrem Plätschern zu und atmet durch: «Ich wünsche mir, dass noch viele Generationen von Zugerinnen und Zugern die Lorze so erleben dürfen wie wir heute.»
Am Samstag, 13. Juni hatte die Bevölkerung auf Spaziergängen zu den Themen Landwirtschaft, Naturschutz und Naherholung mehr über die Werte des Freiraums vor ihrer Haustüre erfahren. Rund 100 Personen genossen die anschliessende Feier, die Musik des Ensembles Neue Töne und den wieder aufblühenden Sommer im Brüggli. Als Vertreter der Grundeigentümer gab Urban Keiser, Präsident der Korporation Zug, aber auch zu bedenken, dass der Freiraum heute selbstverständlich erscheinen möge, aber das sei er nicht: «Die Lorzenebene ist aussergewöhnlich und zerbrechlich.» Umso wichtiger ist es, das gemeinsam Erreichte zu feiern und sich weiter dafür zu engagieren: Mit dem Preisgeld von 10’000 Franken soll ein feines Essen für die Landwirte und Landeigentümer ausgerichtet werden. Sie tragen entscheidend zur Erfolgsgeschichte der Lorzenebene bei.

