Mehr Wohnungen, aber subito!
28.01.2026 LeserbriefeWohnraum ist im Kanton Zug knapp und teuer – und das ist nicht einfach «Markt», sondern auch Politik. Seit Jahren werden Projekte verzögert, verkleinert oder ganz blockiert. Die Folge: Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Wer das Problem ernst nimmt, muss zuerst eines ermöglichen: mehr bauen. Subito. Sofort.
Als KMU-Unternehmer sehe ich täglich, was das bedeutet. Fachkräfte sagen ab, weil sie hier keine bezahlbare Wohnung finden. Lernende, die nach der Lehre bei uns bleiben könnten, scheitern beim ersten eigenen Mietvertrag. Und einheimische Familien erleben, wie der Nachwuchs wegziehen muss – nicht weil er will, sondern weil er hier keinen Platz findet oder ihn nicht bezahlen kann. Das zerreisst Lebensentwürfe und gefährdet die Lebensqualität im ganzen Kanton.
Darum begrüsse ich den kürzlich eingereichten FDP-Vorstoss, der den Regierungsrat beauftragt zu prüfen, wie betriebseigener Wohnraum in Arbeitszonen zeitgemäss und klar zweckgebunden zugelassen werden kann – ohne dass Arbeitszonen zu Wohnzonen werden und ohne freie Wohnnutzung. Gerade für Betriebe kann das ein pragmatisches Ventil sein: Wohnungen für Mitarbeitende dort, wo Arbeitsplätze sind, mit klaren Kriterien, Zweckbindung und Kontrollen.
Aber wir dürfen uns nichts vormachen: Das ersetzt keinen echten Wohnungsbau. Es braucht mutige Verdichtung an den richtigen Orten. Ein Gedankenexperiment zeigt das Potenzial: Nehmen wir an, viele Liegenschaften im Kanton Zug hätten im Durchschnitt vier Geschosse – dann würde ein zusätzliches Geschoss rein rechnerisch die Kapazität um rund 25 Prozent erhöhen, ohne dass sich das Stadtbild zwingend massiv verändert. Nicht überall möglich, aber als Richtung klar.
Und bitte: Es sind nicht die tiefen Steuern, die die Mieten explodieren lassen. Das Kernproblem ist die Bauverhinderungsstimmung und ein System, das zu oft auf Bremse steht. Wir brauchen schnellere Verfahren, klare Fristen und eine ehrliche Überdenkung der Einsprachepraxis: Einsprachen sind ein wichtiges Recht – aber missbräuchliche Blockaden dürfen nicht zum Normalfall werden. Wer jahrelang bremst, verteuert am Ende jede Wohnung.
Die FDP liefert einen Ansatz. Jetzt braucht es mehr davon: bauen, verdichten, vereinfachen. Wir brauchen dringend Wohnraum. Subito. Sofort.
Cédric A. Schmid, Unternehmer und Alt-Präsident FDP Kanton Zug, Zug
