Nachhaltigkeitsinitiative
03.06.2026 LeserbriefeAm 14. Juni kommt die sogenannte «Nachhaltigkeitsinitiative» zur Abstimmung. Den Begriff Nachhaltigkeit mit dieser Initiative zu verbinden, erscheint mir ungefähr so glaubwürdig wie die Behauptung, der Kanton Zug habe genügend bezahlbaren Wohnraum.
Diese Initiative löst keine Probleme, sie schafft neue. Nachhaltig ist daran wenig. Denn nicht nur der Kanton Zug, sondern die ganze Schweiz ist langfristig auf Menschen angewiesen, die täglich einen wichtigen Beitrag leisten: auf dem Bau, in der Pflege, in der Gastronomie und in vielen weiteren Berufen, ohne die unser Alltag nicht funktionieren würde.
Auch das oft gehörte Argument, unsere Züge seien wegen der Zuwanderung überfüllt, überzeugt mich nicht. Statistisch sind viele Verbindungen nicht ausgelastet. Und selbst dort, wo Kapazitätsprobleme bestehen, wäre die logische Antwort doch der Ausbau von Infrastruktur, nicht die Ausgrenzung von Menschen.
Gleichzeitig werden gerade von rechter Seite Integrationsprogramme am liebsten auf ein Minimum reduziert. Wer Integration schwächt und gleichzeitig Menschen gegeneinander ausspielt, verschärft Probleme statt sie zu lösen.
Statt unsere Gesellschaft weiter zu spalten, brauchen wir Offenheit, Dialog, Investitionen und funktionierende Integrationsprogramme. Das wäre der nachhaltige und vernünftige Weg.
Darum nenne ich diese Vorlage nicht «Nachhaltigkeitsinitiative», sondern die «Chaos-Initiative der SVP» und sage klar Nein. Aus nachhaltiger Vernunft und Menschlichkeit.
Jonas Gössi, Baar
